Brabus B40S-650: Fahrbericht

Brabus B40S-650 auf AMG C 63-Basis (2016): Fahrbericht

— 14.06.2016

Breites Grinsen bei 320 Sachen

650 PS und 320 km/h Spitze: Brabus hat den Mercedes-AMG C 63 aufs nächste Level gehoben. AUTO BILD ist die schwarze V8-Limo gefahren!

Brabus reichen die 510 PS im C 63 S nicht. Der Tuner presst irre 650 PS und bis zu 820 Newtonmeter Drehmoment aus dem V8-Biturbo. Ist das zu viel Dampf für eine C-Klasse? AUTO BILD hat es im Rahmen des Conti-Tuning-Tag von AUTO BILD SPORTSCARS ausprobiert und ist den schwarzen Bollermann gefahren.
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Innen ist alles AMG-Serienstand. Sogar die Klappenauspuffanlage lässt sich über den Standard-Knopf steuern.

Da ist er, der Schlüssel zur Macht! Und siehe da: Er ist wahrscheinlich das einzige Teil am Brabus-C, das noch chromglänzend ist. Denn an allen anderen Stellen musste der spiegelnde Glanz bösem Matt-Titan weichen – zumindest außen. Schön unauffällig ist das dunkle Mattgrau auch noch: Den verräterischen Hinweis auf die 650 PS, die zwischen den Vorderrädern hausen, dürfte kaum jemand erkennen, wenn der Brabus auf der linken Spur vorbeibrennt. Der Rest des verfeinerten AMG-Körpers besteht aus tief schwarzem Lack und Carbon, so wie an der Lippe der Frontschürze und dem Diffusorheck mit den Brabus-typischen Endrohr-Blenden. Die signalisieren dem Hintermann mit ihrer massiven Optik: Brauchst nicht zum Überholen anzusetzen – du hast eh keine Chance!

Die ausführliche Berichterstattung zum Conti-Tuning-Tag finden Sie in der August-Ausgabe der AUTO BILD Sportscars, die am 8. Juli 2016 erscheint.

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Mit offenen Klappen: bester V8-Sound

Recht dezent: Die Carbonanbauteile machen einen guten Eindruck. Pumpen die C-Klasse optisch auf, ohne zu dick aufzutragen.

Und an diesen imaginären Rat sollte man sich tatsächlich halten. Denn Brabus hat dem von Haus aus kräftigen C 63 S (510 PS) ordentlich auf die Sprünge geholfen. Die Techniker haben größere Lader in das Innen-V des 4,0-Liter-V8-Biturbos geklemmt. Dazu spendiert der Tuner neue Downpipes und ein Zusatzsteuergerät, das direkt hinter dem Kühler sitzt. Warum ein Zusatzsteuergerät? Ganz einfach: Ein kompletter Umbau der Elektronik wäre viel zu aufwendig. Dann zünden wir das Prachtstück von Motor mal. Das tiefe Grollen lässt schon im Stand Gutes erahnen. Im Cockpit ist alles Serienstand! Warum sollte man hier aber auch was ändern. Das Leder ist hochwertig, die Sitzposition top, alle Knöpfe sind da, wo man sie erwartet. Dazu gehört auch der Drücker für die Klappenauspuffanlage. Klick. Klappe auf. Ergebnis: Der Brabus mutiert akustisch zum satt blubbernden Powerboat.
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Rot heißt Gefahr! Der 4,0-Liter-Biturbo-V8 macht einen Leistungssprung. 140 PS liegt das roteköpfige Monster über dem Serienwert von 510 PS.

Und dann stürmt die grimmige C-Klasse von bestem V8-Stakkato untermalt los. Antrittsverzögerung des Turbomotors: praktisch nicht vorhanden. Die Siebengang-Automatik reagiert beim Kickdown zwar nicht ganz so flink wie ein Doppelkupplungsgetriebe. Muss sie aber auch gar nicht, denn schon ab 1750 Touren liegt das volle Drehmoment von 820 Nm an. Das ist viel, viel mehr als nötig. Die 265er Continental-Pneus an der Hinterachse halten mit Elektronikeingriffen trotzdem sauber die Spur, obwohl sie viel lieber verdampfen würden. 320 Sachen soll der Brabus laufen? Stimmt. Was sich im Motorraum abspielt, ist enorm.

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Dennoch: Bis auf den extrovertierten Sound ist der Brabus gut abgerichtet und fühlt sich stets berechenbar an. Bei der Vernichtung der Energie setzt Brabus auf die Keramik-Bremse von AMG, die die 140 Zusatz-PS gut wegsteckt. Gleiches gilt für das Fahrwerk, das von Brabus mit neuen Gewindefedern ausgerüstet wurde. Die Kennlinien der Dämpfer dagegen sind Serienstand. In Kombination ergibt sich ein sportliches, aber handzahmes Handling, das keine Tücken zeigt. Ein Tracktool ist der Brabus mit seinen knapp 1,7 Tonnen natürlich nicht. Viel mehr eine überragend motorisierte Limousine für diejenigen, denen eine Brabus S-Klasse zu auffällig ist.

Technische Daten Brabus B40S-650 Motor: V8-Biturbo Ottomotor • Hubraum: 3982 ccm • Leistung: 650 PS • maximales Drehmoment: 820 Nm • Beschleunigung: 0–100 km/h in 3,7 s • Vmax 320 km/h •  Verbrauch 8,8l SP/100 km • Testwagenpreis 157.669 Euro (davon Leistungssteigerung: 14.161 Euro; Auspuff: 5831 Euro; Anbauteile und Radsatz: 18.510 Euro).

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Peter R. Fischer

Fazit

Nicht nur der Schlüssel zur Macht, auch der Schlüssel zum Grinsen. Denn das wird man nicht mehr los, wenn der V8 die vergleichsweise handliche C-Klasse anschiebt. Für mich noch eine Spur faszinierender als die ganz großen Brabus-Bollermänner.

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