BMW 2er M235i: Fahrbericht

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BMW M235i: Fahrbericht

— 19.01.2014

So fährt der neue BMW 2er

Eine Fahrmaschine erster Güte, die klasse aussieht und Erinnerungen weckt: AUTO BILD ist den neuen BMW 2er als M235i mit 326 PS gefahren.

Sie bauen geräuschlose Elektroflitzer, bremsen ihre M GmbH bei M7 oder M1 beständig ein, leisten sich demnächst einen kompakten Van und stellen die ersten Baureihen auf Frontantrieb um – irgendwie gibt es inzwischen offenbar ziemlich viele Spaßbremsen unter den BMW-Entscheidungsträgern. Doch jetzt schlagen die selbst ernannten Gralshüter der Fahrfreude zurück: Wenn im Frühjahr der neue 2er das 1er Coupé ersetzt, dann hat BMW wieder eine Fahrmaschine erster Güte, ein handliches Stufenheck mit Hinterradantrieb, das klasse aussieht und noch besser fährt und nicht umsonst Erinnerungen an den legendären 02er weckt.

Angespannter Muskel

Eleganter und athletischer gezeichnet als das alte 1er Coupé, steht der 2er satt auf der Straße.

Dabei schindet das Auto schon im Stand mächtig Eindruck: Eleganter und athletischer gezeichnet als das alte 1er Coupé, steht der 2er richtig satt auf der Straße. Der Radstand länger, die Spur breiter und das Blech noch enger um den Körper geschlungen, wirkt er wie ein einziger, stark angespannter Muskel, der nur darauf wartet seine explosive Kraft zu entladen. Er ist aber nicht nur das schönere, sondern auch das praktischere Auto. Bei nun 4,43 Metern geht er um sieben Zentimeter in die Länge und legt in der Breite und im Radstand um jeweils drei Zentimeter zu. Das reicht für mehr Kopf- und Schulterfreiheit auf allen Plätzen und ein bisschen mehr Kofferraum, der um 20 auf 390 Liter wächst.

Rücksitz als Strafbank

Aber es ändert nichts daran, dass man in diesem Auto nun wirklich nicht hinten sitzen möchte. Während einem in der ersten Reihe zum 3er oder 5er nichts fehlt, taugt der Rücksitz allenfalls als Strafbank. Erst recht, wenn der Fahrer mit dem 2er seinen Spaß haben will. Und das will er garantiert.

BMW 2er Coupé: Preise

BMW 2er Coupé BMW 2er Coupé BMW 2er Coupé
Denn man muss schon ziemlich immun sein, wenn einen am Steuer dieses Autos nicht die Leidenschaft packt, man nicht in den Sportmodus wechselt und einfach nur behände aufs Gas tritt: Ein strammes Fahrwerk und ein extrem tiefer Schwerpunkt, die messerscharfe Lenkung vorn und der Antrieb hinten, dazu eine Achtgang-Automatik mit kurzen Schaltzeiten und eine Stabilitätsregelung, die nicht gleich dazwischengrätscht – so wird der 2er zu einer Asphaltfräse erster Güte und taugt als perfekter Pulsbeschleuniger.

Nur nicht auf Tankuhr oder Beifahrer schauen

Erst recht, wenn man sich beim Ritt auf Messers Schneide für den M235i entscheidet. Er ist das sportliche Topmodell der Baureihe und fährt mit einem drei Liter großen Reihensechszylinder, aus dem die M GmbH 326 PS und 450 Nm gekitzelt hat. Mit heißerem Sound und unbarmherzigen Antritt schreit er förmlich danach, dass ihm die Sporen gegeben werden. Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen dreht man die Gänge ganz aus, wirft sich mit noch mehr Verve in die Kurven, bremst später und beschleunigt früher. Man übt mit der Launch Control so lange den perfekten Kavalierstart, bis man den Sprint von 0 auf 100 tatsächlich in 4,8 Sekunden schafft. Solange man nicht auf die Tankuhr (Normverbrauch 7,5 Liter, Praxiswerte nicht unter zehn Liter) oder ins Gesicht seines Beifahrers (anfangs blau, später grün) schaut, gibt es nichts, was einem diesen Spaß verderben wird.

