Porsche 918 Spyder trifft BMW S 1000 RR

Porsche 918 Spyder trifft BMW S 1000 RR

BMW S 1000 RR/Porsche 918 Spyder: Test

— 17.05.2017

Bock am Ring

Wer sprintet fixer: Auto oder Bike? Am Lausitzring beantworten BMW S 1000 RR und Porsche 918 diese ewige Prestigefrage.

Motorrad gegen Auto – da haben wir Schwergewichtsdompteure auf vier Rädern im Alltag ja eher selten etwas zu bestellen. Ganz im Gegenteil: Wenn die motorisierten Fliegengewichte ihren Hahn aufreißen, bleibt uns in der Regel kaum mehr als ein verschämter Blick auf das Gesäß des kleinen Zweirad-Akrobaten – und der denkbar schwache Trost, dass wir es in unserer multiklimatisierten Komfortzone zumindest deutlich bequemer haben als der Biker, der flach auf seiner Maschine kauert.

Dank Launch-Control ist der Porsche leicht zu beschleunigen

Doch muss der Kampf des Autos gegen ein Motorrad wirklich immer schmachvoll enden? Vor allem, wenn wir nicht einen Rundkurs wählen, sondern uns auf das reine Sprintvermögen bis 300 km/h konzentrieren? Zur Klärung dieser Frage arrangierten wir ein Treffen zweier Gegner, die ihre jeweilige Zunft aufs Allersportlichste repräsentieren: Der 887 PS starke Porsche 918 Spyder tritt gegen die BMW S 1000 RR mit 199 PS an. Geballte Hybrid-Power auf vier mächtigen (Magnesium-)Rädern gegen den perfekten Ein-Kilo-pro-PS-Wert auf zwei Rädern. Nun hält sich die Zahl der Kollegen, die so einen Feuerstuhl mit dem kleinen Finger bändigen, allerdings in sehr überschaubaren Grenzen, weshalb BMW aushalf und zum schnellen Hobel gleich auch noch eine nicht minder schnelle Pilotin stellte. Lucy Glöckner, aktive Superbike-IDM-Fahrerin. Eine Frau, die hinlänglich bekannt ist für ihre Jumpstarts, also mit hochgerissenem Vorderrad.
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Das Motorad will mit kundiger Hand gezähmt werden

Fingerspitzengefühl am Gashahn: Nur wer das Vorderrad am Boden hält, holt das Beste aus der BMW.

Aber selbst die erfahrene Vollblut-Racerin kann so einen 918 Spyder auf den ersten Metern nicht wirklich gefährden. Während sich das Zuffenhauser Parade-Projektil ansatzlos in 2,6 Sekunden auf 100 km/h kickt, muss Lucy das Vorderrad der BMW mit viel Fingerspitzengefühl am Boden halten. Merke: Der perfekte Start ist immer der ohne Wheelie. Danach jedoch brennt das Höllengerät lichterloh, jagt in 6,9 Sekunden auf 200 km/h, in unter zehn auf 240 und fräst auch danach beängstigend mühelos der 300 entgegen. Der Sieg scheint fast schon besiegelt, als die kurz übersetzte Maschine um 280 km/h über ihren Leistungszenit hinausdreht und der Vortrieb schlagartig einknickt. Der Porsche indes röhrt ungerührt weiter, holt Zehntel um Zehntel auf und zieht auf den letzten Metern vorbei. Ein knapper Sieg – aber ein schöner!
Fahrzeugdaten BMW S 1000 RR Porsche 918 Spyder
Motorbauart R4 V8 plus zwei E-Motoren
Einbaulage Mitte quer Mittelmotor plus vo. u. hi. 1 E-Motor
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/4
Hubraum 999 cm³ 4593 cm³
Bohrung x Hub 80,0 x 49,7 mm 95,0 x 81,0 mm
Verdichtung 13,0:1 13,5:1
kW (PS) bei 1/min 146 (199)/13 000 652 (887)/8500
Literleistung 199 PS/l 132 PS/l (Verbrenner)
Nm bei 1/min 113/10 500 917-12801)
Antrieb Hinterrad Allrad
Getriebe Sechsgang-Fußschaltung Siebengang-Doppelkupplung
Bremsen vorn 320 mm/Doppelscheibe gelocht 410 mm/innenbelüftet/gelocht
Bremsen hinten 220 mm/gelocht 390 mm/innenbelüftet/gelocht
Radgröße vorn – hinten 3,5 x 17" – 6,0 x 17" 9,5 x 20" – 12,5 x 21"
Reifengröße vorn – hinten 120/70 R 17 – 190/55 R 17 265/35 R 20 – 325/30 R 21
Reifentyp Bridgestone Battlax S20 F Michelin Pilot Sport Cup 2
Länge/Breite/Höhe 2050/826/815 mm 4643/1940/1167 mm
Radstand 1438 mm 2730 mm
Tankvolumen 17,5 l 70 l
Vmax >300 km/h 345 km/h
Grundpreis 17.400 Euro 768.026 Euro
Messwerte BMW S 1000 RR Porsche 918 Spyder
Beschleunigung
0–50 km/h 1,5 s 1,4 s
0–100 km/h 3,0 s 2,6 s
0–130 km/h 4,0 s 3,6 s
0–160 km/h 5,2 s 4,9 s
0–200 km/h 6,9 s 7,0 s
0–220 km/h 8,1 s 8,5 s
0–240 km/h 9,6 s 10,0 s
0–260 km/h 11,6 s 12,2 s
0–280 km/h 14,7 s 15,3 s
0–300 km/h 21,3 s 20,8 s
Viertelmeile 0–402,34 m 10,13 s 9,99 s
0–1000 m 17,99 s 17,99 s

Autor:

Manuel Iglisch

Fazit

Zugegeben, der Sieg schmeckt ein wenig geschenkt, einfach weil die BMW weit schneller könnte, als ihr das kurze Getriebe zugesteht. Die Leistung des 918 Spyder soll das jedoch in keiner Weise schmälern!

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