BRP Can-Am Spyder Roadster: Fahrbericht

BRP Can-Am Spyder Roadster BRP Can-Am Spyder Roadster

BRP Can-Am Spyder Roadster: Fahrbericht

— 22.09.2008

Nicht Fisch, Nicht Fleisch

Was ist denn da los? Neue interessante Dreiräder bieten sich als spannende Alternativen für Sportfahrer an. Einer von ihnen ist der Can-Am Spyder Roadster. AUTO BILD SPORTSCARS-Autor Oliver Strohbach ist ihn gefahren.

Ich fahre Dreirad – wie das schon klingt. Einem Dreijährigen kauft man den Satz wohlwollend ab (guter Junge). Aber einem Dreißigjährigen? Viel kommt da ja nicht in Frage – ein Trike vielleicht? Dafür braucht es aber viel Gemütlichkeit – nee, dafür sind wir noch nicht zu haben. Dann einen der witzigen historischen Morgan Threewheeler? Nicht schlecht, aber auch nicht sportlich genug. Gibt es denn nichts mit aktueller Technik, das richtig anmacht? Doch, vorsichtig wagen sich derzeit einige Hersteller mit sportlichen Dreirädern auf den deutschen Markt. Zum Beispiel BRP, der kanadische Konzern Bombardier Recreational Products und Spezialist für Motorschlitten und Jetski, stellt den Can-Am Spyder Roadster vor. Eine Mischung aus Motorschlitten, Motorrad und ein wenig Auto.

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Für enge Kurvenradien braucht man trotz Servounterstützung viel Kraft.

Als Dreispurfahrzeug darf man den Can-Am übrigens mit dem Autoführerschein bewegen, Schutzkleidung empfiehlt sich aber ebenso wie eine ausführliche Testfahrt. Denn wo die Bedienung mit Kupplungshebel und sequenziellem Getriebe für Motorradfahrer kein Problem darstellt, dürfte der Auto-Pilot etwas Übung brauchen. Auch, weil die Breite nicht ganz einfach einzuschätzen ist. Die meiste Übung verlangen aber enge Kurvenfahrten. Zwar hilft ein Servomotor beim Lenken, dennoch braucht es recht viel Kraft. Schließlich neigt sich die Fuhre aus der Kurve, was wiederrum Biker verunsichert. Wie bei einem Quad muss man sich bei flotter Fahrt kräftig dagegen lehnen. Doch die Angst vorm Umkippen kann man gleich begraben.

Das Bosch-ESP bremst das Dreirad sicher ein. Hat man dies probiert und verinnerlicht, beginnt der Spaß. Kräftig am Hahn drehen, und der 1000-Kubik-V2 von Rotax, dem österreichischen Motor- und Getriebehersteller, der auch zu Bombardier gehört, rasselt und peitscht voran, dass man auch als eingefleischter Biker Respekt zollt. Zudem machen der Gepäckraum und die breite Zweiersitzbank den Can-Am auch für lange Touren fit. Das Can-Am-Dreirad kann also ziemlich viel, vor allem bietet es aber all jenen, die nie auf den Gedanken gekommen wären, ein Motorrad zu kaufen, eine echte Alter- native, etwa als Drittfahrzeug für den zweiten Frühling.

Autor: Oliver Strohbach

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