Gebrauchtwagen-Test BMW X3 II

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BMW X3 II: Gebrauchtwagen-Test

— 19.12.2015

BMW hat dazugelernt

Mit der zweiten Generation des X3 hat BMW die Schwächen der ersten weitgehend ausgemerzt. Der Gebrauchtwagen-Check.

Brechende Hinterachsfedern, brettharte Federung, ärmliche Interieur-Kunststoffe, Rußfilterprobleme und Motorschäden durch Ölverdünnung beim beliebten Zweiliter-Turbodiesel. Nein, das ist nicht die Liste der Schwachstellen des aktuellen BMW X3 der zweiten Generation, sondern die seines von 2004 bis 2010 verkauften Vorgängers. Doch wie es scheint, hat BMW aus den Schwächen des E83 gelernt und diese beim Nachfolger F25 praktisch konsequent ausgemerzt.

Aktueller X3 erfreulich ausgereift

Verbesserte Technik: Der einst hypersensible Vierzylinder-Turbodiesel ist unkomplizierter geworden.

Und darum präsentiert sich der 2010 vorgestellte und noch bis 2017 laufende X3 der zweiten Generation als erfreulich ausgereift. Brechende Schraubenfedern an der Hinterachse lassen sich nicht mehr beobachten, und auch in hochwertiger wirkende Kunststoffoberflächen hat BMW investiert. Und wie sieht es beim speziell im Kurzstreckenverkehr hypersensiblen Vierzylinder-Turbodiesel aus? Wie alle Hersteller hat auch BMW gelernt, mit diesem Problem umzugehen. Die präzisere Regelung der Regenerierungsphasen des Dieselrußfilters und eine verbesserte Technik von Einspritz- und Abgasanlage machen die 20d-Version so weit fit, dass sie nur noch bei konsequentem Kurzstreckenbetrieb oder konsequent langsamer Fahrweise Probleme bekommt. Die Beschwerden darüber (erkennbar an scheinbarer Ölvermehrung) seitens der Leser haben rapide abgenommen und bewegen sich nun auf dem Hersteller-übergreifend typischen Dieselniveau von drei Prozent.
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Die langen Wartungsintervalle können dem Motoröl zusetzen

Achtung: Ein zwischen den Ölwechselintervallen ansteigendes Ölniveau ist ein Alarmsignal.

Andererseits: Es schadet nichts, den Vorbesitzer nach seiner typischen Fahrweise und seinem typischen Fahrprofil zu fragen. Gerade Dieselfahrzeuge mit auffällig geringer Kilometerleistung sind verdächtig. Entweder wegen Manipulationen am elektronischen Kilometerzähler oder wegen exzessiven Kurzstreckenbetriebs durch den oder die Vorbesitzer. Das ist auch deshalb wichtig, weil die an sich positiv zu wertenden, langen Wartungsintervalle von zwei Jahren oder bis zu 30.000 Kilometern dazu führen können, dass dem Motoröl zwischen den Wartungen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ein zwischen den Ölwechselintervallen ansteigendes Ölniveau ist ein Alarmsignal und ein sicheres Zeichen dafür, dass die Einspritzanlage den Dieselmotor aus Verzweiflung mit zu viel Dieselkraftstoff füttert, um mit der dadurch erhöhten Abgastemperatur endlich den Rußabbrand im Partikelfilter in Gang zu setzen. Wenn dann im Kurzstreckenbetrieb vom Fahrer immer wieder der Motor abgestellt wird, bevor die Abbrandphase abgeschlossen ist, setzt bei der nächsten Fahrt die Diesel-Überfütterung erneut ein. So viel Sprit kann der Motor aber gar nicht verdauen; der Diesel läuft dann unverbrannt die Zylinderwände entlang nach unten ins Kurbelgehäuse und verdünnt dort das Motoröl. Dessen Schmierwirkung und Temperaturstabilität werden durch den Dieselsprit dramatisch herabgesetzt. Wer von alldem nichts bemerkt und nicht zwischendurch einen Sonder-Ölwechsel machen lässt, ruiniert Turbolader und Motor.

Der X3 offenbart keine auffälligen Schwachpunkte

Wir können hier deshalb so ausführlich über die allgemeinen Probleme von heutigen Dieselrußfilter-Fahrzeugen referieren, weil der X3 II einfach keine auffälligen Schwachpunkte hat. Gut, manchmal erwischt es den Turbolader eines Diesels, manchmal streikt die aufwendige Klappensteuerung beim 35d mit seinen zwei Turboladern, was zu Kraftmangel oder unsauberer Gasannahme führt. Manchmal verschleißt die Kupplung eines Vierzylinder-X3 vorzeitig, vor allem im schweren Anhängerbetrieb. Und manchmal muss das Verteilergetriebe des Allradantriebs ausgetauscht werden, weil der BMW in engen Kurven dann ruckt. Oft hilft aber auch hier ein schlichter Ölwechsel. Aber das sind alles keine gehäuften Fälle, die als echte Schwachpunkte des X3 der zweiten Serie gelten müssen.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

59 Prozent der X3-Fahrer wollen auch wieder einen X3 kaufen. Doch elf Prozent liebäugeln mit dem Porsche Macan.

Den Vertragswerkstätten geben die X3-Fahrer gute Noten: 81 Prozent sind mit der Arbeitsleistung der BMW-Mechatroniker zufrieden – ein mittlerer Wert. Als durchschnittlichen Betrag für eine große Inspektion nennen die X3-Besitzer beunruhigende 710 Euro. Bei der Frage nach dem nächsten Auto zeigen sich erstaunliche Wünsche der X3-Besitzer. Sicher, die große Mehrheit von 59 Prozent will wieder einen X3 oder wartet bis zum 2017 erwarteten Nachfolger, der ebenfalls wieder im amerikanischen BMW-Werk produziert werden soll. Doch immerhin elf Prozent der X3-Fahrer liebäugeln mit dem Porsche Macan und gehen so der Marke verloren. Erstaunlicherweise keine Gefahr droht von Mercedes: Nur zwei Prozent wollen auf den neuen Mercedes GLC umsteigen. Da ist der bewährte Audi Q5 schon beliebter: Acht Prozent der X3-Halter haben ihn bereits fest eingeplant.

Was bei unserem Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim gebrauchten BMW X3 II außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.


Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Gut gemacht, BMW: Die Problemzonen des ersten X3 haben die Bayern mit der 2010 präsentierten zweiten Generation weitgehend ausgemerzt. Gut für den Gebrauchtkäufer. Aber das Preisniveau liegt so hoch wie die Versicherungsprämien.

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SUV

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