Illegales Autorennen in Bremen: eine Tote

Bremen: Kein illegales Autorennen

— 24.07.2015

Ursache Alkohol statt Autorennen

Ein aufsehenerregender tödlicher Unfall in Bremen ist doch nicht auf ein illegales Autorennen zurückzuführen. Die Polizei revidierte ihre ursprüngliche Darstellung zur Unfallursache.

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'Was halten Sie von illegalen Autorennen?'

(dpa/mas/cj) Am Unfalltod einer 52-Jährigen in Bremen sind anders als tagelang angenommen nicht zwei verantwortungslose Raser schuld. Die Polizei revidierte am Donnerstag (23. Juli 2015) ihre Darstellung vom Sonntag zuvor, wonach es sich bei der Unfallursache um ein illegales Autorennen handelte. Videoaufnahmen hätten gezeigt, dass es zur Unfallzeit kein Überholmanöver mit überhöhter Geschwindigkeit gegeben habe, teilten die Ermittler mit. Sie gehen nun davon aus, dass die Frau selbst schuld war an dem Unfall: Sie hatte mehr als 1,5 Promille im Blut, als sie die Kontrolle über ihren Wagen verlor und gegen einen Baum und einen Betonpfeiler prallte.

Die 52-jährige Autofahrerin war mit ihrem Fahrzeug gegen einen Baum und einen Laternenmast geprallt.

In Bremen hatte ein Mann den Beamten berichtet, dass der 52-Jährigen zwei Autos entgegengekommen seien, die sich überholen wollten. Andere Zeugen machten ähnliche Aussagen.  Die Polizei hatte in ihrer ersten Meldung keine Zweifel an dieser Darstellung gelassen. "Vielleicht hätten wir deutlicher sagen können, dass es sich um Zeugenaussagen handelt", räumte ein Polizeisprecher ein. Dass mehrere Anwohner von einem Autorennen berichteten, obwohl es keins gab, erklären sich die Beamten mit dem Stille-Post-Effekt. "Einer sieht etwas, erzählt es weiter und dann haben es plötzlich auch andere gesehen."

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Zweifel kamen den Ermittlern, als sie private Videoaufzeichnungen auswerteten, auf denen kein Rennen zu sehen war. Als sie den ersten Zeugen mit den Videos konfrontierten, habe dieser seine Aussage zurückgenommen. Er blieb aber dabei, dass der 52-Jährigen kurz vor dem Unfall eine Limousine mit hohem Tempo entgegenkam. Nach dem Fahrer dieses Wagens sucht die Polizei immer noch. Der 51-jährige Beifahrer der verunglückten Frau kann zur Aufklärung des Unfalls nicht beitragen, da auch er betrunken war. Der Mann wurde bei dem Unfall leicht verletzt.
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Ursprünglich hatte es geheißen, die Frau habe mit ihrem Auto zwei Wagen ausweichen müssen, die sich in der Nacht zum Sonntag (19. Juli 2015) ein illegales Wettrennen geliefert hätten und ihr mit Tempo 90 oder schneller innerorts entgegen gerast wären. Dabei hätten die beiden Fahrzeuge auch die Fahrbahn der Frau genutzt. Um einen Frontalzusammenstoß zu verhindern, sei die 52-Jährige ausgewichen, von der Straße abgekommen und schließlich gegen einen Baum und einen Betonmast gefahren. Die Frau war noch an der Unfallstelle verstorben. Nach dem tödlichen Unfall waren bei der Polizei mehrere Dutzend Hinweise eingegangen, darunter auch sehr konkrete Tipps zu bestimmten Autos. Ermittelt wurde wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht.

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Nach Angaben des TÜV Rheinland gibt es illegalen Rennen bundesweit in vielen Städten. Manchmal würden dabei hohe Geldpreise ausgesetzt, wie der Vorsitzende des Bundesverbandes Niedergelassener Verkehrspsychologen, Karl-Friedrich Voss, nach dem Unfall von Köln geschildert hatte. Beteiligte seien meist junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren. "Leute, die ihr Selbstbewusstsein sehr stark mit dem Auto verknüpfen."

Bereits drei Todesopfer in Köln

In Köln starb vor kurzem ein Radfahrer wegen eines illegalen Rennens.

Vor allem in Köln häufen sich in letzter Zeit die illegalen Straßenrennen. Erst vor kurzem war ein Radfahrer Opfer eines solchen Rennens geworden. Der Wagen eines Rennteilnehmers überschlug sich und traf den Radler mit voller Wucht, so dass er starb. Es war der dritte tödliche Unfall seit Jahresbeginn, der vermutlich auf illegale Autorennen zurückzuführen ist.

Auch in Salzgitter kam es in der Nacht zum Sonntag zu einem illegalen Autorennen. Die Polizei leitete dort gegen zwei junge Männer Verfahren ein, die sich mit weiteren Beteiligten ein nicht genehmigtes Rennen im normalen Straßenverkehr geliefert hatten. Die beiden Männer erwarten hohe Geldbußen und möglicherweise Fahrverbote.

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Unfall Unfallflucht

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