BMW X3/ Nissan Murano/ Land Rover Freelander/ Mazda CX-7

BMW X3 / Nissan Murano/ Land Rover Freelander/ Mazda CX-7 BMW X3 / Nissan Murano/ Land Rover Freelander/ Mazda CX-7

BMW X3/ Nissan Murano/ Land Rover Freelander/ Mazda CX-7

— 21.02.2008

Ein ganz neues Hochgefühl?

Fette Geländewagen waren gestern: zu wuchtig, zu teuer, zu durstig. Der neue Trend heißt Crossover. X3, Murano, Freelander und CX-7 vereinen Kombi mit hoher Sitzposition und sportlichen Fahrleistungen.

Das Hohelied der SUV hat einen neuen Klang. Nicht mehr dicke Brocken wie VW Touareg, Range Rover und Land Cruiser geben den Ton vor, sondern sportliche Crossover mit Allradtechnik, starken Motoren und trendigen Karosserien machen die Musik. Bühne frei für vier Solisten aus der Designerecke. Jeder steht für eine eigene Interpretation der noch jungen Stilrichtung. Alle versuchen aber, das gleiche Publikum zu begeistern: modebewusste Menschen, die bei Kreditkarten-Anträgen eine sechsstellige Zahl in das Pflichtfeld fürs Bruttojahreseinkommen schreiben. Hochgefühle erzeugen die erhabenen Gefährte vor allem bei Frauen. Wegen der Sicherheit und des guten Überblicks, den sie bieten.

Sportlicher Auftritt, günstiger Preis: Der CX-7 kommt mit Paukenschlag

Besonders angesagt in der PS-starken Liga ist der BMW X3. Mangels deutscher Premium-Konkurrenz spielt er (noch) die erste Geige in seiner Klasse. Eher ins rustikale Jagdhorn stößt der Land Rover Freelander. Verschwunden ist die weichliche Verspieltheit der ersten Modellgeneration. Der Freelander 2 will sich klarer ausdrücken – und kantiger wirken. Den Kontrast dazu bilden die beiden Japaner. Speziell der Nissan Murano wirkt im Gegensatz zum erdigen Charakter des Engländers glitzernd wie eine Sony Playstation. "Fast Fashion" heißt so was in der Modebranche: heute cool, morgen out.

Japaner im Trainingsanzug: Mazdas CX-7 stürmt mit Turbo- Vierzylinder und günstigem Preis auf den Platz.

Für den 2004 eingeführten Murano hat der Ausverkauf schon begonnen. Ganze 570 Stück wurden 2007 zugelassen. So gesehen ist er deutlich exklusiver als der BMW X3, der es auf 22.197 Neuzulassungen brachte. Mazda verkaufte seinen Neuling in einem halben Jahr immerhin 1156-mal. Dafür, dass dem CX-7 das Schicksal des Übersehenwerdens erspart bleibt, spricht sein Preis. Mit 31.800 Euro ist er von vornherein als Sonderangebot ausgezeichnet – und kostet fast 15.000 Euro (!) weniger als der Murano. Außerdem sorgt seine sportliche Erscheinung für einen Extra-Paukenschlag. Ein Boulevard-Gleiter ist der CX-7 jedenfalls nicht, sondern ein richtiges, ernst zu nehmendes Sport-SUV. Anders als seine Konkurrenten holt er seine Kraft nicht aus einem Sechszylinder: Unter seiner Haube brummt ein aufgeladener Vierzylinder, wie er auch den scharfen MPS-Versionen von Mazda3 und 6 Dampf macht. Der kraftvolle 260-PS-Motor passt gut zum Charakter des CX-7, der mehr wie ein hochgelegter Kombi und nicht wie ein vierschrötiger Offroader daherkommt.

