Brennstoffzellen-Fahrzeuge

Brennstoffzellen-Fahrzeuge

— 08.10.2002

Flottenkampf mit Wasserdampf

Die Brennstoffzelle macht Fortschritte: Ford, DaimlerChrysler und Opel schicken ihre ersten Fahrzeug-Flotten in den Praxistest.

Aufmarsch der Kleinflotten

Der Auto-Antrieb mit der Brennstoffzelle wird kommen, und der Verteilungskampf um die Marktfhrerschaft im neuen Technologiesektor ist erffnet. Ford, DaimlerChrysler und Opel schicken ab 2003 seriennahe Test-Flotten aus. Erffnet wurde der Flottenaufmarsch von Ford. Die Klner stellten am Mittwoch (2.10.) ihr erstes seriennahes Brennstoffzellen-Auto vor: Der in den USA entwickelte und produzierte Ford Focus FCEV Hybrid wird mit einer Kombination aus Brennstoffzelle und Batterie betrieben.

Den Hauptteil seiner Antriebsenergie bezieht das Auto aus gasfrmigem Wasserstoff. Das Leichtbaufahrzeug auf der Basis des Ford-Focus wird in einer Kleinserie von bis zu 40 Fahrzeugen gebaut. In den nchsten Jahren soll es von Kunden in der Praxis erprobt werden. Die Antwort von DaimlerChrysler lie nicht lange auf sich warten. Am Montag (7.10.) verkndeten die Stuttgarter, ab 2003 den schadstofffreien und sehr leisen Brennstoffzellen-Antrieb mit einer Flotte von 90 Fahrzeugen zu testen. Darunter 60 Pkw der A-Klasse, die an Kunden in Europa, USA, Japan und Singapur ausgeliefert werden.

"Wir sind aus dem reinen Versuchsstadium raus die Fahrzeuge haben Seriencharakter", sagte Vorstandsmitglied Jrgen Hubbert. uerlich sind sie von den heutigen A-Klasse-Modellen nicht zu unterscheiden. Ihre Brennstoffzelle verwandelt Wasserstoff in Energie fr den Elektromotor, der damit auf eine Leistung von 65 Kilowatt (88 PS) kommt. Fr den Sprint auf 100 km/h bentigen die Testkandidaten 16 Sekunden, der Topspeed betrgt 140 km/h.

Endgltige Serienreife erst 2010

Das vorgestellte A-Klasse-Versuchsfahrzeug sei allerdings "unbezahlbar", sagte Hubbert. Angestrebt ist ein Preis, der in der Grenordnung einer heutigen A-Klasse liege. "Der Kunde ist nicht bereit, mehr zu zahlen als fr ein konventionelles Fahrzeug", meinte Hubbert. Neben der A-Klasse liefert Mercedes-Benz auch 30 wasserstoffgetriebenen Citaro-Busse an Verkehrsbetriebe in Amsterdam, Barcelona, Hamburg, London, Luxemburg, Madrid, Porto, Rejkjavik, Stockholm und Stuttgart. Um Marktfhrer in der neuen Technologie zu werden investiert DaimlerChrysler bis 2004 etwa eine Milliarde Euro.

Opel konterte schlielich am Dienstag (8.10.): Auch Mutterkonzern GM habe sich zum Ziel gesetzt, "weltweit der erste Autokonzern mit einer Million Brennstoffzellen-Fahrzeuge im Markt zu sein", sagte Opel-Vorstandsmitglied Klaudia Martini. Deshalb schickt der hessische Autobauer 2003 eine Kleinstflotte in den Praxistest. In sieben Fahrzeugen des Modells Zafira muss die neuen Antriebstechnik beweisen, ob sie auch fr den Alltag geeignet ist.

Alle drei Hersteller rechnen erst ab 2010 mit der Serienreife ihrer Modelle. Denn vor allem das Gewicht und die Zuverlssigkeit bereiten den Technikern noch Sorge. Deshalb fordern Hubbert und Martini bei aller Konkurrenz eine bessere Zusammenarbeit der Hersteller, um die neue Technik schneller voran zu bringen. Bislang kochen Ford, GM, DaimlerChrysler sowie Toyota und Honda jeweils ihr eigenes Wasserstoff-Sppchen. Die beiden japanischen Konzerne stehen ebenfalls kurz vor der Erprobung von Kleinserien.



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