BMW X3: Erste Ausfahrt

BMW X3 BMW X3

BMW X3 (2011): Erste Ausfahrt

— 03.06.2010

Unterwegs mit dem neuen BMW X3

Im November 2010 kommt die zweite Generation des BMW X3 auf den Markt. AUTO BILD durfte die Neuauflage des Kompakt-SUV kurz vor der Serienreife schon einmal fahren. Hier die ersten Eindrücke.

Es gibt Zahlen, die musst du erst mal sacken lassen. Diese ist so eine: Über 600.000 Mal hat BMW den X3 verkauft. Ein Nischenfahrzeug, so hieß es damals. Was für ein Erfolg. Vor allem auf dem Konto von BMW, denn kaum ein X3 auf unseren Straßen dürfte unter 40.000 Euro gekostet haben. Jetzt läuft der Pionier der Kompakt-SUVs aus. Die erste Serie, eingeführt Ende 2003, ist seit wenigen Tagen schon nicht mehr zu bestellen. Wer noch einen haben möchte, muss die Händler nach Restbeständen abklappern – und darf dort auf großzügige Rabatte hoffen. Bis der neue X3 anrollt, dauert es noch ein bisschen. Am 20. November 2010 soll die Markteinführung sein. AUTO BILD durfte ihn bereits jetzt beschnuppern. Zwar außen noch komplett abgeklebt und im Innenraum noch nicht im späteren Serientrimm, doch technisch schon auf dem Posten.

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Zum Start gibt es zwei Motoren: einen Zweiliter-Diesel mit 184 PS sowie einen Dreiliter-Benziner mit 306 PS.

Zunächst die Fakten. Der X3 verabschiedet sich vom rustikalen Kanten- und Plastiklook, geht deutlich in Richtung X5, also mehr edler Crossover. Auch größenmäßig durfte sich der neue X3 dem X5 annähern. In der Länge legt er um 8,1 Zentimeter zu, in der Breite um 2,8, der Radstand wächst um zwei Zentimeter. Ein dezentes Wachstum, das auch dezent rüberkommt. "Wir wollten nicht die Klasse sprengen", sagt uns Projektleiter Lutz Römer. Eine Klasse, in der der X3 zuletzt an Boden verloren hat. VW Tiguan und Audi Q5 sind vorbeigezogen. "Wir wollen wieder an die Spitze des Segments fahren", gibt sich Römer kämpferisch. Gelingen soll das vor allem, indem alte Fehler nicht wiederholt werden. Fehler, die dem X3 noch größeren Erfolg gekostet haben und viele Erstkäufer nicht zu Wiederholungstätern gemacht hat.

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Verraten sei: Armaturen, Automatik-Joystick auf der breiten Mittelkonsole und Idrive-Einheit sind Spenden des neuen Fünfer.

Zu hart war der X3 von Anfang an, viel zu hart. Selbst nach dem Facelift im Herbst 2006 noch. Und die Materialien im Innenraum waren einem Premiumhersteller (und vor allem den Preisen eines Premiumherstellers) nicht würdig. Beides soll nun deutlich besser geworden sein. Bestandsaufnahme: Innenraum. Unter die von BMW abgehängten Tücher geluschert, zeigt sich ein völlig neues Bild. Vieles kommt einem bekannt vor. Die edlen Armaturen spendet der neue Fünfer, ebenso den Automatik-Joystick auf der breiten Mittelkonsole oder die Idrive-Einheit. Mittig auf dem Armaturenbrett sitzt oben der Bildschirm fürs Navi, das ist alles schon bekannt guter Standard aus anderen BMW-Modellen. Gestartet wird nun grundsätzlich per Knopfdruck.

