C02-Debatte

C02-Debatte

— 20.02.2007

Umweltsünder schwer im Trend

Sparsamkeit ist ja ganz schön – aber die Deutschen kaufen trotzdem lieber große, starke Autos. Und die dürfen dann auch ordentlich schlucken.

Der von der EU-Kommission geplante Grenzwert für Autos von durchschnittlich 130 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer zum Schutz der Umwelt hat in Deutschland für viel Wirbel gesorgt. Während Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sofort handeln will und die Kfz-Steuer künftig an den Schadstoffausstoß und nicht mehr wie bisher an den Hubraum gekoppelt sehen möchte, sträubt sich die Autoindustrie, solchen Ideen ebenso euphorisch zuzustimmen.

Wen wundert es. Spricht der Markt in Deutschland doch eine ganz andere Sprache, Gerade der Verkauf von Fahrzeugen mit höherem Verbrauch legte im vergangenen Jahr deutlich zu. Sogenannte Sports Utility Vehicles (SUV) erhöhten ihren Marktanteil gegenüber 2005 um 8,3 Prozent, die Oberklasse nahm um 10,6 Prozent zu und Geländewagen wurden sogar um 15,5 Prozent mehr geordert. Dagegen verlor die Kompaktklasse einen Anteil von 3,8 Prozent, und auch die Mittelklasse konnte nur einen leichten Zuwachs von 1,5 Prozent verbuchen. Lediglich im Marktsegment der Kleinwagen stieg der Anteil im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Prozent. Der Verband der Automobilindustrie hat errechnet, dass der Straßenverkehr hierzulande für 18 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist. Gleichzeitig hat der VDA darauf hingewiesen, dass der Straßenverkehr in Deutschland seit 1999 die CO2-Emissionen um zwölf Prozent reduziert hat.

Dennoch: Einer aktuellen Studie zufolge hinkt die deutsche Autoindustrie beim Klimaschutz hinterher und muss deutlich mehr tun als die europäische Konkurrenz. Demnach sind deutsche Neuwagen für ein Viertel der Emissionen in Europa verantwortlich. Das sind Ergebnisse des "Europäischen Klima-Fahrtenbuchs 2012 für Pkw", das der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) vorlegte. Um 2012 auf die geforderten 130 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer zu kommen, müssten die europäischen Hersteller den Verbrauch und damit den Kohlendioxidausstoß neuer Wagen um ein Fünftel verringern. Erstaunlich findet der Bund, dass "deutsche Produzenten zwar in der Kleinwagen- und Mittelklasse auch sparsame Diesel anbieten, diese aber vorrangig im Ausland absetzen und im Inland die Spritschlucker verkaufen". So stoßen VW-Diesel, die in Deutschland verkauft werden, laut BUND 13 Gramm CO2 mehr aus, als jene, die das Unternehmen im Ausland anbietet.

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