BMW X1 in Paris

BMW Concept X1 BMW Concept X1

BMW X1 in Paris

— 02.10.2008

Baby-SUV von BMW

Mit dem Mini-SUV X1 trägt BMW dem Trend zu kleineren, kompakten Crossovern Rechnung. Die könnte aufgehen. Weltpremiere feiert das kleinste X-Concept auf der Paris Motor Show 2008.

Man muss die Kuh melken, solange sie Milch gibt. Diese alte Bauernregel nimmt sich BMW zu Herzen und präsentiert nach X5, X3 und X6 mit dem Concept X1 auf der Paris Motor Show 2008 ein weiteres SUV. Mit einem Geländewagen hat es allerdings so viel zu tun wie eine hochalpine Berghütte mit einer Stadtvilla. Geschickt nutzt BMW die Gunst der Stunde. Dicke Brummer wie X5 und X6 sind auf dem Rückzug. Kompakt ist in, sprich: VW Tiguan, Ford Kuga und Co. Motto: Lieber klein und fein statt groß und gefräßig. Dann gibt die Kuh noch lange Milch. Irgendwie bauernschlau, diese Bayern. Mit 4,46 Meter Länge ist der X1 elf Zentimeter kürzer als der X3. Selbst ein 3er-Touring streckt sich ein paar Zentimeter mehr. Details zum Innenraum gibt es noch nicht. Technisch wird er sich weitgehend am 3er orientieren und mit modernisiertem iDrive ausgerüstet sein. Die Offroad-Talente des X1 beschränken sich auf eine Bergabfahrhilfe.

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Der erste Anblick zeigt: Das coupéhafte, fließende X1-Design wirkt wie ein Konter gegen den kantigen, rustikaleren Mercedes GLK. Stämmig steht er da, der X1. Breite Niere, scharfer Blick mit markanten Doppelrundscheinwerfern und kräftige Falze in der Motorhaube machen den X1 zu einem typischen BMW. Wenn er im Rückspiegel auftaucht, dürfte es schwierig werden, ihn auf den ersten Blick vom X3 zu unterscheiden. Von der Seite will er eigenen Charakter zeigen. Eine geschwungene Sicke zieht sich von der Vordertür bis ins Dach. Die Heckscheibe steht flach wie bei einem Coupé. Dennoch bleibt genug Platz für einen angemessenen Kofferraum, dessen Volumen zumindest größer ausfallen soll als im 3er-Touring (1385 Liter). Ab Herbst 2009 soll der X1 in Leipzig gebaut werden. Das Produktionsmodell entspricht dem Pariser Ausstellungsstück zu mehr als 80 Prozent. Wer sich den X1 Concept mit 17- statt 19-Zoll-Rädern und ohne den typischen Show-Zierrat vorstellt, hat den späteren Serienwagen schon deutlich vor Augen.

In der Nacht ist der X1 schon von weitem als BMW erkennbar

Schöne Grüße vom 5er: Die LED-Leuchten am X1-Heck erzeugen rot glühende Lichtbänke.

Wem der Kombi also zu klein ist, der findet im X1 eventuell eine (teurere) Alternative. Die konkreten Adressaten sind aber offenbar selbst BMW nicht klar. Im Pressetext fabulieren die Marketingtexter um den heißen Brei herum. Von "kultivierter Robustheit" ist da die Rede. Und von "urbaner Sportlichkeit". Warum sagen die Werbetexter nicht einfach, was der X1 ist? Ein hochgelegter 1er mit Allradantrieb nämlich. Bei Subaru heißt so was Forester, bei Nissan Qashqai. Natürlich will sich BMW vom japanischen Wettbewerb abgrenzen und singt das Lied vom Premium-Segment. Sollten es die auffälligen Rückleuchten in die Serie schaffen, werden sie auf jeden Fall ein Hingucker. Gespeist von LEDs, erzeugen rot glühende Lichtbänke eine sehr hohe Signalwirkung – der 5er lässt grüßen. In der Nacht ist der X1 schon von weitem als BMW erkennbar.

Das Motorenprogramm gleicht weitgehend dem des X3. Los geht es mit den beiden Vierzylindern xDrive 20i (150 PS) und xDrive 20d (177 PS). Der Sechszylinder 30i leistet sogar 272 PS. Interessanter dürfte der neue Dreiliter-Diesel sein. Der X1 xDrive 30d übernimmt den neu entwickelten Selbstzünder aus dem gerade vorgestellten 7er. Das Hightech-Aggregat arbeitet mit 1800 Bar Einspritzdruck und bringt es auf 245 PS. Das sind 27 PS mehr als beim X3 xDrive 30d. Trotzdem soll er mindestens zehn Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Der stärkste Bi-Turbo-Diesel mit 286 PS und 580 Ne-tonmetern ist erst einmal nicht vorgesehen. Wozu auch? Schließlich sind Konkurrenten wie der VW Tiguan mit maximal 170 Diesel-PS unterwegs. Dass die beiden X1-Vierzylinder-Motoren mit Start-Stopp-System ausgerüstet sind, versteht sich von selbst. Ob die Sechszylindermodelle neben den anderen Efficient-Dynamics-Maßnahmen auch Start-Stopp bekommen, mochte BMW noch nicht verraten.

Wie auch immer: Der X1 wird mit Sicherheit ein Dynamiker mit direkter Lenkung und knackigem Fahrwerk. Da auch ein ordentlicher Nutzwert versprochen wird, scheint die BMW-Strategie aufzugehen. Das Ganze funktioniert ähnlich wie bei den iPods: Da gibt es nicht nur den großen Classic (X5), den trendigen Nano (X3) und den exklusiven Touch (X6), sondern auch den kleinen und cleveren Shuffle. Diese Rolle übernimmt künftig der X1 in der X-Palette. Wird BMW mit dem Neuen einmal mehr zum Trendsetter? Gut möglich, denn der X1 verspricht jede Menge Prestige, Fahrspaß sowie Alltagstauglichkeit.

Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan

Die Akte X wird immer dicker. BMWs kompakter Crossover kommt zur richtigen Zeit. Denn der X3 wirkt inzwischen etwas angegraut und spürt den Druck der preiswerteren Konkurrenten wie VW Tiguan. Außerdem setzt der X1 einen Kontrapunkt zum X5 und X6. Neben der hohen Sitzposition verspricht er ein ordentliches Platzangebot und Fahrdynamik auf 3er-Niveau. Bei Preisen ab 34.000 Euro dürfte der X1 das schaffen, was sein Name verspricht: nämlich die Nummer eins werden unter den BMW X-Modellen.

Autor: Jörg Maltzan

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