Vorne sitzt man nun luftiger und steigt kommoder ein, weil BMW die Sitze weiter auseinander geschoben (zwei Zentimeter) und die "Fußwanne" angehoben hat. Auch hinten ist spürbar mehr Platz, die Knie haben jetzt 2,3 Zentimeter mehr Spielraum.  Die Sitzlehnen sind allerdings nicht wie bei den Konkurrenten in der Neigung verstellbar, auch lassen sich die kompletten Sitze nicht verschieben. "Zu aufwendig, zu wenig Nutzen" begründet BMW diese Entscheidung. Ganz hinten im Kofferraum dürfen nochmals 70 Liter mehr eingeladen werden (jetzt 550 Liter), die Lehnen legen sich zu einer fast ebenen Ladefläche nieder. Den Raum schafft unter anderem die neue Fünflenker-Hinterachse, bekannt aus Fünfer und Dreier, die nicht nur kompakter baut, sondern dank vieler Alu-Bauteile deutlich leichter ist. So gibt BMW trotz Größenwachstum eine Gewichtsreduzierung um 25 bis 30 Kilo je nach Modell an.

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Der erste kurze Schnupperkurs führt uns über kurvige Landstraßen und holprige Feldwege durchs verregnete Niederbayern. Schneller Eindruck:  Ja, die ganz harten Zeiten sind vorbei. Auch mit Sporteinstellung des neuen adaptiven Dämpfersystems und dicken 18 Zöllern (17 Zoll sind Standard) am Testwagen teilt der  X3 keine fiesen Schläge mehr aus. Ein deutlicher Komfortgewinn zum Vorgänger. Das ist jetzt akzeptabel, auch wenn es natürlich weiterhin deutlich komfortablere Genossen in diesem Segment gibt. Dynamisch bleibt der X3 ein typischer BMW, den man jeder Zeit gefühlsecht in den Händen spürt, das ist schon klasse.

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Der X3 verabschiedet sich vom Kanten- und Plastiklook, geht deutlich in Richtung X5.

Starten wird der neue X3 zunächst mit zwei Motoren, die beide an Leistung zugelegt haben. Zum einen der X3 20 d, Zweiliter-Diesel mit 184 PS und Sechsgang-Handschaltung, zum anderen der X3 35i, Dreiliter-Benziner mit 306 PS und neuer Achtgang-Automatik. Diese wird erstmals mit einem Start-Stopp-System kombiniert. Somit fahren alle X3 mit den Spritspar-Maßnahmen Start-Stopp, elektrische Servolenkung sowie Bremsenergierückgewinnung vor. Die Verbrauchsreduzierung soll laut BMW beim Diesel 15 Prozent und beim Benziner zehn Prozent betragen. Aber, auch das sei gesagt: So richtig innovatives Neuland betritt BMW mit dem X3 nicht. Das ist alles bekanntes Terrain, professionell aus dem Baukasten zusammengebaut.

Der neue X3 soll preislich auf dem Niveau des Vorgängers bleiben. Bedeutet: Einstieg bei knapp 36.000 Euro.

Selbst eine Hybrid-Version, bei BMW Active-Hybrid genannt, wollen die Bayern noch nicht bestätigen. Wir sind uns aber sicher, dass sie kommen wird, wahrscheinlich kombiniert mit einem Benziner als Plug-in-Konzept – also an der Steckdose aufladbar. Ob die Bayern den X3 wie bereits den X1 auch als reinen Hecktriebler anbieten werden, ist da schon fraglicher. Aber eben auch denkbar. Vor allem für den preissensiblen US-Markt, wo zum Beispiel ein heckgetriebener GLK bereits einen Anteil von 40 Prozent hat. Zunächst aber rollen alle X3 mit dem bekannten xDrive-Allradantrieb vom Band. In Zukunft übrigens nicht mehr bei Magna-Steyr in Österreich, sondern in Spartanburg, South Carolina, wo ja bereits der X5 gebaut wird. Der günstige Dollarkurs, Subventionen des US-Staates South-Carolina sowie niedrigere Arbeitslöhne sollen dabei helfen, die Kurse  stabilzuhalten. Der neue X3 soll preislich in etwa auf dem Niveau des Vorgängers bleiben. Bedeutet: Einstieg bei knapp 36.000 Euro.



Autor: Tomas Hirschberger

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