Fahrbericht Cadillac ATS-V Limousine (2015)

Cadillac ATS-V Limousine (2015): Fahrbericht

— 21.10.2015

Dieser Caddy nimmt den M3 ins Visier

Nach Chevrolets Rückzug geht nun Cadillac in die Offensive. Mit dem ATS-V wollen die Amerikaner den deutschen Power-Limousinen ans Blech fahren.

Wohl nicht ganz zufällig findet die Präsentation des neuen Cadillac ATS-V und CTS-V in München statt. Dort, wo der ärgste Konkurrent des Amis zu Hause ist: der BMW M3. Denn verstecken muss sich der Cadillac ATS-V ganz sicherlich nicht vor dem Power-3er. Der 3,6 Liter große Biturbo-V6 des ATS-V leistet 470 PS und sticht damit im Auto-Quartett den Münchner mit seinen 431 PS aus.

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Video: Calillac ATS-V (2015)

Neuer M3 Gegner

Doch gleich vorweg: Den M3-Konkurrenten gibt es nicht zum Schleuderpreis. Ab 69.900 Euro ist der Caddy als Limousine zu haben. Gefahren sind wir allerdings das Premium-Paket, das Fahrassistenten und Recaro-Sportsitze beinhaltet. Dann stehen bereits 74.900 Euro auf der Rechnung, 800 Euro weniger als für einen M3 mit Doppelkupplungsgetriebe. Und der Sprung zu einem weiteren Konkurrenten, dem Mercedes-AMG C 63, ist auch nicht mehr so weit. Der Affalterbacher mit 476 PS hat einem Grundpreis von 76.100 Euro auf dem Preisschild stehen.

Sitzprobe Cadillac ATS-V

Ordentliche Traktion dank elektronischem Differenzial

Weil sich der ATS-V in so prominenter Umgebung platziert, kennen wir auch keine Gnade. Als hätte der ATS-V darauf gewartet, drückt er beim abrupten Kickstart auf der Autobahn kurz sein Heck nach links und rechts, wie ein Hund, der sich schwanzwedelnd auf den langen Sonntagsspaziergang freut. Aber weit lässt das ESP das Heck nicht ausbrechen. Nur gerade so viel, dass man als Fahrer angefixt wird auf das, was an Kraftentfaltung gleich folgen wird. Wären wir nicht im Sport-Modus, hätte sich am Heck wohlmöglich gar nichts getan. Denn trotz 603 Newtonmeter Drehmoment, die ausschließlich auf die Hinterachse drücken, hat der ATS-V eine ordentliche Traktion. Einen großen Anteil daran trägt das elektronische Differenzial. Das Zusammenspiel von ESP, ABS und Differenzial sowie die unterschiedlichen Fahrmodi haben übrigens in Deutschland noch ihren letzten Schliff vom Technischen Manager Chevrolet/Cadillac Patrick Herrmann bekommen, der bereits die Corvette C6 optimierte. Und auch OPC-Chef Volker Strycek hatte seine Finger im Spiel. Gut zu wissen, wenn man zum Vollgasmanöver hinter dem unbegrenzten Tempolimit ansetzt.
Hier lesen Sie den Fahrbericht des ATS-V Coupé

300 km/h sind für den 470 PS starken Biturbo-V6 keine Hürde.

Nachdrucksvoll und ohne Leistungsabriss lässt die Tachonadel auf dem 5,7 Zoll Kombiinstrument erst die 100 km/h, dann die 200 km/h hinter sich. Kurz vor dem roten Drehzahlbereich haut das Automatikgetriebe bei 6500 Umdrehungen unbemerkt und übergangslos den nächsten Gang rein, bevor der Ritt zur Top-Geschwindigkeit von 304 km/h irgendwo bei Tempo 280 abgebrochen werden muss. Schuld ist ein Golf-Fahrer, der offenbar wenig vom Rechtsfahrgebot hält. Die Brembo-Bremsen mit versetzt angeordneten Sechskolben-Bremssätteln vorn und Vierkolben-Bremssätteln hinten bringen den ATS-V also auf Sicherheitsabstand. Bis dahin konnte der Caddi aber eindrucksvoll beweisen, dass die Amis nicht nur Leistung können. Ohne Wank- oder Aufbaubewegungen fegt der ATS-V über den Asphalt. Mit zunehmender Geschwindigkeit wird die Limousine Richtung Straßenbelag gepresst. Und man merkt förmlich, wie sich das Abtriebs-Paket (4200 Euro) bezahlt macht. Keine Sekunde kommen Zweifel darüber auf, ob man diesen Bock nicht bändigen könnte.
Eine Nummer größer: Fahrbericht Cadillac CTS-V (US)

Leistungssportler trinken viel

Auch im Comfort-Modus bleibt das Fahrwerk straff. Typisch Sportlimousine eben.

Die Lenkung reagiert in den sportlichen Fahrmodi unmittelbar und zielgenau. Mit leichten Lastwechseln geht der Hecktriebler galant um enge Landstraßenkurven. Fahrzeug und Fahrer kommunizieren direkt miteinander, was auch durch das straffe Fahrwerk ermöglicht wird. Unruhe kommt im ATS-V so schnell nicht auf. Allerdings bleiben die Dämpfer auch in komfortabler Einstellung "Tour" noch immer sehr direkt, womit bei einer Sportlimousine jedoch zu rechnen ist. Wer hier mault, hat sich vor dem Kauf nicht richtig informiert und kennt auch die Konkurrenz nicht richtig. Weitaus begründeter ist die Kritik am Verbrauch. Der mindestens 1,7 Tonnen schwere Ami soll sich laut Cadillac 11,6 Liter gönnen, schluckt aber sicherlich mehr. Turbo läuft und säuft. Dass so ein ATS-V günstig sei, hat ja auch keiner behauptet.

Fahrbericht Cadillac ATS-V Limousine (2015)

Technische Daten Cadillac ATS-V Limousine Premium V6-Biturbo, vorn längs ● 8-Gang-Automatik ● Hubraum: 3564 ccm ● Leistung: 346 kW (470 PS) bei 5850/min ● max. Drehmoment: 603 bei 3500/min ● Antriebsart: Hinterradantrieb ● Vmax: 304 km/h ● 0-100 km/h: 3,9 s ● Verbrauch: 11,6 Liter ● Abmessungen L/B/H: 4689/1828/1425 mm ● Leergewicht: 1678 kg ● Kofferraum: 295 l ● Preis ab 74.900 Euro ● Marktstart Februar 2016.
Robin Hornig

Fazit

Preis hin oder her. Eines unterscheidet den ATS-V und Cadillac im Allgemeinen ganz klar von der deutschen Konkurrenz: das Image. Die traditionsreiche US-Marke hebt sich ab von der Masse und bietet nun mit dem ATS-V eine sportliche Limousine die anders, aber nicht schlechter ist.

Stichworte:

Sportlimousine V6

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