BMW M2 (2016): Fahrbericht

BMW M2 (2016): Fahrbericht

— 17.02.2016

Das M-Konzentrat

Mit dem M2 bietet BMW den Einstieg in die M-Welt. AUTO BILD ist das 370 PS starke Turbo-Coupé auf der Rennstrecke und der Landstraße gefahren!

Kompakt, breit, stark: Mit dem BMW M2 möchte die M GmbH neue, junge Kunden gewinnen. Dazu plustert die BMW-Sportabteilung das 2er Coupé mächtig auf, spendiert ihm einige Teile aus dem großen Bruder M4 und pushen den turbogeladenen 3,0-Liter-Reihensechser auf 370 PS. AUTO BILD ist den neuesten M-Spross auf Rennstrecke und Landstraße gefahren.

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Video: BMW M2 (2016)

Erste Fahrt im neuen M-Spross

Selbstbewusst steht der M2 in der Boxengasse des Laguna Seca Raceway. Der Breitbau-Look ist das Ergebnis einer Teilespende. Denn unter den gewölbten Radhäusern des M2 verstecken sich die Achsen des M3/M4. Und auch die Bremsanlage übernimmt die M-Version des 2ers von seinem großen Bruder. Leistungstechnisch ist der M2 mit seinen 370 PS genau zwischen M235i (326 PS) und M4 (431 PS) platziert. Beim Drehmoment schlägt er dank Turboaufladung den V8-M3 der Generation E90 (420 PS; 400 Nm) und stellt zwischen 1400 und 5560 U/min 465 Newtonmeter (kurzzeitiger Boost: 500 Nm) bereit.

Drehmoment ist Trumpf

Den Übergang zum 500 Nm-Boost spürt man nicht. Der Drehmoment-Tafelberg ist auch mit 465 Nm schon eine Wucht.

Doch genug der trockenen Zahlen! Ein kurzer Druck auf den Startknopf und der Reihensechser erwacht röhrend zum Leben. Raus aus der Boxengasse und Vollgas – was für ein Punch! Mit seinem bärigen Drehmoment schiebt der kompakte M2 erbarmungslos an. Egal, welche Drehzahl anliegt, der Motor spricht unmittelbar an, dreht sahnig hoch und feuert bis knapp vor der 7000er-Grenze aus allen Rohren. Das gilt auch für den Sound. Innen versichert einem die heisere Note sofort, dass wir es mit einem Reihensechser aus München zu tun haben. Außen klingt der M2 bassiger und rotzt im Sport+-Modus ungeniert die Abgase aus der Vierfach-Auspuffanlage. Schon nach wenigen Kurven fasst man Vertrauen zum M2, der sich willig um jeden Radius dirigieren lässt und der eingeschlagenen Linie zuverlässig folgt. Leichtfüßig ist das M2-Handling, obwohl das Leergewicht mit 1570 Kilo nicht wirklich niedrig ist. Nur zur Erinnerung – der größere M4 bringt nur 20 kg mehr (1590 kg) auf die Waage.
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Leichtfüßiges Handling

Die 370 PS passen perfekt zum M2 und hinterlassen einen harmonischen Eindruck.

Dennoch: Der M2 ist außerordentlich agil um die Hochachse, auch ein Verdienst des im Vergleich zum M4 geringeren Radstands (2,69 m zu 2,81 m). Das elektronisch gesteuerte Differential sperrt bei Bedarf bis zu hundert Prozent und sorgt am Kurvenausgang für mechanischen Grip. Für einen kühlen Kopf sorgt das ESP, das im Sport+-Modus später anspricht und leichte Heckschwenks gestattet, ohne den Fahrer ganz alleine zu lassen, denn im Notfall greift es sanft unter die Arme. Alles in allem: Im Grenzbereich fühlt der Power-Bayer sich absolut berechenbar an. So verliert sogar die atemberaubende Corkscrew-Kurve ihren Schrecken – den M2 kann das Irrsinns-Gefälle jedenfalls nicht aus der Ruhe bringen. Das Doppelkupplungsgetriebe brilliert mit zackigen Schaltvorgängen. Tadellos, auch wenn man mit den Schaltpaddeln selber durch die sieben Gänge triggert.
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Handschaltung für Landstraßen-Genießer

Im Sport+-Modus öffnet die Abgasanlage die Klappen. Sound-Prädikat: besonders reichhaltig!

So fix der M2 auf der Rennstrecke auch unterwegs ist, gerade die Tatsache, dass BMW ihn serienmäßig mit einer Handschaltung ausrüstet, macht ihn zum oldschooligen Landstraßen-Schreck. Das manuelle Getriebe erhöht zwar das Drehzahlniveau sowie die 0-auf-100-Zeit (manuell: 4,5 s; DKG: 4,3 s), ist für Genuss-Fahrer aber eindeutig die erste Wahl. Beim Herunterschalten gibt der handgerissene M2 automatisch Zwischengasstöße, die zum einen den Kraftschluss geschmeidiger machen, zum anderen für die perfekte akustische Untermalung auf den schmalen Bergstraßen östlich von Monterey sorgen. Schlichtweg überragend ist die Schaltbarkeit der sechsgängigen Box, die Fahrer und Maschine in Kombination mit der präzisen Lenkung schnell zu einer Einheit verschmelzen lässt. Eine solch ursprüngliche Form der Connectivity bieten nicht mehr viele Autos – der M2 tut es und erinnert an legendäre M-Modelle wie das 1er M Coupé und den E30 M3.
Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

Der M2 ist ein M in reinster Form – vor allem als Handschalter. Speziell der kraftvolle Turbo-Motor und die bestechende Fahrbarkeit graben sich tief ins automobile Gedächtnis. Das Bruderduell zwischen M2 und M4 wird spannend – jede Wette, das wird verdammt eng für den M4!

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