Brabus K8

Brabus K8 Brabus K8

Brabus K8

— 21.03.2002

Der Salon-Löwe

530 PS, abgeregelte 300 km/h Spitze. Ein Traum für Kunden, die Stil und Leistung des Serien-SL nochmals steigern wollen.

In 4,5 Sekunden auf Tempo 100

Salonlöwen sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Die Salonlöwen von heute sehen so aus: schwarz, breit und so stark, als würden sie gleich vom Messestand springen. Brabus K8, so sein fast militärisch knapper Name, heißt der stärkste SL, der auf dem Genfer Salon gesichtet wurde. K8, das bedeutet in Zahlen 530 PS, 775 Newtonmeter und 300 km/h. Eine Höchstgeschwindigkeit, bei der die Salonlöwen von heute elektronisch abgeregelt werden.

Leistungstuning scheint wirklich keine Grenzen mehr zu kennen. Inzwischen hat Brabus keine Hemmungen mehr, einen SL 55 AMG - mit 476 PS ab Werk sicher kein Schwächling - noch weiter zu pushen. "Warum nicht, wenn es technisch machbar ist?", fragt Bodo Buschmann mit der Selbstverständlichkeit des Geschäftsmanns, der seinen Markt kennt. "Solange wir das Ende der Leistungsschraube definieren können, tun wir es auch."

Schließlich lässt selbst der Kompressor-SL, in Frankfurt als aktuelle Leistungs-Spitze vorgestellt, den findigen Technikern in Bottrop noch Raum nach oben. Ein modifizierter Antrieb des Kompressors steigert die Förderleistung, ein spezieller Schwingungsdämpfer und eine neue Umlenkrolle sorgen für eine bessere Umschlingung des Riemenantriebs. Eine Zusatz-Umwälzpumpe samt Extra-Gegenkühler senkt die Temperatur des Frischgases, während besondere Metallkatalysatoren den Abgasgegendruck senken.

Das Ergebnis imponiert schon auf dem Papier: Der Brabus K8 übertrifft nicht nur mit 54 Extra-PS deutlich die Serienversion, sondern auch mit 775 statt 700 Newtonmeter Drehmoment. In 4,5 Sekunden soll der Supersportler Tempo 100 knacken, nach 13,6 Sekunden die 200.

Bei 300 km/h wird abgeriegelt

Bei Tempo 300 schiebt die Elektronik den Riegel vor - aber nur deshalb, weil es derzeit keine 20-Zoll-Reifen gibt, die für höhere Geschwindigkeiten freigegeben sind. Schließlich weitet der Pneu sich dann so stark, dass die Fahrwerk-Techniker nicht gewagt haben, das Auto mit einem Elektronikmodul mehr als 15 Millimeter tiefer zu legen. Denn darüber hinaus könnte der labile Gummi an den Kotflügel schlagen.

Tatsächlich wird es mit den dicken Socken des Salonlöwen knapp im Radhaus: Brabus bietet ein- und mehrteilige Monoblock-Leichtmetallfelgen in den Größen 18 bis 20 Zoll. Am Genfer Messe-Modell sind vorn 245/35er auf 9J x 20 montiert, hinten 285/30er auf 10J x 20. Darunter steckt eine vergrößerte Bremsanlage, vorn mit Zwölfkolben-Festsätteln - eine Weltneuheit im Straßenfahrzeugbau.

"Ohne Abregelung würde der K8 an die 318 km/h des alten SL 73 heranreichen", erzählt Pressemann Sven Gramm. Der Vorgänger gilt bei Brabus bis heute als stille Referenz, setzte der Hubraumriese doch schon 1995 Leistungsrekorde: 582 PS leistete der Zwölfzylinder. Wenn der Genfer Salonlöwe kaum langsamer rennt, dann aufgrund seiner deutlich besseren Aerodynamik. Der Frontspoiler (wahlweise mit bis zu vier Zusatzscheinwerfern bestückt) und die Heckschürze mit integriertem Diffusor sollen bei Spitzentempo den Auftrieb nochmals reduzieren - versprechen die Brabus-Entwickler nach ihren Versuchsreihen auf der Mercedes-Teststrecke in Papenburg.

Mit allen Extras: 250.000 Euro

Vor allem aber: Sie lassen den SL noch satter auf der Straße stehen. Geht das überhaupt? Der pechschwarze Brabus gibt darauf eine stille und überzeugende Antwort, denn er hebt sich optisch nochmals eindeutig von der Serienversion des SL 55 AMG ab. Das ist es, was die Kunden der Bottroper Edelschmiede wünschen.

Das gilt auch fürs Interieur: Die Instrumente strahlen wieder über schwarzem statt weißem Grund, die Tachoskala reicht prestigeträchtig bis 360 km/h. Sven Gramm: "In absehbarer Zeit werden entsprechende Reifen freigegeben."

Der K8 strahlt in Genf wie eine edle Tuning-Boutique, ausstaffiert mit allem, was der Brabus-Katalog hergibt: Karbon-Dekor auf der Mittelkonsole, beheizbarem Lenkrad sowie Edelstahl-Einstiegsleuchten mit beleuchtetem Brabus-Logo. Beim Klick auf die Fernbedienung leuchten Strahler unterm Auto lästige Pfützen aus - eine luxuriöse Art, den Teppich zu schonen. So viel Luxus hat seinen Preis: Rund 250.000 Euro verlangt Brabus für den stärksten SL, sollte der Kunde alle Extras ordern. Es geht auch günstiger, denn der reine Motorkit kostet 14.946 Euro - Einbau in jeder Mercedes-Werkstatt möglich.

Ruhe wird Brabus dennoch nicht geben. Am Horizont erscheint schon der Maybach-Zwölfzylinder - mit 550 PS und zwei Turbos wie geschaffen für den Anspruch von Bodo Buschmann: "Wir wollen in Leistung und Qualität immer das beste Angebot machen."

Technische Daten V-Achtzylinder mit Kompressor, vorn längs • Hubraum 5439 cm3 • drei Ventile pro Zylinder • Leistung 390 kW (530 PS) bei 6200/min • max. Drehmoment 775 Nm bei 3000/min • Fünfstufenautomatik • Hinterradantrieb • ESP • Beschleunigung 0-100 km/h in 4,5 s • Höchstgeschwindigkeit 300 km/h • Länge/Breite/Höhe 4535/1815/1285 mm • Leergewicht 1900 kg • Reifen 245/35 ZR 20 vorn, 285/30 ZR 20 hinten • Tankinhalt 80 l • Kofferraumvolumen 235 l • Preis mit allen Extras 250.000 Euro

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