Cadillac CTS-V (2015): Fahrbericht - BILDER

Cadillac CTS-V (2015): Fahrbericht

— 31.07.2015

Erste Fahrt im Cadillac CTS-V

Ungebremste Ami-Power: Unter der Haube des Cadillac CTS-V steckt ein 6,2-Liter-V8 mit 649 PS. Wie sich das anfühlt, klärt der Fahrbericht!

Um die drei Dollar kostet in den USA die Gallone Benzin, das sind knapp vier Liter. Hochleistungsfahrzeuge haben hier einen speziellen Markt, knapp zehn Prozent der Besitzer fahren auch auf der Rennstrecke. Die spezifischen Anforderungen des US-amerikanischen Marktes haben offensichtlich dazu geführt, dass sich die Entwickler des Cadillac CTS-V eng an das schöne Motto "Mehr ist mehr" gehalten haben. Denn was die Amerikaner jetzt vorlegen, stellt die Konkurrenzmodelle von Audi, BMW und Mercedes-AMG in Sachen Leistung deutlich in den Schatten.
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Video: Cadillac CTS-V (2015)

Power-Limo CTS-V

Wie beim Vorgängermodell steckt unter der auffällig konturierten Motorhaube des CTS-V ein aufgeladener 6,2-Liter-V8, der nunmehr stolze 649 PS leistet und 855 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle stemmt. Mehr hat in dieser Klasse noch keiner vorgelegt. Der Motor ist eine faszinierende Mischung aus Motorenbau nach alter Väter Sitte und modernster Hightech. Denn im Grunde ist der LT4 genannte Zweiventiler eine weitere Variante des berühmten "Small-Block"-Motors von GM, dessen Wurzeln bis 1955 zurückreichen. Andererseits haben die Entwickler mit Direkteinspritzung, Zylinderabschaltung und der neuesten Generation des Eaton-TVS-Kompressors eine veritable Hochleistungsmaschine hingelegt.

In 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h

Dank Spoiler und vierflutiger Auspuffanlage wirkt auch das Heck des CTS-V sportlich.

Und die liefert auf Abruf eine Leistungsentfaltung, die sich als explosiv beschreiben lässt. Das Roots-Gebläse liefert im Gegensatz zu den bei der deutschen Konkurrenz verbauten Abgas-Turboladern verzögerungsfrei Leistung – und es untermalt den dunklen V-8-Klang mit nervösem Singen. Ganze 3,8 Sekunden dauert der Spurt auf 100 km/h, die Achtgang-Hydramatic peitscht die Gänge durch wie sonst nur ein Doppelkupplungs-Automat, und erst bei überragenden 320 km/h kommen die Fahrwiderstände zum Ausgleich; die deutsche Konkurrenz steigt vorher aus. "Dieses Tempo erreichen und halten zu können, ist Ausweis unserer technischen Kompetenz", konstatiert Entwicklungschef David Leone trocken.

Cadillac CTS im Test

Sportliche Optik auch bei den digitalen Instrumenten des Cadillac CTS-V.

Diese Kompetenz zeigt sich auch in der Art und Weise, wie der CTS-V seine Leistung auf die Straße bringt. Cadillac hat das Fahrwerk, eine Konstruktion mit McPherson-Vorderachse und Fünflenker-Hinterachse, für die V-Variante deutlich versteift und mit Michelin-Hochleistungsreifen der Dimension 265/35 vorn sowie 295/30 ZR 19 hinten bestückt. Eine Bremsanlage mit Sechskolben-Sätteln vorn und Vierkolben-Sätteln hinten und ein elektronisches Sperrdifferential sollen für dynamische Extremwerte bürgen. Mit der gut gewichteten ZF-Servolenkung lässt sich die Fünfmeter-Limousine leichtfüßig und präzise durch Kurven zirkeln; nach oben heraus ist der Übergang zum Drift gutmütig und leicht zu steuern. Einen Allradantrieb gibt es übrigens nicht: "Der würde uns 100 Kilogramm kosten", heißt es bei Cadillac.

Übersichtliches und elegantes Cockpit

Als Kommandozentrale dient ein übersichliches und elegant gezeichnetes Cockpit, das dennoch nicht ganz die Qualitätsanmutung der Konkurrenz erreicht. Das wenig intuitive Telematik-System CUE stört mit kitschiger Grafik, die Vorwahl der verschiedenen Fahrmodi per Knopfdruck ist fummelig, und die Darstellung der Rückfahrkamera wirkt billig. Andererseits wirken beispielsweise die Schaltpaddel aus Magnesium ungemein hochwertig, und die Abdeckung für die Cupholder wird sogar per Elektromotor bedient.

Cadillac CT6 (NYIAS 2015): Sitzprobe

Cadillac CT6 Cadillac CT6 Cadillac CT6

Mit 649 PS und 855 Nm Drehmoment bringt der 6,2-Liter-V8 mächtig Kraft auf die Räder.

Ob bei Fahrwerk oder Motorcharakteristik: Die neue Sportlimousine von Cadillac ist den europäischen Platzhirschen ebenbürtig – und Lichtjahre entfernt vom grobschlächtigen Muscle-Car-Ansatz etwa der Hellcat-Modelle von Dodge. Eine kritische Anmerkung sei allerdings gestattet: Ein Sparwunder ist der CTS-V nicht. Der Realverbrauch liegt bei bei gut 13 Litern pro 100 Kilometer, bei schärferer Gangart werden auch gerne einmal 20 Liter der kostbaren Essenz in die Brennkammern befördert. Die Amerikaner dürfte es kalt lassen. Und bei einem Einstiegspreis von 98.500 Euro sind auch in Deutschland ein paar Tankfüllungen drin, bis das Preisniveau der Wettbewerber erreicht wird.

Autor: Jens Meiners

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