BMW X3: Kaufberatung

— 15.03.2013

Gesucht: Der beste X3

Was hat das BMW-Mittelklasse-SUV zu bieten, und welche Variante ist die beste Wahl? AUTO BILD gibt einen Überblick über die gesamte Baureihe – mit konkreten Kaufempfehlungen.



Irgendwann packt es dich. Irgendwo auf einer dieser vernachlässigten Landstraßen im Herbst. Oder auf der A3 zwischen Limburg und Elzer Berg. Schleicht sich langsam ein, fast unbemerkt kriecht es hoch in dein Bewusstsein. Plötzlich denkst du: Gar nicht so schlecht, so ein SUV. Nein, fährt wirklich gut. Und die Aussicht ist auch toll. Da helfen auch keine Liter oder Zentimeter, die ein ähnlich großer Kombi mehr bietet. Auch nicht Diskussionen über Kurvenneigungen, Stirnflächen und Leergewichte nach DIN oder EU. Was zählt, ist die hohe Sitzposition; 16 Zentimeter sind es vom 3er Touring zum X3. Ein Aufstieg, der mit einem bequemen Einstieg einhergeht. Das fühlt sich ein bisschen so an, als würde das Auto wieder dem aufrechten Gang entgegenkommen.

Effizient: Trotz fast schon sportlicher Fahrleistungen verbraucht der 20d im Test nur rund sieben Liter.

Die Tiefer-lauter-härter-Zeit ist eh vorbei. Heute müssen Kinder zur Schule, Getränkekisten zum Supermarkt und Blumenerde vom Baumarkt in den Garten transportiert werden. Im Sommer hängt der Caravan am Haken – ob die Wiese auf dem Campingplatz feucht ist, spielt keine Rolle. Genauso wenig der heftige Wintereinbruch auf der Fahrt ins Skigebiet. Die gröbsten Sorgen ist man in der Regel los, wenn man sich ein SUV kauft, das noch nicht zur Fullsize-Klasse zählt, aber als ausgewachsen gelten darf. Die Preise beginnen Mitte der 30.000er, da wird die Luft schon dünn. Und wir sprechen hier vom Basismodell mit 143-PS-Diesel und lediglich Hinterradantrieb. Greifen wir dem Motorenkapitel ein wenig vor: Etwa 200 PS sind kein Luxus, wenn es darum geht, maximal zulässige 2,4 Tonnen souverän vom Fleck zu bewegen. Das bedeutet nichts Gutes für den Verbrauch? Nicht unbedingt. Ein 35d mit 313 PS verlangt für flottes Vorankommen rund neun Liter Diesel, ein 20d schafft die hundert Kilometer im Schnitt mit sieben.

Flink um die Kurven wie kein anderes SUV seiner Klasse

Gedrungen und kombiähnlich steht der X3 auf seinen serienmäßigen 17-Zoll-Rädern, markiert mit abgesetzten Kunststoffverkleidungen den robusten Kraxler. Der er natürlich nur eingeschränkt ist. Abseits der Straße helfen der elektronisch gesteuerte xDrive-Allrad und eine Bergabfahrhilfe, das war's. Dafür qualifiziert sich der X3 mit bis zu 2400 Kilogramm Anhängelast für schwere Anhänger. Solo gibt der X3 ebenfalls eine souveräne Vorstellung, fährt so flink um Kurven wie kein anderes SUV seiner Klasse, federt dabei kommod. Fahrwerke, das können sie halt in Bayern. Auf Wunsch und für 1100 Euro extra strafft der "Fahrerlebnisschalter" die Dämpfer, was jedoch wenig bringt; die variable Sportlenkung (300 Euro) wird in "Sport" zudem etwas nervös. In Standardstellung fährt der X3 harmonisch, verschweigt den Passagieren, wie schlecht die Straße wirklich ist. Der Agilität hilft für 150 Euro Aufpreis die aktive Drehmomentverteilung "Performance Control" auf die Sprünge – sie verteilt die Motorkraft aktiv zwischen den Hinterrädern.

Souveräne Vorstellung: So flink wie der X3 fährt kein anderes SUV seiner Klasse um die Kurven.

Typisch SUV sind der erhöhte Einstieg und das gute Raumgefühl. Fahrer und Beifahrer sind auf gut geschnittenen Sitzen luftig untergebracht. Sinnvoll ist es, 310 Euro für die elektrische Lordosenstütze auszugeben, auch die 630 Euro Aufpreis für die Sportsitze lohnen sich. Die Rückbank ist etwas zu kurz und für einen wirklich entspannten Langstrecken-Aufenthalt großer Passagiere ein wenig zu niedrig montiert. Der erhöhte Einsteig erleichtert den Einbau von Kindersitzen, zwei Isofix-Plätze sind serienmäßig. Das Kofferabteil schluckt ungeklappt 55 Liter mehr als das eines 3er Touring, mit flach gelegten Lehnen sind es 100 Liter mehr. Laderaumrollo und Trennnetz sind Serie. Die Variabilität ist festgelegt: Die Rücksitzlehnen klappen dreiteilig 40:20:40 zu einer nur leicht ansteigenden Ebene, unter dem Ladeboden befindet sich ein Fach für alles, was flach ist. Mit 69 Zentimetern liegt die Ladekante nur acht Zentimeter über dem Niveau eines 3er Touring.

