British International Motor Show 2008

Opel Insignia Opel Insignia

British International Motor Show 2008

— 22.07.2008

London treibt es bunt

Grün waren sie, die letzten großen Automessen. Das ist die Londoner Motor Show auch. Aber eben nicht nur. Clevere Spritsparer kommen ebenso zum Zug wie klassisch gestrickte Automobilitäten.

Opel, sonst gerne mal zwischen der großen und selbstbewusst auftretenden deutschen Konkurrenz erdrückt, sicherte sich am Vorabend der British International Motor Show den ganz großen Auftritt. Die Rüsselheimer warfen in der Londoner Innenstadt den Insignia aus einem Container – mit Blick auf die alt ehrwürdige Tower Bridge. Der moderne Opel, der so gar nicht an seinen spießigen Vectra-Vorgänger erinnert, kann technisch alles (intelligentes Beleuchtungssystem, Verkehrszeichen-Erkennung), was die Mitbewerber in der Mittelklasse auch zu bieten haben, er ist dabei aber eine ganze Ecke günstiger. In Sachen Hybrid und alternative Antriebe steht der in England als Vauxhall Insignia verkaufte Opel allerdings genauso nackig da wie die Konkurrenz aus Stuttgart, Wolfsburg oder Korea.

Lotus zeigt den Briten sein neues Topmodell Evora

Balsam für die geschundenen englischen Auto-Seelen ist der Lotus Eagle, der als Evora zu den Händlern rollen soll. So könnte zwar auch ein Deoroller heißen – aber immerhin wird das gute Stück in England gebaut. Dass bei Lotus längst der malaysische Multikonzern Proton das Sagen hat – geschenkt. Der flache Engländer legt genau die sportliche Eleganz an den Tag, mit dem man gegen die schnellen Dauerbrenner aus Zuffenhausen antreten kann. Den Rest besorgt der 280-PS starke Toyota-Sechszylinder, der sich mit lediglich 1400 Kilo Sportwagen herumplagen muss. Das erste neue Lotus-Modell seit 13 Jahren ist allerdings kein Angebot vom Discounter: Die Preisliste des Evora beginnt bei 70.000 Euro.

Für 17.500 Euro fährt eine englische Familie elektrisch

Wie man trotz eisenharter Tradition mutig in die Zukunft marschieren kann, zeigt Land Rover. Die englischen Allrad-Pioniere feiern in London den 60. Geburtstag der Marke und haben neben dem facegelifteten Range Rover auch eine schicke Freiluft-Arena an die Themse gestellt. Entsprechend bunt ist das erwartete Publikum. Wo in Frankfurt oder Genf verbissene PS-Gespräche geführt werden, sollen sich in London Familien ins automobile Getümmel stürzen. Zwischen Drift-Challenge, Kart fahren und Allrad-Parcours reicht die Konzentration dann auch, um sich mit Zukunfts-Themen zu beschäftigen. Mit dem Nice Ze-O, zum Beispiel. Einem in England geplanten und in China gebauten Elektro-Minivan. Rund 100 Kilometer Reichweite, 80 km/h Spitze, Blei-Akkus und Allerwelts-Design. Kein Hightech-Produkt, dafür aber ab Oktober 2008 für umgerechnet 17.500 Euro vergleichsweise günstig zu haben. Vorerst allerdings nur in England. Nice will mit dem Ze-O und diversen anderen Elektro-Flitzern auch auf dem Festland punkten. Wann der Ze-O über den Kanal stromert, ist noch nicht klar.

Schneller Stromer

Gleicher Zeitplan, anderer Ansatz: Lightning, auch so ein sich dem allgemeinen Niedergang störrisch widersetzender englischer Autobauer, will mit dem Electric GT an die Budgets der gut betuchten Schnellfahrer. Vier Radnaben-Motoren mit insgesamt rund 700 PS wuchten den Renner in gut vier Sekunden auf 100 km/h. Lithium-Ionen-Akkus liefern Saft für 700 Kilometer. Ein Porsche-Killer, der an der Steckdose tankt. Respekt. A propos Porsche. Die neuen VW-Eigner glänzen in London mit Abwesenheit. Den konservativen Schwaben ist das volksnahe Treiben an der Themse dann doch etwas zu bunt.

Aktuelle Fotos der British International Motor Show gibt es oben in der ständig aktualisierten Bildergalerie!

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