BMW X3 (2011): Fahrbericht

BMW X3 (2011): Fahrbericht

— 15.10.2010

Die Flegeljahre sind vorbei

BMW schickt den neuen X3 ins Rennen. Nicht zuletzt gegen den kleinen Bruder X1. Ob BMW die Kinderkrankheiten ausgetrieben hat? Das beweist der erste Ausritt rund um Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.

Die Welt um den X3 hat sich verndert. Bei seiner Geburt 2004 konnte es sich BMW leisten, statt Dmpfer und Federn unnachgiebige Holzblcke einzubauen und Kunststoffe im Innenraum zu verteilen, die schon vom bloen Hinschauen irreparable Kratzer davontrugen. Damals gab es noch keinen Audi Q5, der die Qualittsmastbe diktierte, oder einen Mercedes GLK, der den Kunden erklrte, dass SUV-fahren nichts mit Folter zu tun hat. Wie heit es so schn: Der X3 war jung und BMW brauchte das Geld. Immerhin lieen sich weltweit ber 600.000 Kufer auf den straffen Burschen ein. Er sah halt gut aus und trug den richtigen Namen. Am 20. November 2010 rollt nun also die zweite Generation des X3 an den Start. Diesmal gebaut in Spartanburg/USA und nicht mehr bei Steyr in sterreich. In alle Richtungen gewachsen, schlpft er nun von den Dimensionen her in die Rolle des ersten X5 und macht so nach unten Platz fr den jugendlichen Aufsteiger X1.

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Beim ersten Proberitt rund um Atlanta im US-Bundesstaat Georgia lsst der zweite Aufguss des X3 schnell erkennen, dass die Flegeljahre vorbei sind. Aufgemerkt und hergehrt: Der kann ja auf einmal richtig kommod gleiten. Auf den kinderpopoglatten Highways kann das ein Bobbycar zwar auch, doch selbst auf rumpeligen Nebenstrecken hlt die Federung jetzt all das von den Passagieren fern, was sie frher kalt lchelnd weitergereicht hat. Wer 1100 Euro an der Haushaltskasse vorbei schmuggeln kann, bekommt dafr noch ein adaptives Dmpfersystem druntergeschnallt, das im Sportplus-Modus das Ansprechverhalten von Gaspedal, ESP und Lenkung schrft. Was nicht wirklich ntig ist, da der X3 schon in der Grundabstimmung Kurven mit ntigem Ehrgeiz und durchaus sportiver Einstellung umrundet.

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Innen stimmt jetzt auch die Qualität der Kunststoffe in freundlichen Farben.

Whrend wir so unterwegs sind, wird es hchste Zeit, den Innenraum nher zu betrachten. Schn gemacht, typisch BMW und endlich mit Materialien ausgestattet, die ein BMW-Botschafter in alle Welt tragen sollte. Luftiger ist er geworden, sprbar in der Breite, weil man nicht mehr so eng aufeinander hockt, und in Reihe zwei, wo sich groe Kerls nicht mehr demtigen lassen mssen. Ganz hinten wchst der Kofferraum von 490 auf 550 Liter, die Dankeskarten adressiert BMW in Richtung Hinterachse, die der Fnfer spendiert und die nun viel kompakter baut. Davon anscheinend euphorisiert, haben die Mnchner gleich mal auf neigungsverstellbare Rckenlehnen oder eine verschiebbare Rckbank verzichtet. Wir danken vielmals, denn sonst htten wir nicht viel zu kritisieren gehabt. Zumal man auch den Motor unseres Testwagens nicht wirklich in die Pfanne hauen kann. Der Zweiliter-Diesel mit 184 PS ist akustisch zwar immer prsent, macht aber seine Sache ganz passabel. Den meisten wird die Kraftausbeute des Vierzylinders gengen. Zumal BMW 210 km/h Spitze verspricht und einen Durchschnittverbrauch von 5,6 Litern, 14 Prozent weniger als bisher.

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Dass der Einstiegsdiesel den Grtel so eng schnallen kann, liegt unter anderem an der elektrischen Servolenkung, der Bremsenergie-Rckgewinnung, der serienmigen Start-Stopp-Funktion und all den weiteren Efficient Dynamics-Manahmen, mit denen BMW so Sprit spart. Wer sich auch den kurzen przisen Weg durch die sechs Gnge sparen mchte, bestellt die neue Achtgang-Automatik Steptronic (2300 Euro), ebenfalls standardmig mit Start-Stopp. Leicht lsst sich der Grundpreis von 39.100 Euro mit ein paar Nettigkeiten in abstruse Hhen treiben. Da hat sich die Welt um den X3 leider nicht verndert.

Autor: Tomas Hirschberger

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