Jaguar F-Pace vs. BMW X4

BMW X4/Jaguar F-Pace: Test

— 20.05.2016

Ist Jaguar jetzt schwer im Kommen?

Mit dem F-Pace fordert Jaguar das SUV-Establishment heraus. Im Vergleich mit dem BMW X4 zeigt der Engländer sein großes Potenzial.

Was haben sie damals über BMW gelacht. Als die Bayern 1999 mit dem X5 in neue Gefilde aufbrachen, als erste europäische Nobelmarke den Weg ins Gelände suchten. Längst ist der Konkurrenz das Lachen vergangen. Selbst die feinen Briten versuchen nun mit Jaguar ihr Glück im Hochparterre. Aber ist der riesige Vorsprung von BMW überhaupt noch einzuholen?

In Sachen Design macht der F-Pace alles richtig

Video: Jaguar F-Pace vs BMW X4 (2016)

Edle Power-SUVs

Beginnen wir beim Design. Und ja, hier hat sich Jaguar sofort auf die Überholspur gesetzt. Auftritt, Stil, Eleganz – alles auf Anhieb erste Liga, gar nicht selbstverständlich in dieser Klasse. Der F-Pace wirkt sogar stattlicher als der X4, ist aber auch kein Wunder. Mit 4,73 Metern ist er sechs Zentimeter länger. Was sich auch in einem deutlich besseren Platzangebot niederschlägt. Während der BMW vor allem im Fond unter seinem extrem sportlichen Dachverlauf leidet, sitzt es sich im Jaguar in der zweiten Reihe selbst für große Passagiere richtig bequem. Aber: Die beiden Konkurrenten sollen ja die Sportwagen unter den SUVs sein – also ab auf den Fahrersitz. Und auch hier macht Jaguar viel richtig. Die Sportsitze des optionalen R-Sport-Pakets (Aufpreis: 6140 Euro) sind exzellent. Zusammen mit der niedrigen Sitzposition und dem flachen Armaturenbrett könnte man fast vergessen, in einem dieser hippen Hochsitze Platz genommen zu haben.
Alle News und Tests zum Jaguar F-Pace

Die Bedienung des F-Pace leistet sich einige Eigenarten

Rätselhaft: Warum kann man Navigationsziele im Jaguar nicht mit der Sprachsteuerung eingeben?

Das entschädigt für einige Schrullen. So mag die Qualität nicht so recht zum hohen Preisniveau passen. Zwar ist alles sauber und routiniert zusammengesetzt, die verbauten Kunststoffe aber würden wir jedem Polo ankreiden. Hier hat BMW spürbar gelernt. Weiche Kunststoffe, satt rastende Schalter, flauschiges Leder – das passt in ein Auto, das schon in der Grundausstattung über 60.000 Euro kostet. Einen deutlichen Unterschied gibt es zudem bei der Bedienung – auch hier ist die lange Erfahrung von BMW auf dem Sektor Connected Car zu spüren. Die Menüs sind sauber strukturiert, das iDrive ermöglicht eine ablenkungsfreie Bedienung. Der Jaguar setzt auf einen nicht ganz so intuitiven Touchscreen, die Menüs sind arg verschachtelt – und die Sprachbedienung lässt sich völlig unverständlich nicht zur Eingabe von Navigationszielen verwenden. Kommen wir zum Fahren. Ob der Jaguar hier trotz des hohen Gewichts mithalten kann?
Alle News und Tests zum BMW X4

Der gute Jaguar muss sich dem besseren BMW geschlagen geben

Das Bessere ist der Feind des Guten: Der F-Pace hat das Pech, dass er ausgerechnet auf den BMW X4 trifft.

