Cabrio gegen Roadster: Vergleich

Vergleich: Cabrio gegen Roadster Vergleich: Cabrio gegen Roadster

Cabrio gegen Roadster: Vergleich

— 18.10.2010

Eine windige Angelegenheit

Immer stärker, immer sportlicher, immer besser – viersitzige Cabriolets machen den harten Roadstern das Leben schwer. Oder sind sie kutschenhafte Altherrenautos? AUTO BILD hat verglichen.

Für die einen ist es kleinkarierte Haarspalterei, für die anderen ein elementarer Unterschied: Cabrio oder Roadster? Hauptsache offen, das greift als Antwort zu kurz. Erfahrene Oben-ohne-Fahrer erwarten zu Recht eine genaue Analyse. Und darum beginnen wir diesen Vergleich mit einer kleinen Vokabel-Kunde. Kabriolett: stammt vom französischen Wort Cabriolet ab und bezeichnet laut Lexikon einen "Ausflugswagen für Schönwettertage, dessen Dach durch Zurückklappen geöffnet werden kann". Roadster: Der englische Begriff steht für "zweisitzige Sportwagen ohne festes Dach, die nur mit einfachen Hilfsmitteln geschlossen werden können. Sie dienen dem Fahrspaß. Statt Komfort steht niedriges Gewicht im Vordergrund."

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Tja, so einfach war das einmal. Und heute? Heute ist alles komplizierter. Von wegen Notverdeck. Heute verwandeln elektrische Stahlklappdächer anstelle von flatterigen Tuchfetzen einen Roadster auf Knopfdruck zum hermetisch verschlossenen Coupé. Einst als Auto für echte Kerle kategorisiert, erfreuen sich moderne Roadster besonders bei Frauen großer Beliebtheit. Auch niedriges Gewicht war vorgestern. Galten einst 1000 Kilo als magische Obergrenze, überschreiten heute die meisten offenen Zweisitzer locker die 1,4-Tonnen-Grenze. Wie sportlich kann so ein Luxusauto noch sein? Nächster Punkt: Auch die offenen Viersitzer haben sich mächtig weiterentwickelt. Heutige Stoffverdecke sind derart dick und hochwertig, dass Cabriofahrer bei Fahrgeräuschen und Dichtigkeit keine Nachteile mehr in Kauf nehmen müssen. Cabrios haben sich zu echten Ganzjahresautos entwickelt.

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Die zentrale Frage bleibt trotzdem: Cabrio oder Roadster? Dass im Cabrio bis zu vier Passagiere Platz finden, mag ein Vorteil sein, aber kein entscheidender. Wann haben Sie das letzte Mal ein offenes Auto mit vier Insassen gesehen? Eben! Dazu kommt: Mit einem betulichen Ausflugswagen haben moderne Cabrios nicht mehr viel gemein. Sie sind stärker und sportiver geworden. Vielleicht sogar so sportlich, dass sie einen Roadster ersetzen können? Um dieser Frage nachzugehen, müssen drei Cabrio-Roadster-Paarungen markenintern gegeneinander antreten: Audi A5 Cabrio und TT, BMW 135i Cabrio und Z4 sowie Mercedes E-Klasse Cabrio und SLK. Damit alles mit (ge-) rechten Dingen zugeht, verfügen die Duellanten jeweils über den weitgehend gleichen Antrieb und liegen auch beim Preis nicht immer um Welten auseinander. Cabrio oder Roadster? Ein Vergleich auf der nach oben völlig offenen Fahrspaß-Skala bringt die Wahrheit ans Licht.

Die Details zum Duell "Cabrio gegen Roadster" finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
Jörg Maltzan

Jörg Maltzan

Fazit

So eindeutig hab ich das nicht erwartet: Wenn es um Fahrspaß geht, also Handling, Sound und ein unverfälschtes Offenfahrgefühl, führt kein Weg an Roadstern wie dem Z4 vorbei. Starker Motor sowie straffes Fahrwerk allein machen aus einem Cabrio noch keinen Sportwagen. Das hat dieser Vergleich eindeutig gezeigt. Obwohl die Viersitzer mit dem gleichen Antrieb wie die Roadster unterwegs sind, bleiben sie behäbiger und benehmen sich bei flotter Fahrt störrischer. Das macht sie für aktive Fahrer zur zweiten Wahl. Nur der BMW 135i trägt ambitionierten Sportgeist in sich und kommt als Alternative für den Z4 in Betracht. Dass er als Einziger sogar günstiger ist als sein Roadster-Bruder, könnte die Entscheidung zum Cabrio erleichtern. Ansonsten sind die Viersitzer deutlich teurer. Der feingeistige Feuilleton-Leser wird damit kein Problem haben, an seinem Rotwein nippen und A5 oder E-Klasse bestellen. Wer dagegen zuerst den Sportteil liest, setzt sich in TT, Z4 oder SLK und lässt es krachen.

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