BMW M5/Cadillac CTS-V/Jaguar XFR/Mercedes E 63 AMG: Vergleich
— 08.04.2012
V8-Kracher fordern neuen BMW M5 heraus
2011 beendete BMW die Geschichte des Zehnzylinder-M5. Ein neuer 560 PS starker Biturbo-V8 soll nun die Vormachtstellung zurückerobern. Ein Vergleich.
Es gab Tage im letztjährigen Autokalender, die man gerade noch so erwarten konnte. Die Markteinführung eines
Ssang-Yong Korando zum Beispiel oder das Ende des
Porsche 997, das sich erst im Nachhinein als Feiertag entpuppte. Doch dann waren da auch Tage, die am besten schon gestern gekommen wären. Tage wie der Modellwechsel beim
BMW M5. Nicht, dass der bisherige – oder wie man als BMW-Insider sagt, der E 60 – ein reizloses Auto gewesen wäre, ganz im Gegenteil. Zu begeistern wusste er allerdings so richtig nur im Volllastbetrieb. PS zum Zuschalten, Leistungsgipfel jenseits der achttausend, zehn Zylinder, Praxisverbräuche in der Gegend von 20 Litern und dazu ein Getriebe, das sich im D-Modus wie Kautschuk durch die Gänge zog und nur bei abgeschaltetem ESP die Formel-1-Assoziationen weckte, die ihm
BMW zeitlebens andichtete. Anders formuliert: Power konnte der alte
M5, Limousine nicht. Ohne zu viel zu verraten: Jetzt – endlich – beherrscht er beides.
Farblich abgestimmt: Cadillac und Jaguar stellen sich in sportlichem Rot. In der Wertung fährt der Ami dem Briten jedoch davon.
Jaguar XFR (0-100 km/h in 4,5 sek.; Vmax 250 km/h; schnellste Runde am Sachsenring: 1:43,75 min.) Ein
Jaguar XFR fällt trotz 510 PS – so grotesk sich das auch lesen mag – gegen den neuen
M5 ganz schön ab. Doch den XFR muss man ohnehin etwas differenziert betrachten. Sicherlich gehört auch er zum Reigen derer, die sich mit einem
M5 messen dürfen. Bloß während man bei seinen Kontrahenten Fahrwerke intellektualisiert, unverblümt mit Motorsportgimmicks wie Keramikbremsen, Magnetdämpfern oder Launch-Kontrollen hantiert und sich gegenseitig Nordschleifenzeiten um die Ohren haut, genügt es dem Jag, eine der schnellsten Limousinen zu sein. Den Titel der allerschnellsten, um den er hier fighten soll, hat er eigentlich nie gewollt. Ablesbar schon daran, dass er auch nach der Modellpflege technisch eher simpel bleibt, sich als sportliche Fassung des
XF und nicht als XF-Fassung eines Sportlers versteht. Oder anders gesagt: Einen
M5 muss man erst mal kapieren, er jedoch möchte lediglich, dass man ihn versteht.
Klare Sache: Den Sieg machen BMW und Mercedes unter sich aus. Von wegen!
Mercedes E 63 AMG (0-100 km/h in 4,1 sek.; Vmax 250 km/h; schnellste Runde: 1:41,00 min.) Beim
E 63 wollen Sprintrekorde manuell herausgekitzelt werden. Im Gegensatz zur Launch-Control des BMW, die schlicht zu lange versucht, den brachialen Punch im ersten Gang geregelt zu bekommen, übertreibt es Mercedes bereits bei der Anfahrdrehzahl. Auf 4000 Touren regelt die Elektronik ein, unsere 4,1 auf hundert beginnen schlussendlich jedoch bei 1800. Überhaupt wirkt der
E 63 AMG an der ein oder anderen Stelle ziemlich hochdosiert. Im Nassen etwa, wenn ihm beim moderaten Durchziehen vor lauter Kraft der Hintern wegseift; beim Sound, den die Abgasanlage schon bei Standgas bassig dahinbrodeln lässt und auf der Drehzahl zu einem ausgewachsenen V8-Gewitter zusammenbraut.
