Cadillac Escalade ESV "Platinum": Fahrbericht

Cadillac Escalade ESV "Platinum": Fahrbericht

— 18.03.2015

Dieser Ami mischt den SUV-Markt auf

Mit dem neuen Escalade setzt Cadillac ab April 2015 in Europa ein Ausrufezeichen im Segment der SUVs. So dick, so breit, so bullig ist keiner! Erste Fahrt in der Langversion des imposanten V8-Allrad-Monsters.

2,85 Tonnen Fahrzeugmasse auf 5,70 Metern Fahrzeuglänge in 6,9 Sekunden auf Tempo 100 pushen, das ist eine nicht zu unterschätzende Leistung. Den Fahrern des neuen Cadillac Escalade ESV (Langversion) wird das bei vollem Gasstoß gelingen. Der "normale" Escalade (5,18 Meter) ist nochmal 0,2 Sekunden schneller.
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Verantwortlich dafür ist der bärenstarke 6.2 V8 mit 426 PS (17 PS mehr als der Vorgänger) und 610 Newtonmetern maximalem Drehmoment, den wir aus der Corvette kennen. Es ist schon ein komisches Gefühl, in ein solches Monster zu steigen und mit dieser unnachgiebigen Wucht beschleunigt zu werden. Der riesige Achtzylinder brummt dazu sein tiefes, sonores Lied im Stile eines Basso Continuo. Die Sechsstufen-Automatik arbeitet zuverlässig, könnte ab und an jedoch ein bisschen dynamischer, schneller agieren.

Sparsamer dank Zylinderabschaltung

Der Überhang hinten verrät die Langversion des Cadillac Escalade.

Auch optisch macht die vierte Escalade-Generation, die wie gewohnt in Arlington/Texas vom Band läuft, einen deutlich schnittigeren Eindruck als das Vorgängermodell. Fast futuristisch wirkt der große Ami mit seinen kantigen, klaren Linien und den länglichen Front- und Rück-LEDs. Er ist deutlich sportlicher und dynamischer designt als die dritte Generation. Seine Technik-Basis teilt sich der Escalade übrigens mit dem Chevrolet Tahoe und dem GMC Youkon. Apropos Technik: Dank Zylinderabschaltung cruist der Riese bei sanfter Betätigung des Gaspedals nur auf vier Töpfen und spart dadurch ordentlich Sprit. Cadillac gibt den Durchschnittsverbrauch mit 13,1 Litern auf 100 Kilometern an. Unser Bordcomputer spuckt nach rund 80 Kilometern auf Schweizer Landstraßen 14,8 Liter aus. Generell ist der Achtsitzer deutlich leiser als sein Vorgänger. Bei gleichmäßiger Fahrt flüstert er beinahe. Erfreulich: Die elektrische Servolenkung ist jetzt direkter und nicht mehr so schwammig wie früher. Der Fahrer kann zwischen zwei Fahrmodi "Tour" und "Sport" auswählen. Halt findet der Escalade auf riesigen 22-Zoll-Rädern. Der Eintritt in das SUV-Monster erfolgt über elektrisch aus- und einfahrbare Einstiegsleisten.

Fahrbericht Cadillac Escalade

Entertainment für die Fond-Passagiere

Im Cockpit herrscht Luxus. Feine Materialien überall, von Plastik ist kaum etwas zu sehen.

Die serienmäßigen Ledersitze in Reihe eins und zwei sind bequem und vermitteln ein Sitzgefühl wie in der Business-Klasse einer Premium-Airline. Die dünneren Sitze der dritten Reihe sind nicht ganz so komfortabel, daran sollten sich die Kids aber nicht stören. Für zusätzlich optimale Dämpfung sorgt das aus dem CTS bekannte serienmäßige Assistenzsystem "Magnetic Ride Control". Das System misst jeden Zentimeter Straße und ordnet den aktuellen Gegebenheiten die optimale Dämpferwirkung zu. Etliche Lack- und Holz-Applikationen sorgen im Innenraum für ein edles Ambiente. Plastik sucht man im Escalade (fast) vergebens. Nur an wenigen Stellen auf den hinteren Plätzen wird es "kunststoffig". Die Fondpassagiere können über zwei Bildschirme in den vorderen Rücklehnen (Platinum Edition) sowie einen großen Flachbild-Screen (zwei beim ESV), der aus dem Dachhimmel ausklappt, auf langen Reisen via DVD, Blu-ray oder SD-Karte Filme gucken. Info- und Entertainment-Eingaben werden über einen 12,3 Zoll großen Bildschirm getätigt. 3D-Navigation, vier USB-Schnittstellen und Spracherkennung inklusive. Verantwortlich hierfür ist das aus anderen Modellen bekannte CUE-System.

