BMW X5 (ab 2000)

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BMW X5 (ab 2000)

— 02.06.2004

Ein cooler Typ mit manchen Macken

Der BMW X5 ist teuer und nicht besonders zuverlässig. Trotzdem gibt es weit mehr Interessenten als Autos.

Technik und Motor

Manchmal ist es schon sonderbar, wofür die Leute Schlange stehen: zum Beispiel für ein Auto, das extrem teuer ist, kaum mehr Platz bietet als ein Mittelklasse-Kombi und nur so tut, als wäre es ein Geländewagen. Zum Glück! Denn würden mehr Fahrer den X5 im harten Offroad-Einsatz rannehmen, würden seine Radführungselemente noch schneller verschleißen, als dies auf der Straße ohnehin der Fall ist.

Doch noch mehr dürfte BMW wurmen, dass der schärfste Mitbewerber – die Mercedes M-Klasse – in der jüngsten ADAC-Pannenstatistik besser wegkommt. Was daran liegt, dass der X5 oft gar nicht wegkommt: Erst ab Baujahr Ende 02 geht die Anzahl der Elektronikstörungen an den Benzinmotoren spürbar zurück.

Auch Probleme mit dem Diesel-Direkteinspritzer des beliebten 3.0d enden ungefähr zu diesem Zeitpunkt, danach treten undichte Druckspeicher oder defekte Hochdruckpumpen nur noch sporadisch auf. Weiter aktuell: häufig leere Batterien wie bei unserem Dauertestwagen und gelegentlich defekte Drucksensoren oder durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen (Benziner wie Diesel gleichermaßen).

Ursache neben Kühlwassermangel: Überlastung – bei mindestens 2,2 Tonnen Leergewicht des X5 macht auch ein V8 dicke Backen, wenn er ständig gefordert wird. Die Kraftübertragung zeigt sich davon unbeeindruck: Weder die Allradmimik noch Kardan- und Antriebswellen sind auffällig. Höchstens die verschleißfreudige Kupplung der wenigen X5 ohne Getriebeautomatik.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 5/00 Neueinführung des fünftürigen SUV, ausschließlich mit Benzinmotoren: Dreiliter-Sechszylinder (231 PS) und 4,4-l-V8 (286 PS). Sechs Airbags und ESP serienmäßig 4/01 Dreiliter-Sechszylinder-Common-Rail-Turbodiesel, 184 PS 10/01 Einführung 4.6is: 4,6-Liter-V8-Benziner, 346 PS 10/03 Leichtes Facelift, Leistung des 4,4-Liters auf 320 PS und des Diesels auf 218 PS angehoben. Kopf- und Seitenairbags auch hinten serienmäßig 4/04 Neuer 4.8is: 4,8-Liter-V8, 360 PS

Schwachstellen • Aufsetzschäden am Unterboden verraten unsachgemäße Nutzung – der X5 ist kein Alleskönner im Gelände • Elektrik und Elektronik bereiten den meisten Ärger, leere Batterien und verwirrte Motorsteuergeräte sind typische Pannenursachen beim X5. Aber auch Navigationssystem und Telefon zeigen oft Störungen • Radaufhängungen zeigen bei Ausnutzung der guten Fahreigenschaften hohen Verschleiß an Gelenkköpfen und Stoßdämpfern • Bremsanlage hat ebenfalls Probleme mit dem hohen Gewicht des X5, Scheiben und Beläge rubbeln zügig runter • Kraftübertragung ist solide – bis auf die Kupplung der Handschalter.

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel BMW X5 3.0d, 135 kW/184 PS, Baujahr 2001. Keine Überraschungen bei den Ersatzteilkosten, nur der Endtopf für den Diesel reißt ein mächtiges Loch ins Budget – schließlich werden zwei Stück benötigt.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Geländewagen und SUVs zeigen in der Regel höheren Verschleiß als entsprechende Limousinen, das gilt auch für den BMW X5. Sein stattliches Gewicht stellt hohe Anforderungen an die Radaufhängungen, auch weil die fast schon sportliche Abstimmung zum flotten Fahren animiert. Zumindest, solange nicht Elektronikfehler bei den Benzinern das Starten verhindern. Der Diesel ist davon seltener betroffen, dafür melden die Pannendienste bei ihm Defekte der Hochdruckpumpe des Common-Rail-Systems." Hendrik Dieckmann, AUTO BILD-Autor und Kraftfahrzeugmechaniker

Modellempfehlung BMW X5 3.0d (135 kW/184 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 482 Euro im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: Werksangabe 9,7 Liter, gemessen 11,1 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (32/500 Euro SB): 2011 Euro. Teilkasko (33/150 Euro SB): 256 Euro. Haftpflicht (24): 1304 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: nach Anzeige, etwa 300 bis 600 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren nur rund 21,5 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1700 Euro Verlust

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