BYD e6 auf der NAIAS 2009

Der E6 ist ein reines Elektroauto aus China. Der E6 ist ein reines Elektroauto aus China.

BYD e6 auf der NAIAS 2009

— 13.01.2009

Stromschlag aus Fernost

In Detroit zeigt der chinesische Hersteller BYD einen Kompaktvan mit Elektroantrieb. Der e6 soll 400 Kilometer am Stück schaffen und nach zehn Minuten wieder halb aufgeladen sein. Kaum zu glauben.

BYD steht für "Build Your Dreams", also so viel wie "Bau' dir deine Träume". Na dann, los: Eine grobe Vorlage liefern die Chinesen schon mal mit dem e6 auf der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit. Hinter dieser lakonischen Typenbezeichnung versteckt sich ein Minivan von 4,55 Meter Länge, der dem Honda FR-V belustigend ähnlich sieht. BYD bezeichnet ihn als "familienorientierten Crossover". Neu soll vor allem das mobilisierende Element unter der Motorhaube sein: Elektromotoren an den Rädern schieben den e6 auf bis zu 160 km/h. 400 Kilometer weit geht die Reise, bis nachgeladen werden muss. Das Beschleunigungsvermögen ist dem Prinzip des generell drehfreudigen Elektromotors zu verdanken: In nur acht Sekunden katapultiert er das rund zwei Tonnen schwere Gefährt mit Platz für bis zu fünf Personen auf Tempo 100.

Zur Sonderseite Detroit 2009

Schneller Stromer: Der Minivan befördert fünf Personen und Gepäck bis zu 160 km/h schnell und 400 Kilometer weit - sagt BYD.

Das Wiederaufladen des Akkus geht fast genauso schnell: In zehn Minuten, behauptet BYD, sei der entladene Energieträger zur Hälfte wieder aufgefüllt. Die restlichen 50 Prozent kommen in einer weiteren Stunde hinzu – und zwar am normalen 220-Volt-Hausanschluss. Solche Wundergeschichten gehören eigentlich in die Weihnachtszeit; und dass BYD kürzlich den Preis für ein Hybridauto aufgrund einer Fehlkalkulation fast verdoppeln musste, macht das Datenblatt vom e6 auch nicht eben glaubhafter. Apropos Preis: Den wollen die Chinesen – aus Schaden wird man klug – noch nicht verraten. Redseliger sind sie hinsichtlich der Kraftverteilung: Die Vorderachse wird von 217 PS angepackt, hinten schieben 54 PS mit. Sogar den Strombedarf haben die Ingenieure des Konzerns, der mit Handy-Akkus seit 14 Jahren sein Geschäft macht, ausgerechnet: Auf 100 Kilometer verbraucht der e6 rund 18 Kilowattstunden. Das entspricht bei einem Durchschnittspreis von 17 Cent pro Kilowattstunde Fahrtkosten von rund drei Euro (auf 100 Kilometer). Zum Vergleich: Ein handelsüblicher Fön verbraucht in 30 Minuten Betrieb etwa 1 Kilowattstunde Strom.

2000 Ladezyklen sollen drin sein

Qualität statt Plastik: Im e6 sollen Ledersitze und LED-Beleuchtung für Bequemlichkeit sorgen.

Während der e6 völlig emissionslos und fast lautlos durch die Landschaft schnurrt, können die Insassen es sich in Ledersitzen unter LED-Beleuchtung bequem machen. Der Akku, eine Lithiumionen-Eisenphosphat-Batterie und zu 100 Prozent recyclingfähig, sei crashsicher unter den Sitzen am Wagenboden verankert. Übrigens versichert BYD, dass der Energiespeicher mit 2000 Ladezyklen Lebensdauer ebenso lange durchhalte wie das Auto. Hinsichtlich des Crashverhaltens seiner Autos ist der Hersteller allerdings bislang noch ein unbeschriebenes Blatt, 2009 soll erstmals eine Limousine vom Typ F3 den europäischen Unfallvorschriften unterworfen werden. Dementsprechend ist noch offen, wann der e6 bei uns in den Verkauf geht – und wie seine wirklichen Leistungsdaten aussehen werden.

Autor: Roland Wildberg

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.