BMW M4 Competition im Test

BMW M4 Competition: Test

— 08.08.2016

450 PS laden zum Driften ein

Leistung, 20-Zöller, Fahrwerk, Sperre: Das neue Competition-Paket ändert einiges am M4 – und das meiste davon zum Guten. Das Coupé im Test.

Ob sie sich in München nun vielleicht doch ein wenig grämen? Die Herren von der M GmbH, die das C 63 S Coupé anfangs noch so übermächtig eingeschätzt hatten? Wir an deren Stelle würden es wahrscheinlich schon. Denn ganz ehrlich: Obigen Coupé-Vergleich hätte M-PY 5544 mal so was von sicher nach Hause gefahren … Und das liegt nicht nur an seiner 150 Kilo schlankeren Statur und der extrem ausgewogenen Balance zwischen Antrieb und Handling, die der M4 ja stets aufs Neue zelebriert. Sondern vor allem daran, dass das neue Competition-Paket mal wieder nahtlos in diese Anlagen einzahlt, ohne sie dabei zu überreizen.

Der Biturbo-Reihensechser wirkt wie ein starker Sportsauger

Neu abgestimmt: Der auf 450 PS erstarkte Motor kommt langsamer, dann aber umso gewaltiger.

7300 Euro kostet das Upgrade. Nicht wenig, doch der Gegenwert stimmt. Leistungsspritze auf 450 PS, neu abgestimmtes Adaptivfahrwerk, modifizierte Sperre, geschmiedete 20-Zöller im GTS-Design, Sportabgasanlage in Schwarzchrom sowie sensationelle Sportsitze, die den Fahrer nun deutlich tiefer und straffer ins Cockpit rasten lassen. Längsdynamik Eigentlich sollte man meinen, dass 19 elektronisch generierte PS nicht die Welt bewegen. Im Falle des M4 ändern sie aber doch weit mehr als gedacht – vor allem leistungscharakteristisch. Denn im Gegensatz zu seinen zivileren Geschwistern, die quasi schon ab Standgas unter Strom stehen, legt das Competition-Modell im Drehzahlkeller erst einmal ein wenig verhaltener los. Erst ab 2500 Touren schnellt der Reihensechser auf sein 550-Newtonmeter-Plateau, das er im Gegenzug aber auch nachhaltiger in die Hochlage streckt. Sprich, der Biturbo fühlt sich noch drehzahlstärker an als bisher, erinnert ab 5000 Umdrehungen nun endgültig an einen kraftstrotzenden Sportsauger. Ein Eindruck, den die Messwerte bestätigen.
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Mit dem Competition-Paket gewinnt der Grenzbereich an Kontur

Quertreiber: Eine gewisse Vorliebe für gepflegtes Übersteuern sollte man beim M4 schon mitbringen.

Mit 4,0 Sekunden auf hundert und 12,9 auf zweihundert spurtet das Competition-Modell eine respektive vier Zehntel schneller als die Basis – und liegt damit sogar in Schlagdistanz zum AMG, der 12,7 Sekunden auf zweihundert veranschlagt. Neues auch von der (Keramik-) Bremse: Dank zehn Millimeter breiterer Reifen keilt sich der M4 nun noch einen Meter früher zum Stillstand. Querdynamik Eine gewisse Vorliebe für gepflegtes Übersteuern sollte man schon mitbringen; schließlich fährt sich der M4 am liebsten aus der Hüfte. Daran ändert auch das Competition-Paket recht wenig. Vielmehr schrauben Reifen, Fahrwerk und Sperre die bekannte Dynamik einfach auf ein noch etwas höheres Niveau. Der Grenzbereich gewinnt zudem an Kontur, kündigt sich klarer und verbindlicher an, sodass sich die hauchfeinen Slides noch feiner ziehen lassen, ohne gleich in kapitale Schräglage zu entgleisen. Top: die handfeste Lenkung mit drei sauber austarierten Härtegraden. Ebenfalls top: die Rundenzeit (1:36,89 Minuten), die fast eine halbe Sekunde unter der des AMG liegt.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Von einem M4 sollte man nicht allzu viel Reisetalent erwarten

Hart: Zwar beeinträchtigen die 20-Zöller nicht weiter den Komfort, kurze Stöße schlagen aber voll durch.

 Emotion: Klangfarblich steckt der M4 bislang ja ein wenig in der Identätskrise. Da gibt es zum einen die Serienabgasanlage, die einen ziemlichen Mischmasch an Tönen fabriziert, zum anderen ist da das Performance-Geflecht, das derart schamlos drauflosgrölt, als wolle es einen kompletten Manchester-Fanblock ganz allein überstimmen. In Form der Competition-Anlage kommt nun jedoch ein recht eleganter Mittelweg. Etwas rauchiger und sonorer als die Serie, dabei längst nicht so obszön wie das Blech-Gewitter. Alltag Überraschung: Die flach geflankten 20-Zöller schlagen nicht weiter auf den Komfort. Doch auch das ändert im Prinzip nichts daran, dass ein M4 im Alltag ein eher straffes, auf kurzen Stößen sogar recht schroffes Vergnügen ist. Preis und Leistung Für 7300 Euro gäbe es auch einen Dacia Sandero 1.2 16V. Doch wer braucht schon einen Dacia, wenn er dieses Competition-Paket haben kann?
Fahrzeugdaten BMW M4 Competition
Motorbauart R6, Biturbo
Einbaulage vorn längs
Hubraum 2979 cm³
kW (PS) bei 1/min 331 (450)/7000
Literleistung 151 PS/l
Nm bei 1/min 550/2350-5500
Antrieb Hinterrad
Getriebe 7-G.-Doppelkuppl.
Bremsen vorn 400 mm/innenbelüftet/gelocht
Bremsen hinten 380 mm/innenbelüftet/gelocht
Reifengröße vorn 265/30 R 20
Reifengröße hinten 285/30 R 20
Maße L/B/H 4671/1870/1383 mm
Messwerte
0-100 km/h 4,0 s
0-200 km/h 12,9 s
60-100 km/h 4./5. G. 3,6/5,5 s
80-120 km/h 5./6./7. G. 4,5/6,2/10,4 s
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 34,0 m
aus 100 km/h warm 32,6 m
Vmax 280 km/h
Testverbrauch 12,0 l/100 km (Super Plus)
Leergewicht/Zuladung 1632/408 kg
Leistungsgewicht 3,6 kg/PS
Testwagenpreis 94.250 Euro

Autor:

Manuel Iglisch

Fazit

Derzeit dürfte es wohl kaum einen anderen Hersteller geben, der seine Sportpakete so penibel austariert wie BMW. Der Competition-M4 gewinnt nicht nur an Dynamik und Präzision, er bleibt seinem leger-präzisen Handling dabei auch ebenso treu wie seiner Alltags-Attitüde. Volle Punktzahl, mindestens!

Stichworte:

Coupé

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