Zu den Säufern zählt der X3 nicht

Zwei Vierzylinder und ein Sechszylinder bei den Benzinern, je zwei Vier- und Sechszylinder auf der Dieselseite – das Motorenprogramm des X3 ist gut aufgestellt. Alle Motoren sind turbogeladene Direkteinspritzer, das ist Stand der Technik. Auch wenn die verblüffend niedrigen Normverbrauchswerte in der Praxis rund anderthalb Liter nach oben korrigiert werden müssen – zu den Säufern zählt der X3 gewiss nicht. Dennoch gilt hier wie bei jedem SUV: Wirtschaftlich vernünftig sind nur die Diesel. Das gilt natürlich vor allem für den neuen Basismotor. Der 18d verfügt wie alle X3 über das Sparprogramm Efficient Dynamics mit Start-Stopp, Schaltempfehlung, Bremsenergie-Rückgewinnung und diversen Detailmaßnahmen. Weil es ihn nur mit Hinterradantrieb gibt, ist er eine Alternative für alle, die keinen Allrad brauchen. Eine Automatik wird zumindest in Deutschland nicht angeboten, in anderen Ländern schon.

Nur der 18d fährt mit Hinterradantrieb – alle anderen X3 sind mit Allrad unterwegs.

Im Vergleich zum Allrad-20d beträgt der Abschlag beim Kaufpreis 3500 Euro, der Normverbrauch liegt einen halben Liter niedriger. Die Fahrleistungen reichen aus, pragmatischen Autofahrern kann dieser Motor genügen. Für das Aufgeld zum 18d bekommt der 20d-Käufer Allradantrieb und 41 PS mehr. Wir wissen, dass es in der Zweiliterklasse kultiviertere Diesel gibt. Doch kaum effizientere. Trotz 210 Spitze und fast schon sportlichen 8,5 Sekunden von null auf 100 km/h verbrauchte der X3 20d im Test sieben Liter. Das darf bei 1,7 Tonnen Leergewicht und der zwangsläufig großen Stirnfläche als sparsam gelten. Mit 0,5 bis 1,0 Liter Mehrverbrauch muss man beim 30d rechnen. Da Automatik und 18- statt 17- Zöller serienmäßig sind, reduziert sich der Aufpreis auf ausstattungsbereinigte 6750 Euro. Dafür bekommt man das gewisse Etwas an Kraft und Laufkultur. Beim d35 sind es gegenüber dem 30d nominell 70 Newtonmeter mehr. Für glatt 5000 Euro Aufpreis gibt's einen zweiten Turbolader. Damit liegen die Fahrleistungen auf Porsche-Niveau.

Einziger Benzinervorteil: Die bessere Handlichkeit

Zu den Benzinern: Von den 1900 Euro, die der 20i-Käufer gegenüber dem 20d beim Kauf spart, kommt er 31.667 Kilometer weit. Theoretisch, denn zugrunde gelegt ist dieser Rechnung der Normverbrauch. Und der Verbrauch im Alltag weicht gerade beim Benziner umso weiter nach oben ab, je stärker der Motor gefordert ist. Wer es eilig hat, kommt schnell auf zwölf Liter und mehr. Dafür lockt der Vierzylinder mit leisem Lauf und kultiviertem Verhalten. Wo sich ein 20i vielleicht noch als komfortabler Antrieb profilieren kann, stellt sich beim 28i endgültig die Sinnfrage. Er ist bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung teurer als der 30d, wirkt nicht so souverän wie der 210 Nm stärkere Diesel und kann sich auch als sehr guter Vierzylinder nicht als kulturbegabte Alternative profilieren. Bleibt als einziger Benzinervorteil die bessere Handlichkeit wegen der geringeren Vorderachslast. Auch der zweifellos sehr reizvolle 35i hat einen schier unbezwingbaren Gegner. Der 35d kostet 2100 Euro mehr – das sind vier Prozent des Kaufpreises – und kann fast alles besser als der 35i. Beim X3 verzichtet BMW auf die Ausstattungslinien, die es bei 1er, X1 und 3er gibt. Die wichtigsten Ausstattungen sind schnell abgehakt: Bordcomputer, Radio Business, Einzonen-Klimaautomatik und Leichtmetallräder hat jeder X3 ab Werk. Käufer von 35d und 35i bekommen darüber hinaus Zweizonen-Klima, 18-Zoll-Räder, Tempomat und elektrisch einstellbare Vordersitze. Alles drin? Bei Weitem nicht. Acht Seiten im Prospekt sind den Einzelextras gewidmet. Welchen X3 die Redaktion empfiehlt, erfahren Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Kaufberatung: BMW X3

Der vollständige Artikel ist ab sofort in unserem Online-Heftarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden.
BMW X3

Veröffentlicht:

12.02.2013

Preis:

2,00 €

Autor: Andreas Of

Stichworte:

Mittelklasse-SUV



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