Mit Druck nach vorn

Dank Ausgleichswellen arbeitet der 2,3-Liter laufruhig. Nur im oberen Drehzahlbereich wird er rau und laut. Sobald die Turbine genügend Druck aufgebaut hat, schießt der Mazda vehement nach vorn. Sein Durchzug ist so entschlossen, dass er mit dem schnellen BMW mithalten kann. Selbst in der Spitze liegen X3 und CX-7 gleichauf – und zehn km/h über Land Rover und Nissan Murano. Beim Anfahren dauert es jedoch immer einen Moment, bis der Turbomotor auf Touren kommt. Gut, damit lässt sich leben. Aber eine Automatik bietet Mazda gar nicht an. Leider – denn sie wäre eine wichtige Option für dieses Modell, das auch noch einige Zeit ohne Diesel auskommen muss. Lob verdient hingegen die Lenkung – sie hält den CX-7 sauber auf Kurs und sorgt für ein handliches Gefühl beim Einlenken. Im Cockpit blickt der Fahrer auf viel uncharmanten Hartkunststoff, dafür sind Schalter und Tasten ordentlich erreichbar. Die Sitze sind bequem und bieten ausreichend Seitenhalt. Gut so – denn in der Fahrdynamik-Wertung liegt der CX-7 näher am deutschen X3 als am heimischen Konkurrenten von Nissan.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan

Warum SUV? "Hohe Sitze und Beschützergefühl", erfährt Redakteur Maltzan vom Fotomodell.

Es geht um Mode, Stil und Geschmack. Crossover wollen schicke Autos für alle Lebenslagen sein. Gelände? Na klar! Aber meistens nur beim Stammtisch-Schnack. Viel öfter als in der Kiesgrube sieht man X3 & Co in den Parkhäusern der Großstädte. Diese Autos sind wie teure Markenhandtaschen. Sie sprechen bevorzugt Frauen an. Man kann sie herzeigen. Und da passt ordentlich was rein. Der noch neue Mazda CX-7 ist eine Bereicherung für das Segment. Optisch und inhaltlich kann er gut mit den weit teureren Konkurrenten mithalten. Er ist eine interessante Alternative zum Trendartikel X3. Der "Muss-man-haben-BMW" kommt in die Jahre. Stimmig und souverän mischt auch der Freelander mit. Ein Geheimtipp: Übersichtlichkeit, hoher Alltagsnutzen und sein anglophiles Image passen besser zu dieser Wagengattung als das Streben nach Sportlichkeit. Der Nissan ist ein unentschlossener Grenzgänger und hat seine beste Zeit hinter sich. Wenn er je eine hatte.  

Wie BMW X3, Land Rover Freelander und Nissan Murano abgeschnitten haben, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den gesamten Text mit ausführlichen Tabellen können Sie sich hier bequem als PDF herunterladen.
Die Wertung Punkte max. MAZDA BMW LAND ROVER NISSAN
KAROSSERIE
Platzangebot 30 24 23 24 30
Kofferraum/Variabilität 20 6 7 6 11
Zuladung (Anhängelast) 20 9 8 10 8
Sitze/Sitzposition 30 25 27 27 24
Raumgefühl/Rundumsicht 20 16 15 16 14
Ausstattung/Bedienbarkeit 30 23 26 30 30
Sicherheitsausstattung 30 20 23 22 22
Qualitätseindruck/Materialien 20 17 18 16 15
Zwischenergebnis 200 140 147 151 154
ANTRIEB/FAHRWERK
Motoreigenschaften 20 15 19 18 18
Beschleunigung/Vmax 30 26 27 23 26
Zwischenspurt 20 19 19 18 19
Fahrverhalten 30 28 29 25 25
Fahrgeräusche 10 6 6 7 9
Fahrkomfort 20 16 15 19 17
Getriebe/Schaltung 20 16 18 19 18
Lenkung/Wendekreis 20 17 19 16 15
Bremsen 30 24 17 11 16
Zwischenergebnis 200 167 169 156 163
KOSTEN
Steuer/Versicherung 20 3 13 12 7
Verbrauch/Umwelt 40 19 22 17 17
Garantie 20 13 9 9 13
Wartung 20 13 17 15 13
Aufpreisgestaltung 10 6 6 8 7
Wiederverkauf* 10 6 10 8 5
Grundpreis 80 50 19 23 13
Zwischenergebnis 200 110 96 92 75
* ermittelt von Bähr&Fess Forecasts/Saarbrücken
Gesamtpunktzahl 600 417 412 399 392
Platzierung 1.* 2. 3. 4.
* Preis-Leistungs-Sieger

Autor: Jörg Maltzan

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