BMW M3 GTR von Patrick Leuenberger — AUTO BILD TUNING 1/2007 — 23.03.2007
Gelb regiert die Welt
Die visuelle Definition von Respekt: Hier traut sich so schnell keiner vorbei. Bei dieser Heckansicht ...
Mit den 343 PS, über die der E46er M3 schon ab Werk verfügt, ist das Fahrzeug wahrlich "die Macht". Vorzugsweise treibt es sein Spiel auf den Überholspuren deutscher Autobahnen im Phoenixgelb-metallic lackierten Blechkleid. Dieser Ton ist typisch für den tonangebenden Porsche-Schreck. Patrick Leuenbergers Exemplar kann noch mehr – technisch, optisch und akustisch!
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Das GTR-Breitbau-Kit stammt von Tuner Flossmann
Von der Bildfläche verschwunden ist zudem die GPS-Antenne, die nun im Verborgenen weiterarbeitet. Dank einer extremen Scheibentönung lässt sich das beinahe auch vom Fahrer des Wagens behaupten. Dazu passend gab’s entsprechend dunkle Rückleuchten. Die neuen Karosseriedimensionen machten es möglich, wesentlich größere Räder zu montieren. Patrick Leuenberger wählte hierfür Work-Alus vom Typ Rezax II in den Maßen 9,5x19 und 12x19, die er mit Dunlop-Reifen vom Format 245/40 beziehungsweise 305/25 beziehen ließ. In Verbindung mit dem Serienfahrwerk sah das natürlich "bescheiden" aus. Also kam ein Bilstein-Gewindefahrwerk mit der Bezeichnung B16-PSS10 zum Einsatz, dessen Dämpfer in Zug-und Druckstufe verstellbar sind. Die Vorderachse verlor damit 60 Millimeter Bodenfreiheit; hinten sind es zehn Millimeter weniger.Eigenwillige Sparmaßnahmen bei BMW führten dazu, dass Motorräume nicht mehr vollständig in Wagenfarbe auslackiert werden. Mit einem derartigen Schandfleck wollte der M-Pilot unter keinen Umständen leben, worüber sich nicht nur der Lackierer, sondern auch die Werkstatt freute, die den Auftrag bekam, das Triebwerk aus- und später wieder einzubauen. Bei dieser Gelegenheit erstarkte es zudem um 15 PS, die sich auf elektronischem Wege herauskitzeln ließen. Doch es dringt keineswegs nur aus dem Maschinenraum des gold-goldgelben Dreiers satter Sound, denn im Kofferraum steckt ebenfalls einiges an Leistung! Für das Reisegepäck ist natürlich kein Platz mehr an dem eigentlich dafür vorgesehenen Ort, wenn HiFi-Komponenten trendgerecht in Szene gesetzt werden und ihre optische Wirkung nicht verfehlen sollen.
Kein Polyester – hier ist Epoxydharz im Einsatz
Im vorliegenden Fall handelt es sich bei den "musikalischen" Extras um zwei RS-Audio-Subwoofer vom Typ "RS C12 SVC", die in geschlossenen Gehäusen sitzen, zwei 1-Farad- Power-Caps und drei Xetec- Endstufen – eine "P4 Evo plus" fürs Frontsystem und zwei "P2 Evo", die den Woofern einheizen. Besagte Frontlautsprecher – ein RS-Audio-Tech-165-Zweiwegesystem, das links und rechts durch je einen "RS Audio Pro 165" genannten Mini-Bass unterstützt wird – sind in den Türverkleidungen untergebracht. Kernstück der Anlage ist die Alpine-Multimedia-Station "IVA D310R".Schön, dass die Autoindustrie heute einige Fahrzeuge ab Werk mit Power im Überfluss ausstattet. Eine nachträgliche Leistungssteigerung scheint überflüssig. Genau das aber bezeichnet der Duden als Tuning. Die Redaktion des "Standardwerks zu allen Fragen der Rechtschreibung" sollte sich einmal mit Patricks Wagen auseinandersetzen. Und anschließend ihre Haltung zu diesem Thema überdenken.


