Bosch im VW-Abgasskandal

Bosch steckt offenbar tief mit drin

Ein neuer Medienbericht wirft Licht auf die Verstrickung von Bosch in den Dieselskandal bei VW: Internen Mails zufolge soll der Zulieferer die Manipulationssoftware programmiert und geholfen haben, sie zu verstecken.
Ist Autozulieferer Bosch noch tiefer in den VW-Abgasskandal verstrickt als bislang angenommen? Laut "Wirtschaftswoche" belegt ein E-Mail-Schriftverkehr, dass Angestellte des Konzerns die Manipulationssoftware programmiert und geholfen haben, sie vor den Behörden zu verstecken. In einem internen Arbeitsauftrag der Bosch-Entwicklungsabteilung vom November 2006, also neun Jahre vor dem Bekanntwerden der Dieselaffäre, sei die "Akustikfunktion", so der Tarnname für die Schummelsoftware, wörtlich erwähnt. Zuvor habe ein VW-Manager an Kollegen geschrieben, dass die Akustikfunktion "so aussehen sollte, dass wir nicht erwischt werden". Wettbewerber sollten die Software nicht entdecken können, sie solle aber "irgendwie physikalisch argumentierbar" sein. Er habe einen entsprechenden Arbeitsauftrag bei Bosch eingereicht.

Bedenken wurden 2009 verworfen

Im Motorsteuergerät saß die Manipulationssoftware. Hat Bosch sie programmiert?

Eine Bosch-Mitarbeiterin habe dann in einer E-Mail vom März 2007 Kollegen gefragt: "Wie schlimm muss der (ein 'Cycle-Beater', eine Technik zu Abgasmanipulation; d. Red.) sein, dass wir hier sogar die Doku faken?" Ein Bosch-Angestellter bezeichnete dem Medienbericht zufolge im Jahr 2008 die Akustikfunktion ganz offen als "Zykluserkennung" – also als Programm, das Abgastests heimlich erkennen und Messungen manipulieren kann. Zwischenzeitliche Bedenken im Jahr 2009, der Einsatz bestimmter Software sei "nicht gesetzeskonform", sei schließlich verworfen worden, nachdem VW die alleinige Übernahme der rechtlichen Verantwortung abgelehnt habe.

Gerichtsurteil zwingt zur Freigabe von Unterlagen 

Das Landgericht Stuttgart hatte Bosch am 13. Juli 2018 dazu verurteilt, interne Unterlagen zum VW-Dieselskandal freizugeben – speziell E-Mails zwischen VW-Mitarbeitern und den Bosch-Beschäftigten sowie einen Brief der Rechtsabteilung des Zulieferers an VW. Dabei ging es um ein Streitverfahren von Anlegern gegen den VW-Großaktionär Porsche SE.

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