BMW M635 CSi/M6 Coupé :gestern und heute
— 19.11.2012Bissige Bayern
Eine schrecklich schnelle Familie: Das nagelneue BMW M6 Coupé trifft seinen Vorgänger von 2005 und den Urvater M635 CSi von 1984.
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Denn schon der erste 6er aus dem Hause M schlüpft in eine Nische, die eigentlich erst heutzutage so richtig salonfähig wird. Formal mimt er den klassischen GT, antriebstechnisch den zivilisierten Rocker. Im Zentrum steht dabei sein Motor. 3,5 Liter, verteilt auf sechs Zylinder in Reihe, jeder einzelne vierfach ventiliert, doppelt genockt und versorgt über eine eigene Drosselklappe. Einst hatte er sich längs hinter den Vordersitzen einer kompromisslosen Straßenflunder einquartiert, nun durfte er in den – zugegeben recht knapp bemessenen – Nordflügel eines zeitlos eleganten Zweitürers umziehen. Doch völlig spurlos ging die Transplantation der M1-Genetik natürlich nicht über die Bühne. Das bescherte dem Renntriebwerk deutlich mehr Laufkultur, einen geringeren Kraftstoffverbrauch und – als kleinen Seitenhieb in Richtung Genspender – neun zusätzliche PS. Allerdings nur, sofern man die hochverdichtete Variante ohne katalytische Nachbehandlung orderte. War das reinigende Geflecht ins Doppelrohr integriert, musste sich die hochoktanig ausgelegte Maschine auf ein bleifrei-verträgliches Verhältnis von 9,8:1 stutzen lassen. In Zahlen bedeutet das: 260 statt 286 PS und 330 statt der vollen 340 Newtonmeter. Wie gesagt: Der M635 CSi versteht sich nicht als Sportler unter den GTs, sondern als GT unter den Sportlern. Mit seiner großzügig zusammengestellten Serienausstattung wuchtet er 1500 Kilogramm auf die Waage. Dennoch ist er sich für ein 25-prozentiges Sperrdifferenzial, ein Fünfgang-Sportgetriebe (erster Gang links oben!) oder das Sportfahrwerk mit Gasdruck-Stoßdämpfern nie zu vornehm. Warum man ihn, obwohl er eigentlich ein Kind der M GmbH war, dennoch bei BMW produzierte und ihm dadurch den Titel "M6" verwehrte, bleibt daher wohl ewig das Geheimnis interner Akten.
Gestern und heute: Porsche-Legenden unter sich
21 Jahre später hielt sich die Mutter wohlwollend zurück, als die M GmbH das Konzept der sportlichen Vollwertflunder erneut aufgriff und mit einem neu entwickelten Hochdrehzahl-V10 auf die Spitze trieb. Und dieser Motor war tatsächlich der gesamte Stolz seiner Entwickler. Extrem kurzhubig, hoch verdichtet, gegossen in jener Leichtmetallgießerei, die einst auch die Formel-1-Blöcke herstellte, und gewichtsoptimiert: 507 PS bei 7750/min, 520 Nm bei 6100/min. Polarisierend war jedoch weniger die Leistung an sich als vielmehr die radikale Art des gesamten Antriebs. Egal wie, ob langsam oder schnell, ob zart oder hart, das Coupé hat für jeden Geschmack die passende dynamische Ausrichtung.Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS
Weitere Details zu den drei Traumautos bekommen Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel gibt's im Online-Heftarchiv als PDF-Download.
| Technische Daten | M635 CSi | M6 Coupé (E63) | M6 Coupé (F13) |
|---|---|---|---|
| Motor | R6 | V10 | V8, Biturbo |
| Hubraum | 3453 cm³ | 4999 cm³ | 4395 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 210 (286)/6500 | 373 (507)/7750 | 412 (560)/6000-7000 |
| bei 1/min | 340/4500 | 520/6100 | 680/1500-5750 |
| ECE-Normverbrauch auf 100 km | 11,3 l Super Plus | 14,8 l Super Plus | 9,9 l Super Plus |
| 0-100 km/h | 6,4 s | 4,6 s | 4,2 s |
| 0-200 km/h | 25,6 s | 14,0 s | 12,6 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 255 km/h | 250 km/h | 250 km/h |
| Serienfahrzeug ohne Extras | 93.550 DM (1986) | 106.500 Euro (2005) | 123.600 Euro |
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Kommentare zum Artikel (1)
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Schöner Vergleich. Eigentlich hätte man aber noch den 850CSI hinzunehmen können. Ok, es steht kein M und keine 6 drauf aber rein von der Historie würde er gut in den Vergleich passen, mit seinem Zwölfzylinder eine weitere Motorvariante anbieten und die sehr große zeitliche Lücke zw. M635 und M6 I schließen.