Sehr gute Rundumsicht aufgrund großer Fenster

Außerdem serienmäßig an Bord: Ultraschall-Einparkhilfe vorn und hinten, Spur-Assistent, automatischer Gurtstraffer, adaptiver Tempomat, elektrisches Schiebedach mit Sonnenrollo, beleuchtete Türgriffe, beheiz- und belüftbarer Fahrer- und Beifahrersitz, beheizbare zweite Sitzreihe, Dreizonen-Klimaautomatik, Head-up-Display, Bose-Surroundsystem mit 16 Lautsprechern sowie eine 360-Grad-Kamera. Da bleiben kaum Wünsche offen. Bei der Platinum-Edition wartet in der Mittelkonsole zwischen den Vodersitzen ein Kühlschrank zum Einkühlen von bis zu sechs Halbliterflaschen. Der kann auf Knopfdruck ein- und ausgeschaltet werden. Die Rundumsicht ist trotz recht breiter C- und D-Säulen prima – dank der riesigen Seitenfenster im Heck. Ausreichend Bein- und Kopffreiheit versteht sich bei diesem Monster von selbst.

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Platz wie in einem kleinen Wohnmobil

431 bis 3424 (ESV) Liter Ladevolumen passen in den Cadillac Escalade. Das ist eine Hausmarke! Klappt man die beiden hinteren Sitzreihen (elektrisch!) um, hat das hintere Ladeabteil fast Wohnzimmerqualität. Packt man zwei Matratzen rein, kann man sich das Wohnmobil sparen. Wem das nicht reicht, der kann einen riesigen Hänger mitschleppen. Bis zu 3,1 Tonnen Anhängelast verkraftet der Cadillac in der Langversion ESV. Als Hauptkonkurrenten proklamiert Cadillac für sein Edel-SUV in Europa Mercedes GL und Range Rover. Wobei diese im Vergleich zum Escalade ESV schon fast mickrig wirken. Markteinführung des Cadillac Escalade in Deutschland ist im April 2015 zu Preisen ab 96.500 Euro. Insgesamt will Cadillac im Jahr 2015 rund 200 Escalade in Europa verkaufen.

Technische Daten Cadillac Escalade ESV: V8, 6162 ccm, 426 PS, 610 Nm bei 4100 U/min, Allradantrieb mit autom. Sperrdifferenzial an der Hinterachse, Sechsgang-Automatikgetriebe, 180 km/h Vmax, 0-100 km/h in 6,9s, 13,1 l/100km, 302 g CO2/km, 14,8 l/100km (laut Bordcomputer), Euro-6-Norm, L/B/H 5697/2061/1886mm, Tankinhalt 117l, Preis: ab 96.500 Euro (Premium) bis 109.000 Euro (gefahrener Platinum ESV).
Boris Pieritz

Fazit

Der Cadillac Escalade ist ein beeindruckendes Fahrzeug. Wer bei dieser Größe, diesem fetten Motor und diesem ultimativen American-Way-of-Life-Feeling nicht in Wallung kommt, hat kein Benzin im Blut. Ob die wahnsinnige Muskelschau noch zeitgemäß ist, ist ein anderes Thema. In den USA ein Muss in fast jeder Promi-Garage, wird der Escalade in Deutschland ein exklusives, seltenes Liebhaberstück bleiben.

Stichworte:

Achtzylinder SUV V8

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