Cabrios im Crashtest

Cabrios im Crashtest

— 09.04.2009

Kleine Rolle, großer Ärger

Im "Rollover-Crashtest" hat der ADAC kleine Cabriolets aufs nicht vorhandene Dach gelegt. Größte Kritikpunkte: schwache A-Säulen und verbesserungswürdige Überroll-Schutzsysteme.

Der ADAC hat Kleinwagen-Cabrios auf ihre Sicherheit bei Überschlag-Unfällen getestet. Bei einem sogenannten Rollover-Crashtest wurden mit dem Citroën C3 Pluriel (ohne nennenswerten Überrollschutz), dem Mini (mit passivem Schutz) und dem Peugeot 207 CC (mit aktivem Überschlagsystem) drei Vertreter dieser Fahrzeugklasse unter die Lupe genommen. Trauriges Ergebnis: So richtig sicher ist keiner. Am besten schnitt im Crashtest der Peugeot ab. In dem kleinen Franzosen sind dank automatisch ausfahrender Überrollbügel besonders die Heckpassagiere gut aufgehoben. Weniger gut geschützt sind Fahrer und Beifahrer, weil die vorderen Fenstersäulen stark nachgeben. Die schlechte Gurtgeometrie begünstigt das gefährliche Herauslehnen der Oberkörper aus dem Fahrzeug, weil die Schulter aus dem Gurtband rutscht. Allerdings tragen die serienmäßigen Gurtstraffer (mit Überschlagsensorik) wenigstens etwas dazu bei, dass die Passagiere vom Beckengurt tief im Sitz gehalten werden.

Sicherheit beim C3 Pluriel vorne und hinten mangelhaft

Beim Mini knicken die vorderen Türsäulen am wenigsten ein. Diese positive Tatsache wird jedoch wegen der ungünstigen Gurtgeometrie und des beim Überschlag nicht zündenden Gurtstraffers wieder relativiert. Der Beifahrer rutscht weit aus dem Sitz – das erhöht die Gefahr von Kopfverletzungen. Die fest eingebauten Bügel im Fond sind bereits für 1,75 Meter große Menschen eindeutig zu kurz. Ergebnis: Platz zwei für den smarten Briten. Das Schlusslicht im Test war der Citroën. Der Windschutzscheibenrahmen verbiegt sich zwar nicht so stark wie beim Peugeot, allerdings werden die niedrigen Sicherheitsbügel im Heck schon von kleinen Personen überragt. Die Gurtgeometrie hindert die Passagiere nicht daran, mit der Schulter aus dem diagonalen Gurtband zu rutschen. Zudem zünden die Gurtstraffer nicht, da sie nicht mit Überrollsensoren ausgestattet sind. So ist der Schutz hinten und vorne gleichermaßen mangelhaft.

ESP verhindert gefährliches Schleudern

Angesichts der teils erschreckenden Ergebnisse fordert der ADAC auch bei kleinen Cabrios formstabile A-Säulen und größeren Überlebensraum durch ausreichend hohe Überrollbügel. Um die Rückhaltung der Insassen zu verbessern, müssen Sensoren eingebaut werden, die die Gurtsysteme aktivieren. Wichtig sei auch ein serienmäßiges ESP. Dadurch könne es gar nicht erst zu einem Schleudern mit anschließendem Überschlag kommen.

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