BMW M6 Gran Coupé: Fahrbericht

— 19.04.2013

Der Autobahn-Kurier

Als M6 wird das Gran Coupé zum Langstreckenläufer für eilige Genießer. Der edle Viertürer bietet mit 560 PS und 305 km/h Top-Speed einen gelungenen Mix aus Luxus und Sportlichkeit.



Audi hat den S8, Mercedes den S 63 und selbst Jaguar baut den XJ mittlerweile in einer besonders sportlichen R-Version. Doch ausgerechnet BMW, selbst ernannter Erfinder der Freude am Fahren, hat um einen besonders potenten Siebener immer einen Bogen gemacht. Doch jetzt füllt die werkseigene M GmbH den Platz des M7 quasi durch die Hintertür und bringt im Mai den M6 als Gran Coupé an den Start. Elegant, luxuriös und vor allem geräumig wie kein anderes M-Modell diesseits der X-Baureihen wird er so zum Langstreckenläufer für eilige Genießer. Das setzt allerdings nicht nur schöne Landschaften und freie Strecken voraus, sondern auch einen gewissen Wohlstand: Schließlich klettert mit den zwei Türen auch der Preis und beginnt jetzt bei 128.800 Euro. Von außen gibt sich auch das Gran Coupé auf Anhieb als M-Modell zu erkennen: Riesige Nüstern in der Frontschürze zeugen vom Luftbedarf des V8-Biturbos, über den sich jetzt eine stärker gewölbte Haube spannt. Die Flanken tragen die üblichen Kiemen und einen stärker betonten Schweller. Und wer den M6 von hinten sieht, der blickt in vier Endrohre und einen dunklen Diffusor. Außerdem erkennt man aus dieser Perspektive am besten das in der Mitte etwas eingezogene Carbondach, das an die sogenannten Gurney-Bubbles früher Rennwagen erinnern will und dem M6 optisch zugleich mehr Bodenhaftung gibt.

Video: BMW M6 Cabrio – bärenstark und sauschnell

Im Innenraum des M6 Gran Coupé geht es mit einer bislang nicht dagewesenen Opulenz sehr nobel zu.

Innen dagegen riecht es eher nach Lack und Leder als nach Schweiß und Adrenalin: Es gibt neue Instrumente mit einer Tachoskala bis 330 km/h, aus dem Mitteltunnel wächst der eigenwillige M-Schaltstummel für die Sieben-Gang-Doppelkupplung, der wie immer von viel zu vielen Tasten umrahmt wird. Und natürlich fällt der Blick immer wieder auf Zierleisten mit dem Logo der M GmbH. Aber mit einer bislang nicht dagewesenen Opulenz haben die Bayern serienmäßig jenes Leder vernäht, für das man in allen anderen Baureihen zur Individualausstattung und damit tief in die Tasche greifen muss. Und sogar die nur ein bisschen stärker konturierten Sportsitze würden sich wie ein Thronsessel anfühlen – wenn sie nicht nach oben raus etwas kurz geraten wären und man sie fürs ambitionierte Fahren etwas steiler stellen könnte. Doch der heiße Ritt auf Messers Schneide verbietet sich für dieses Auto ohnehin. Selbst wenn das Grand Coupé für seine zwei Tonnen und fünf Meter überraschend behände durch die Kurven fliegt. Denn das neue Flaggschiff der M GmbH liebt nicht nur den großen Auftritt, sondern auch den weiten Auslauf und wird deshalb erst auf einer großen, breiten Straße zum luxuriösen Dauerläufer, den man guten Gewissens auch zu viert genießen kann. Denn sobald man sich erst einmal durch den etwas knappen Türausschnitt  geschwungen hat, sitzt man auch im Fond ganz kommod – solange sich der Fahrer nicht allzu sehr von der Leistung verführen lässt.

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Reizvoll: die Kraft des M6, dazu die feinen Linien des Gran Coupé mit seinen praktischen vier Türen.

Das allerdings ist eine schwere Prüfung. Denn unter der Haube steckt der bekannte V8-Doppelturbo, der aus 4,4 Litern imposante 560 PS holt. Mit einer Drehmomentkurve von den Ausmaßen des Tafelbergs und einem Gipfel bei schier unglaublichen 680 Nm fühlt sich der Luxusdampfer nämlich ungemein leicht an und pulverisiert die Gesetze der Physik mit einem einzigen Gasstoß: Faszinierend, wie mühelos der Sechser voran stürmt und wie schnell die 4,2 Sekunden vergehen, bis er Tempo 100 erreicht. Jeden Kickdown quittiert der V8 mit einem brachialen Schub – selbst wenn man schon 200 Sachen auf der Uhr hat. Kein Wunder: Schluss ist erst bei 305 km/h, und auch in diesen Geschwindigkeitsbereichen wirkt der M6 nicht so, als würde ihm wirklich schon die Luft ausgehen. Eleganter und zugleich sportlicher als der Siebener je sein wird, nicht minder repräsentativ, keine Zumutung für die Hinterbänkler und in der M-Version sogar billiger als die obendrein noch schwächere V12-Variante der Limousine – diese Sechs sind richtig, und die Zusatzzahl kann man getrost vergessen.

Bilder: BMW M6 Gran Coupé im Fahrbericht

BMW M6 Gran Coupé fahrend Frontansicht BMW M6 Gran Coupé fahrend Seitenansicht BMW M6 Gran Coupé fahrend Heckansicht


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