Bremsflüssigkeit wechseln: Kosten und Intervalle

Bremsflüssigkeit wechseln: Kosten und Intervalle

— 18.03.2016

Darum ist der Wechsel so wichtig

Die Bremsflüssigkeit muss in den meisten Autos regelmäßig gewechselt werden. Warum, wie oft, und was der Wechsel kostet, lesen Sie hier.

Für die optimale Funktion der Bremse ist der Zustand der Bremsflüssigkeit von besonderer Bedeutung. Da sie mit der Zeit ihre Eigenschaften verändert, ist ein regelmäßiger Wechsel notwendig. Etwa alle zwei bis drei Jahre sollte die Bremsflüssigkeit ausgetauscht werden. Die Kosten für den Wechsel halten sich im Rahmen. Freie Werkstätten bieten den Wechsel der Bremsflüssigkeit oft zu Pauschalpreisen an. Rund 50 Euro fallen dabei inklusive der Flüssigkeit an – je nach Fahrzeugtyp etwas mehr oder weniger. Die Dauer des Bremsflüssigkeitswechsels beträgt in der Regel rund 30 Minuten. Wer sicher gehen will, dass ein Wechsel wirklich notwendig ist, kann zuvor auch den Wassergehalt der Bremsflüssigkeit messen lassen. Aus dem prozentualen Wassergehalt lässt sich die Notwendigkeit eines Wechsels ableiten.
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Aufgabe und Schwachpunkt der Bremsflüssigkeit

Bremsflüssigkeitstestgeräte prüfen den Wassergehalt, indem sie eine kleine Menge Bremsflüssigkeit zum Kochen bringen.

Die Bremsflüssigkeit steht in einer Leitung, die das Bremspedal mit den Kolben der Scheibenbremsen oder den Radbremszylindern der Trommelbremse verbindet. Tritt man auf das Pedal, überträgt die Flüssigkeit den Druck. Ein Bremskraftverstärker wirkt dabei unterstützend. Während des Bremsens werden die Bremsscheiben und ihre Umgebung sehr heiß. Dabei kann auch die Bremsflüssigkeit erhitzt werden. Beim Übersteigen des Siedepunktes droht Bläschenbildung. Tritt man dann aufs Pedal, werden nur noch die Luftbläschen zusammengedrückt, die Kraft aber kaum oder gar nicht mehr übertragen.
Bremsbeläge und Bremsscheiben wechseln: Bremsen am Limit

Je nach Siedepunkt wurden Bremsflüssigkeiten vom amerikanischen "Department of Transportation" (DOT) in drei Klassen eingeteilt: In der Klasse DOT 3 liegt der Siedepunkt mindestens bei 205 Grad Celsius. Bei Bremsflüssigkeit der Klasse DOT 4 sind es mindestens 230 Grad Celsius bis der Siedepunkt erreicht ist. Und bei DOT 5 sind es mindestens 260 Grad Celsius. Viel wichtiger als der Siedepunkt bei neuer Bremsflüssigkeit ist der Nasssiedepunkt bei gebrauchter Bremsflüssigkeit. Mit 3,5 Prozent Wasseranteil gelten entsprechend niedrigere Grenzwerte: DOT 3 besitzt einen Nasssiedepunkt von mindestens 140 Grad Celsius. In der Klasse DOT 4 liegt der Nasssiedepunkt bei mindestens 155 Grad Celsius, bei DOT 5 bei mindestens Grad Celsius. Ab drei Prozent Wasseranteil sollte die Bremsflüssigkeit deshalb immer gewechselt werden.

Die hygroskopische Eigenschaft der Bremsflüssigkeit

Durch den Verschleiß der Beläge kann der Pegel leicht sinken. Nachfüllen ist okay, jedoch erst wenn der Stand unter die "MIN"-Markierung fällt.

Mit Abstand am weitesten verbreitet ist die klassische Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis. Sie kann Wasser, das ins Bremssystem eingedrungen ist, aufnehmen und lösen. Diese hygroskopische Eigenschaft ist es, deretwegen die Bremsflüssigkeit regelmäßig alle zwei bis drei Jahre gewechselt werden muss. Andernfalls könnte das in ihr gelöste Wasser bei starker Erhitzung zu Bläschen verdampfen und damit die Übertragung der Bremskraft gefährden. Außerdem fördert das gelöste Wasser die Rostbildung in der Bremsanlage, speziell am Bremskolben, und es verringert die Schmierfähigkeit. Einen Teil dieser Probleme löst eine seltener verwendete Bremsflüssigkeitssorte auf Silikonbasis. Sie kann kein Wasser aufnehmen und lösen, sondern stößt es ab. Das bedeutet: Die Bremsflüssigkeit braucht nicht gewechselt werden. Diese Sorte gibt es nur in der höchsten Klasse als DOT 5.0. Die entsprechende Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis hat die Klassifizierung DOT 5.1.

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Silikonhaltige Bremsflüssigkeit eignet sich eigentlich perfekt für den Einsatz im Oldtimer. Allerdings erfordert eine Umstellung von normaler auf die etwas dickflüssigere silikonhaltige Bremsflüssigkeit gründliches Spülen der Anlage und das Auswechseln aller Dichtungen. Beide Sorten dürfen auf keinen Fall vermischt werden! Ein Sonderfall sind schließlich noch Produkte auf Mineralölbasis. Sie kommen serienmäßig zum Einsatz, aber nur bei wenigen Herstellern wie beispielsweise Citroën. Viele Profis empfehlen, sich bei der Bremsflüssigkeit ganz einfach an die Herstellervorgaben zu halten.

Autor: Michael Struve

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