Cabrio-Markt

VW Karmann Ghia VW Karmann Ghia

Cabrio-Markt

— 18.06.2004

Grenzen der Offenheit

Das Geschäft mit Cabriolets boomt – aber nur noch bis 2007, prognostiziert Europas größte Cabrio-Schmiede, die Karmann GmbH in Osnabrück.

2,3 Millionen Fahrzeuge seit 1949

Mit dem Karmann Ghia sind sie berühmt geworden, die kleinsten und feinsten Autobauer Deutschlands. Auf Basis des Käfer ließ Wilhelm Karmann ein klassisch-schönes Coupé und Cabrio zeichnen, das weltberühmt wurde. Und als die Ära der offenen Käfer und des Karmann Ghia zu Ende ging, liefen die Folgeaufträge schon in den Werkhallen. Cabrios waren ein Trend, der kontinuierlich zulegte.

Zum Beispiel für BMW 3,0 CS und VW-Porsche 914. Es folgen der erste offene Golf, Ford Escort Cabrio, VW Scirocco und Corrado, Kia Sportage und Golf III Variant. Allein in den vergangenen 50 Jahren wurden so mehr als 2,3 Millionen Fahrzeuge im Auftrag bei Karmann gefertigt.

Heute bauen die Osnabrücker unter anderem das Audi A4 Cabriolet, das Chrysler Crossfire Coupé sowie den Crossfire Roadster und das Mercedes-Benz CLK Cabriolet. Außerdem liefert Karmann Module für das Jaguar XK8 Cabriolet, den Mercedes-Benz SLK und das Renault Mégane II Cabriolet/Coupé. Auch das New Beetle Cabrio ist eine aktuelle Karmann-Entwicklung: Das Dachsystem des offenen Wolfsburgers wird in Osnabrück gefertigt.

Wachstum geht bald zu Ende

Noch profitieren die Osnabrücker von den guten Cabrio-Zahlen. Aber für 2007 rechnet Karmann mit einer Marktsättigung. "Das Wachstum geht zu Ende", sagt Bernd Lieberoth-Leden, Geschäftsführer der Wilhelm Karmann GmbH. "Das Cabrio wird die Spezialität von Karmann sein und bleiben, aber die Bäume wachsen nicht in den Himmel."

Weil zahlreiche Modelle verschiedener Hersteller zeitgleich auf den Markt drängten, erreichen sie später zusammen das Ende des Modellzyklus, warnt Lieberoth-Leden. Und das schlägt auf die Kapazitäten eines Spezialisten. So sackte 2002 die Karmann-Produktion unter anderem durch das Auslaufen des VW Golf-Cabriolets im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 44.322 Autos. Im laufenden Jahr soll die Produktion allerdings noch mal gesteigert werden. Geplant sind 80.000 Neuwagen – 7000 mehr als 2003.

Nach dem kompletten Modellwechsel bei Karmann ist die Produktion im vergangenen Jahr wieder auf Touren gekommen. Fast 30.000 Einheiten des Audi A4 Cabrio liefen 2003 vom Band. Das Chrysler Crossfire Coupé erreichte eine Stückzahl von 18.441. Von Herbst 2005 an ist Karmann mit der Fertigung eines festen Faltdaches zudem in die Produktion des Nissan Micra C+C im englischen Sunderland eingebunden.

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