Um es kurz zu machen: ja! Schon erstaunlich, wie gut der F-Pace auf Anhieb geworden ist. Zwar neigt das Fahrwerk auf kurzen Unebenheiten zu markenuntypischem harten Anfedern – sonst aber lässt es sich prima mit dem Jaguar leben. Der Motor ist hellwach, dreht leichtfüßig in den roten Bereich und auch das Fahrwerk lässt schon in der ersten Kurve die gut zwei Tonnen Leergewicht vergessen. Blöd nur für die Briten, dass der BMW das alles noch ein wenig feiner kann. Der X4 federt besser und wirkt trotzdem noch agiler. Und der Reihensechszylinder in Kombination mit der famosen Achtstufenautomatik ist einfach eine Klasse für sich. Beim Preis bleibt sich Jaguar treu und ist teuer. Das gilt für Anschaffung und Versicherung gleichermaßen. Letztendlich kostet ihn das trotz der besseren Garantie knapp den Sieg. Gerade mal zwei Punkte fehlen. Auslachen wird ihn deswegen keiner. 
Fahrzeugdaten BMW Jaguar
Modell X4 xDrive 35d F-Pace 30d AWD
Motor Sechszylinder, Biturbo V6, Biturbo
Einbaulage vorn längs vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/4
Nockenwellenantrieb Kette Kette
Hubraum 2993 cm³ 2993 cm³
kW (PS) bei 1/min 230 (313)/4400 221 (300)/4000
Nm bei 1/min 630/1500 700/2000
Vmax 247 km/h 241 km/h
Getriebe Achtstufenautomatik Achtstufenautomatik
Antrieb Allradantrieb Allradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 245/45 - 275/40 R 19 Y 255/50 R 20 W
Reifentyp Michelin Primacy 3 ZP Continental SportContact 5
Radgröße 8,5/9,5 x 19" 8,5 x 20"
Abgas CO2 157 g/km 159 g/km
Verbrauch* 6,7/5,5/6,0 l 6,9/5,6/6,0 l
Testverbrauch
Sportverbrauch** 10,4 l/100 km 11,1 l/100 km
Testrunde*** 7,6 l/100 km 7,8 l/100 km
Sparverbrauch**** 5,9 l/100 km 5,9 l/100 km
Tankinhalt 67 l/Diesel 66 l/Diesel
Kältemittel R134a R1234yf
Vorbeifahrgeräusch 72 dB (A) 71 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. 2400/750 kg 2400/750 kg
Kofferraumvolumen 500-1400 I 650-1740 I
Länge/Breite/Höhe 4671/1881-2089/1624 mm 4731/2070-2175/1652 mm
Testwagenpreis 66.300 Euro 69.460 Euro
* innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km (Herstellerangabe); ** 54 km Autobahn, davon 20 km Vollgas; *** Durchschnitt der 155-km-Testrunde von AUTO BILD; **** 101 km Stadt und Land mit wenig Gas
Messwerte BMW Jaguar
Beschleunigung
0–50 km/h 1,8 s 2,6 s
0–100 km/h 5,2 s 6,6 s
0–130 km/h 8,4 s 10,4 s
Zwischenspurt
60–100 km/h 2,9 s 3,3 s
80–120 km/h 3,6 s 4,4 s
Leergewicht/Zuladung 1942/498 kg 2021/549 kg
Gewichtsverteilung v./h. 51/49 % 53/47 %
Wendekreis links/rechts 12,3/11,9 m 12,0/12,2 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 36,9 m 35,2 m
aus 100 km/h warm 36,5 m 35,3 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 56 dB (A) 58 dB (A)
bei 100 km/h 64 dB (A) 66 dB (A)
bei 130 km/h 68 dB (A) 69 dB (A)
Testverbrauch – CO2 7,6 l D – 202 g/km 7,8 l D – 207 g/km
Reichweite 880 km 840 km

F-Pace gegen BMW X4

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt von folgenden Modellen: BMW X4 xDrive 35d und Jaguar F-Pace 30d AWD (Vergleichstest).

Veröffentlicht:

14.05.2016

Preis:

1,00 €

Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Ein gelungener Einstand für Jaguar. Der F-Pace gefällt mit seinem Charakter, fährt nahezu auf dem hohen Niveau des ausgereiften BMW. Mit einer besseren Qualität und weniger selbstbewussten Preisen wäre ein Sieg für den Jag drin gewesen.

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