Auto in Flammen

Brandserie in Berlin nicht gestoppt

— 24.10.2011

Trotz Festnahme erneute Brandstiftung

Nach der Festnahme eines geständigen Brandstifters in Berlin ging in der Nacht zum Montag erneut ein Auto in Flammen auf. Die Polizei sucht jetzt nach weiteren Tätern.

(dpa) Die Serie der Autobrände in Berlin hat sich auch nach der Festnahme eines geständigen Brandstifters fortgesetzt. In der Nacht zum Montag (24. Oktober 2011) ging ein Auto im Stadtteil Lichtenberg in Flammen auf. Das Fahrzeug brannte nach Polizeiangaben vollständig aus. Ein daneben parkendes Auto wurde beschädigt. Bisher werde ein politisches Motiv für die Brandstiftung ausgeschlossen, hieß es. Nach der Festnahme eines Serien-Autobrandstifters müsse nun jede gestandene Brandstiftung mit Beweisen und den Tatorten abgeglichen werden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. "Das dauert. Für eine Anklage muss jede Tat belegt sein. Wir stützen uns nicht allein auf die Angaben des Beschuldigten." Der Mann solle auch weiter vernommen werden. Geprüft werde, ob er für weitere Brandstiftungen verantwortlich ist.

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Der Polizei hatte den 27-Jährigen am Freitag gestellt. Er gestand, zwischen Juni und August dieses Jahres 67 Autos der Marken Audi, BMW und Mercedes direkt angezündet zu haben. 35 weitere Autos wurden von den Flammen oder der Hitze beschädigt. Gegen den Festgenommenen wurde Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung erlassen. Der Chef des Landeskriminalamtes (LKA), Christian Steiof, sprach am Sonntag von einem sensationellen Erfolg der Ermittler. Der gelernte Maler und Lackierer, der bei seiner Mutter wohnte, gab laut Polizei persönlichen Frust, soziale Unzufriedenheit und Geldnöte wegen seiner Arbeitslosigkeit als Motiv an. Verbindungen zur linksextremistischen Szene soll der Einzeltäter nicht haben. "Er hat nicht Buch geführt über die Taten", sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf am Montag. Die hohe Zahl der Taten sei auch anhand einer immer gleichen "Begehungsweise" ermittelt worden. Einzelheiten nannten die Fahnder aber nicht.

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Die Polizei betonte, die nächtlichen Streifen von Berliner Beamten und Bundespolizisten gingen weiter. In diesem Jahr wurden in Berlin nach Angaben der Polizei bereits 471 Fahrzeuge direkt angegriffen sowie weitere 183 Wagen von Feuer mitbeschädigt. Dabei werden von den direkten Angriffen 171 als politisch motivierte Taten eingeschätzt. Die Täter werden im linksextremistischen Spektrum vermutet. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte, der Verfolgungsdruck müsse auf gleich hohem Niveau aufrechterhalten werden. Es gebe die Hoffnung, dass der Fahndungserfolg in Berlin Nachahmer in anderen Städten abschrecke, sagte der Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut. Autobrandstiftungen ließen sich nur erfolgreich bekämpfen, wenn für die Polizei genügend Personal und Mittel bereitgestellt werden. Die Polizei war dem 27-Jährigen auch durch die gezielte Auswertung von Bildern aus Videokameras an einem U-Bahnhof auf die Spur gekommen. Eine flächendeckende Überprüfung von Bürgern drohe nicht, hieß es bei der Polizei. Es seien nur Bilder in einem engen zeitlichen Rahmen ausgewertet worden, solche, die vor und nach den Brandstiftungen aufgenommen wurden. SPD und CDU hatten sich bei ihren Koalitionsverhandlungen geeinigt, Videoaufnahmen von U-Bahnhöfen künftig 48 Stunden zu speichern, statt wie bisher 24 Stunden.

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