BMX X4: Fahrbericht

BMW X4: Fahrbericht BMW X4: Fahrbericht BMW X4: Fahrbericht

BMX X4: Fahrbericht

— 23.05.2014

So fährt der BMW X4

Dynamisches Design, sportliches Fahrverhalten und nur wenig teurer als der BMW X3: Der Porsche-Macan-Konkurrent X4 begeistert auf Anhieb. Fahrbericht!

Sehr dynamisch gezeichnet, potent motorisiert, extrem sportlich abgestimmt und sackteuer – so hat der Porsche Macan quasi über Nacht die Oberliga der kompakten Geländewagen durcheinander gebracht und den BMW X3 vom Image-Thron gestoßen. Doch die Bayern geben die Pole Position nicht kampflos auf und schlagen jetzt mit dem X4 zurück. Von Mitte Juli an gibt der kleine Bruder des X6 zu Preisen ab 46.100 Euro die ebenso schöne wie sportliche Alternative zum X3 und wird so zum härtesten Gegner für den Newcomer aus Stuttgart.

X3 für rationale Fahrer, X4 für Design-Enthusiasten

Video: BMW X4 Fahrbericht

Das kann der neue X4

Dabei setzt BMW zu allererst einmal auf eine hinreißende Form. "Denn wo der X3 vor allem rationale Kunden anspricht, wollen wir mit diesem Fahrzeug alle jene Käufer erreichen, die sich für das Design begeistern", sagt Produktmanager Richard Jacobi. So ist der X4 nach dem Vorbild des überaus erfolgreichen X6 zum Flachbau geworden, liegt viel tiefer als der X3, geht ein paar Millimeter in die Länge und hat vor allem eine wunderbar schwungvolle Dachlinie. Und obwohl ihm nichts an Präsenz und Prägnanz fehlt, sieht der X4 lange nicht so protzig und provozierend aus wie sein großer Bruder – diesmal haben die Designer den Bogen tatsächlich raus.

BMW X5 xDrive 40e (2015): Fahrbericht

BMW X5 xDrive 40e BMW X5 xDrive 40e BMW X5 xDrive 40e

Gerade von der Seite wird die Verwandtschaft mehr als offensichtlich. Doch der X4 ist kein Schrumpf-Sechser, sondern ein eigenständiges Auto.

Aber der X4 sieht nicht nur scharf aus. Er fährt auch so: Spürbar näher am Boden als im X3 und von strammeren Sitzen gehalten, wird man am Steuer schnell eins mit dem Auto und vergisst schon nach ein paar Kurven, dass man hier mit 1,8 Tonnen zu kämpfen hat. Zu direkt ist die variable Sport-Lenkung, zu intensiv der Kick, wenn die Dynamic Performance Control das Kräfteverhältnis auf der Hinterachse so verändert, dass es einen förmlich in die Kurve hinein dreht, und zu leichtes Spiel hat der 306-PS-Sechszylinder im 35i, als dass man ernsthaft nach den Regeln der Physik fragen möchte. Lass die Reifen doch quietschen und die Stabilitätssysteme doch arbeiten.

Unter der Haube des X4 35i arbeiten 306 PS.

Wer seinen Spaß haben will, der steigt mit schwerem Fuß aufs breite Gaspedal, freut sich an der Wucht von maximal 400 Nm und einem Sprintwert von 5,5 Sekunden und ärgert sich allenfalls darüber, dass nicht erst bei 250 sondern schon bei 247 km/h Schluss ist. Dass man den Normverbrauch von 8,3 Litern spielend verdoppeln kann, quittiert man dagegen besser nur mit einem Schulterzucken. Man ist ja schließlich selbst dran schuld. Nicht umsonst bietet BMW auch zwei Vierzylinder-Benziner mit 184 PS im 20i und 245 PS im 28i oder drei Diesel vom 20d mit 190 PS bis zum 35d mit 313 PS an, mit denen man im besten Fall auf einen Verbrauch von 5,2 Litern und selbst im schlechtesten Fall auf maximal 212 km/h kommt. Doch die Bayern wissen, was sie ihrem Ruf schuldig sind, und spielen im X4 erstmal nicht die Spaßbremse: Die Basismotoren aus dem X3 bleiben deshalb genauso außen vor wie die Varianten ohne Allradantrieb.

BMW X3 xDrive20d Facelift: Fahrbericht

BMW X3 Facelift (2014) BMW X3 Facelift (2014) BMW X3 Facelift (2014)
Während man sich vorne dank der tieferen Sitzposition, der strammeren Polster und dem dynamischeren Set-up tatsächlich fühlt wie in einem Sportwagen auf Stelzen, beweist das SUV für Schöngeister nach hinten überraschend praktische Qualitäten. Zwar kann man als Fahrer kaum etwas sehen und ist dankbar für die vielen Kameras, die BMW reihum montiert hat und auf dem Bildschirm zur Vogelperspektive komponiert. Doch wer erst einmal unter dem engen Türausschnitt durchgetaucht ist, kann selbst mit 1,80 Metern auf der Rückbank ganz ordentlich sitzen, der Kofferraum fasst immerhin 500 bis 1400 Liter und die riesige Heckklappe wird erstaunlich handlich, wenn man sie mit der serienmäßigen Elektrohilfe aufsurren lässt oder die aufpreispflichtige Gestensteuerung bestellt, bei der ein angedeuteter Fußtritt genügt.

Nur 1000 Euro teurer als ein vergleichbar ausgesatteter X3

Gewohnt komfortable Bedienung der Instrumente, die Automatik lässt keine Fragen offen.

Er sieht besser aus als der X3, fährt sportlicher und bietet kaum Einschränkungen im Innenraum. Wo da dann der Haken ist? Zum Beispiel in der Preisliste. Denn auf den ersten Blick kostet der X4 knapp 5000 Euro mehr als ein entsprechender X3. Doch ganz so will das Produktmanager Jacobi nicht gelten lassen und führt Mehrausstattungen wie die Xenonleuchten, die 18-Zöller, die elektrische Heckklappe und die vielen Fahrdynamik-Helfer ins Feld. Wenn man das alles mit einrechnet, sieht die Sache schon ganz anders aus und der Aufpreis schmilzt auf leichter verschmerzbare 1000 Euro, rechnet er vor. Ein sensationelles Design, jede Menge Spaß beim Fahren, keine nennenswerten Kompromisse bei der Alltagstauglichkeit und ein sozialverträglicher Preisaufschlag – eigentlich gibt es nichts, was dem Erfolg des X4 noch im Wege steht.

Außer vielleicht dem neuen Porsche Macan. Der ist vom SUV-Coupé zwar noch ein bisschen weiter entfernt als der schräge Typ aus München. Doch im Feld von Langweilern wie dem Mercedes GLK und dem Audi Q5 ist er für extrovertierte Kunden die einzige Alternative. Und wenn es um Fahrspaß geht, fahren die Schwaben den Bayern mit den stärkeren Motoren mühelos davon. Gerade vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, dass sich nicht auch die M GmbH des neuen Sportlers annimmt. Ein M-Performance-Modell mit geschätzten 350 PS ist zwar fest eingeplant. "Aber einen X4 M als Antwort auf den 400 PS starken Macan Turbo wird es nach aktuellem Stand nicht geben", sagt Jacobi. Allerdings räumt er ein, dass man sich den Porsche und seine Absatzkurve bei der weiteren Modellplanung sehr genau anschauen werde. Ob da vielleicht sogar ein bisschen Hoffnung mitschwingt?

Autor: Thomas Geiger

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