Cadillac CTS-V (0-100 km/h in 4,3 sek.; Vmax 282 km/h; schnellste Runde: 1:40,86 min.) Ähnlich wie bei
BMW, wo man Integralhinterachse, Einstellfahrwerk und Aktivdiff gleich mitliefert, lässt sich auch der Cadillac mit Geld nicht mehr schneller machen. Selbst die optionale Automatik implantiert man aufpreisfrei – was allerdings auch daran liegen mag, dass sie mit ihren trägen Reaktionen auf manuelle Eingriffe und dem permanenten Wandlerschlupfen beim Gangwechsel nicht halb so gut zum trockenen
Caddy passt wie das serienmäßige Schaltgetriebe. Hinzu kommt, dass sie mal eben 26 km/h Topspeed kostet. Knackpunkt ist hier die Ausgangswelle der sechsten Fahrstufe, die das, was sich der Smallblock ganz locker aus seinen acht Töpfen schütteln würde, schlicht nicht aushält. So muss der CTS-V in der Gegend von 240 km/h auf die stabilere Stufe fünf zurücksteigen, wo ihn das Ende des Drehzahlspektrums schließlich auf 282 km/h limitiert.
Welche der sportlichen V8-Limousinen das Rennen macht, erfahren Sie oben in der Bildergalerie.
Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS
BMW M5 ( Typ F10), Cadillac CTS-V Automatik, Jaguar XFR, Mercedes-Benz E63 AMG PP (Biturbo):
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Veröffentlicht:
09.03.2012
Autor:
Stefan Helmreich
Fazit
Vorn könnte die Sache klarer kaum ausgehen. Der neue M5 brilliert in beiden Dynamikdisziplinen derart überlegen, dass ihn auch der Caddy mit seinem Spottpreis nicht überrumpeln kann. Dennoch sorgt der CTS-V am Ende für eine kleine Sensation, indem er den E 63 AMG nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch im Gesamtklassement hinter sich lässt. Seine couchige Automatik kostet zwar Flair, ändert aber nichts an der humorlos-trockenen Kurvenperformance. Der Mercedes wirkt hier nicht ganz so definiert, sprintet dafür als Einziger an das BMW-Niveau heran und klingt gigantisch. Dass er sich am Ende dennoch nur knapp vor einem reinen Längsdynamiker wie dem relaxten Jaguar halten kann, liegt vor allem an der happigen Preisgestaltung.
Kommentare zum Artikel (218)
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Der CTV wird dem MB so oder so nicht "das Fell über die Ohren" ziehen können. Denn zu so einem Auto gehört noch ein bisschen mehr als nur die reinen Fahrwerte.
Jeder weiß, dass die Automatik beim CTS-V vollkommener Schrott ist und trotzdem wird IMMER der Drecks Automat für die Vergleichstests hergenommen. WARUM???? Haben die bei der Redaktion Angst, das der billige Caddy den vollkommen überteuerten MB derart das Fell über die Ohren zieht, dass es nur noch mehr peinlich ist?
WANN kommt endlich ein richtiger Sportwagenvergleich bei dem der Caddy MIT Schaltgetriebe endlich mal zeigen darf, was er wirklich drauft hat?? Ich bitte euch sehnlichst darum!!!!
Dann lasst halt den Benz zu Hause und nehmt nur den M5 mit.
Grüße
Allrad ist vor allem für diejenigen wichtig, die mit so viel Leistung gar nicht umgehen können. Aus lauter Angst vor durchdrehenden Rädern brennt die Allradfraktion darauf, selbst 200 PS-Autos mit Allrad auszustatten und zu betonen, dass man das braucht bei so viel Leistung. 500 PS übersteigt dann völlig den Horizont. Leider reine Neiddebatte.
mein gott ihr mit eurem : 500ps sinnlos gelaber und von wegen bei nässe und schnee sinnlos bla bla
Fakt ist das 90% noch nie ein auto dieser leistungsklasse gefahren sind und nur scheisse kommentiern
500 ps macht mega spass egal wo egal wann und wer sich das leisten kann schaut nicht auf den Verbrauch.
wer so sachen schreibt wie , der verbaucht zu viel oder den kann ich eh nicht voll ausnutzen bla bla , alles mumus in meinen augen.
@effeff
Sie meinten wohl Panamera S und 4S, aber schon richtig. ;-)