Brennstoffzelle geht in Großserie

— 01.06.2011

Daimler gibt Gas

Daimler tut sich mit Gashersteller Linde zusammen – und baut ab 2014 Brennstoffzellenautos in Großserie. 20 neue Wasserstoff-Tankstellen sind geplant.

(dpa) Daimler steigt früher als ursprünglich angedacht in die Großserienproduktion von Autos mit Brennstoffzellenantrieb ein. Vorstandschef Dieter Zetsche sagte am 1. Juni 2011 in Stuttgart, die Serienfertigung laufe bereits 2014 an. Das ist ein Jahr früher als bisher geplant. Zuvor hatte der Autobauer bekanntgegeben, dass er zusammen mit dem Industriegashersteller Linde in Deutschland beim Aufbau von Wasserstofftankstellen aufs Tempo drücken will. In den kommenden drei Jahren sollen 20 zusätzliche Stationen entstehen. Es seien Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe vorgesehen.

Zetsche sagte: "Es muss endlich Schluss sein mit den unproduktiven Debatten." Durch den Vorstoß von Daimler und Linde wird die Zahl der öffentlichen Wasserstofftankstellen in Deutschland deutlich steigen. Zurzeit gibt es den Angaben zufolge knapp 30 Stationen. Die neuen Stationen sollten in den Regionen Stuttgart, Berlin und Hamburg sowie entlang einer neuen durchgängigen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindung gebaut werden. Zetsche weiter: "Die Brennstoffzelle bringt die Elektromobilität einen entscheidenden Schritt voran." Sie ermögliche emissionsfreies Fahren mit großen Reichweiten bei kurzen Tankzeiten.

Linde-Chef Wolfgang Reitzle sagte laut Mitteilung, in Verbindung mit der Brennstoffzelle werde Wasserstoff den Ausbau der Elektromobilität ganz wesentlich prägen. Hintergrund der Ankündigung ist, dass drei am 30. Januar von Daimler auf eine Reise um die Welt geschickte Fahrzeuge mit dem alternativen Brennstoffzellenantrieb am Mittwoch nach Stuttgart zurückgekehrt sind. Die Brennstoffzelle erzeugt Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff, indem sie chemische Energie in elektrische Energie umwandelt. Zetsche sagte: "Die Zeit ist reif für Elektroautos mit Brennstoffzelle. Jetzt muss das Thema Infrastruktur Fahrt aufnehmen." Weltweit gebe es rund 200 solcher Wasserstofftankstellen, sagte der Daimler-Chef.

Allein in Deutschland ist nach Einschätzung von Experten ein Netz von etwa 1000 Tankstellen für eine flächendeckende Versorgung notwendig, wie der Autobauer erklärte. Mit der Weltumrundung wollte Daimler für den Aufbau eines globalen Netzes werben. Die Fahrt der Fahrzeuge der B-Klasse mit dem umweltfreundlichen Antrieb ging durch 14 Länder – darunter die USA und China. In 125 Tagen wurden 30.000 Kilometer zurückgelegt. Anlass für die Tour waren die Feierlichkeiten zum 125. Geburtstag des Autos. Am 29. Januar 1886 hatte Carl Benz sein "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" beim Patentamt eingereicht. Dieses Datum gilt als Geburtsstunde des modernen Automobils.

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Kommentare zum Artikel (8)

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Steiny
07.06.2011, 11:39Uhr

Es wird doch immer wieder "alter Käse" als Innovation angeprisen ! Die Brennstoffzelle ist ein alter Hut, der nachweislich nicht sinnvoll ist. Keine Infrastruktur für H². Speicherung und Handling im Fahrzeug sehr problematisch (Sicherheit, Fluktuation). Teuere Technik. Also was soll das ? Da versucht doch Daimler und Linde nur nochmal einen totoen Gaul zu reiten und die Politiker fallen wieder darauf rein !

Zwetschge
06.06.2011, 16:23Uhr

"Die Produktion beginnt schon ein Jahr eher, als geplant !" Das ist ja wohl eine Frechheit ! Vor zehn Jahren hat Daimler gesagt in mindestens 5 Jahren fahren bereits 100.000 Brennstoffzellenautos auf den Straßen. Dafür sind Milliarden (meist Steuergelder) investiert worden. Und was ist geschehen seit dem. NULL !!! Jetzt geht die Verarsche in die zweite Runde ! Gebt denen ja kein Geld mehr für den Mist !

Bernie
03.06.2011, 12:57Uhr

Wenn für die Produktion des Wasserstoff Energie aus der Nutzung von alternativen Quellen (Solar, Wind, Wasser) verwendet wird, kann man es als umweltfreundlich bezeichnen.
Anderenfalls ist es eine "Veralberung" (nicht hinterfragender) Verbraucher.
Fahrzeuge mit Reichweiten unter 300 km und Endgeschwindigkeiten um die 140 km/h sind für die Verbaucher uninteressant, vorallem wenn KFZ in Preisregionen von Oberklasse-limousinen vorstoßen. Hier müssen sie im Vergleich auch gegen diese bestehen.

schweisshundbauer
03.06.2011, 12:44Uhr

eintscheidend ist doch wohl, wieviel elektrische energie ich für die erzeugung von wasserstoff einsetzen muß.und das steht doch wohl in keinen verhältnis,wenn da nur 30 bis 40 prozent ankommen

Onkel Klaus
03.06.2011, 00:58Uhr

Die aktuellen E-Fahrzeuge sind ohne Subventionen nicht absetzbar. Wer zahlt für einen Kleinwagen mehr als 30000 Euro, bei einerpraktischen Reichweite von unter 80 km - mit Heizung etc, mäßigen Fahrleistungen und einem Innenraum, der zu einem 5000 Euro-Wagen gehört - kaum jemand.
Man sollte auch bedenken, daß man sich wieder abhängig - und zwar von den Stromkonzernen - macht. Die erhöhte Nachfrage und ein Produzentenoligopol lassen die Preise steigen!
Wo bleibt denn synthetischer Treibstoff?

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