Bald grünes Licht für M2 mit 370 PS?

Handlich, unprätentiös und fast schon puristisch – zwar ist der M235i wahrscheinlich sogar der bessere M3 und bis auf das zumindest im Autoquartett wenig überzeugende Spitzentempo von 250 km/h nahe an der perfekten Rennsemmel. Doch M-Chef Friedrich Nitschke reicht das offenbar noch nicht. Er liebäugelt bereits mit einem M2 mit etwa 370 PS und hofft, dass er dafür in den nächsten Monaten grünes Licht bekommt.

BMW M235i Coupé: Vorstellung

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Aber es muss ja nicht immer M sein: Natürlich gibt es den 2er auch mit anderen Motoren und die Entwickler schwören Stein und Bein, dass er damit (fast) genau soviel Spaß macht. Zur Wahl stehen anfangs gleich drei Diesel vom 218d mit 143 PS über den 220d mit 184 PS bis zum 225d mit 218 PS und erst mal nur ein weiterer Benziner, der als 220i gleich schon mal auf 184 PS kommt und damit ebenfalls ein bisschen Herzrasen provozieren dürfte.

Aerodynamik-Kunstgriffe und Hightech-Extras

Im Cockpit gibt es die meisten Hightech-Extras, die man vom 1er, 3er und 4er kennt – unter anderem den Navi-Flatscreen über der Mittelkonsole.

Obwohl größer als bisher, wiegt der 2er nicht mehr als früher und ist im Windkanal auch noch schnittiger geworden: Mit einer glatt geschliffenen Karosse und aerodynamischen Kunstgriffen wie den Air-Curtains vor den Rädern sinkt der cW-Wert auf 0,29. Zusammen mit optimierten Motoren, einer für alle Getriebevarianten serienmäßigen Start-Stopp-Funktion und Spritsparextras wie dem Eco-Pro-Modus, der Segelfunktion für die Achtstufen-Automatik oder dem Vorausschau-Assistenten der Navigation sinkt der Verbrauch so im besten Fall auf 4,2 Liter. Dazu gibt es die allermeisten Hightech-Extras, die man 1er, 3er und 4er kennt – vom Navi-Flatscreen über der Mittelkonsole über den Touchpad-Controller auf dem Mitteltunnel bis hin zum Heer von Assistenz- und Infotainment-Systemen samt Online-Zielsuche und Twitter-App.

Preislich mit gutem Stand

Während der M235i erst bei 43.750 Euro beginnt und die Preisliste mit ihren vielen Extras reichlich Luft nach oben lässt, haben die Bayern ansonsten überraschend viel Bodenhaftung bei der Kalkulation bewiesen: Zwar trennen den 2er bei einem Grundpreis von 29.960 Euro für den 220i etwa 3000 Euro vom fünftürigen 1er. Doch gegenüber der Konkurrenz steht das Stufenheck nicht schlecht da: Ein ähnlich motorisierter A3 1.8 TFSI mit 180 PS kostet als Limousine 27.700 Euro und für den deutlich schwächeren CLA 200 mit nur 156 PS verlangt Mercedes schon mindestens 31.862 Euro.   

Offiziell beginnt die Auslieferung zwar erst am 1. März 2014. Doch wer so lange nicht warten will, für den hat BMW ein kleines Goodie: Zum ersten Mal gibt es das Auto als M 235i Racing auch für die Rundstrecke. Der kostet zwar knapp 71.000 Euro und hat nicht einmal elektrische Fensterheber, geschweige denn eine Straßenzulassung. Aber erstens leistet der Sechszylinder dann sogar 333 PS – und zweitens wird dieses Auto ab sofort ausgeliefert.

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Kaufberatung Sportcoupés bis 60.000 Euro

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