Car+Sound 2008 — 12.04.2008
Männer, Musik und Multimedia
Die 15. Car+Sound in Sinsheim glänzt mit Klasse statt Masse. Der große Messe-Plan kann in der Tasche bleiben. Der kleine Multimedia-Duden gehört allerdings in jeden Besucher-Rucksack.
Der normale Radiohöhrer steht staunend davor
Sie haben bei all der Technik und den abstrakten Kürzeln nur Bahnhof verstanden? Dann lohnt sich der Besuch auf der 15. Car+Sound in Sinsheim allemal. Sehen Sie das Ganze als Exkursion in die wunderbare neue Welt von Bits und Bytes. Die Entwicklung auf dem Gebiet von Car-Multimedia und mobiler Unterhaltung geht so rasend schnell, dass Otto-Normal-Radiohörer meist nur staunend auf die blickenden Displays und leuchtende Knöpfe blickt. Warum muss dieses Hi-Fi-Zeug nur so kompliziert sein? Da sind die scheinbar sinnfreien Namen, die sich Blaupunkt, Kenwood, Medion, Panasonic und Co. für ihre Geräte ausdenken, noch die kleinste Hürde. Die Frage nach den eigenen Bedürfnissen lässt den interessierten Käufer nämlich ein weiteres mal ins Grübeln kommen. Will ich meinen iPod anschließen? Oder vielleicht sogar eine externe Festplatte? Sollen die lieben Kleinen auf der Rückbank Filme kucken können? Gibt es das Ganze auch in Verbindung mit einem Navigationssystem?
Digitale Vernetzung, Car-Info und Entertainment
"Das geht alles kinderleicht", erklärt uns ein netter Herr vor seinem Schmuckstück. "Sie steuern sämtliche Funktionen des Gerätes über diesen zentralen 3D-Button. Ein paar flinke Umdrehungen nach links, dann einmal kurz anticken, rechts auswählen und mit einem Klick bestätigen." Auf dem 16:9-Bildschirm erscheint das animierte Symbol eines iPods, aus den Lautsprechern ertönt der neuste Hit der bezaubernden Mariah Carey. Die Car+Sound in Sinsheim katapultiert Sie aus dem Stand in die multimediale Gegenwart, wo alle elektronischen Einbauten eines Autos sind miteinander vernetzt sind. Verabschieden Sie sich also von der Zeit, als es genügte zu wissen, wo Sie ihr Autoradio ein- und ausschalten. Peanuts für die Generation von Autoschraubern, die mit MP3, USB und Bluetooth aufgewachsen sind.Die Amaturenbretter in den Autos der neuen Bit-Bastler gleichen eher dem Kommandosand eines Science-Fiction-Raumschiffs: Alpine-Headunit mit 16:9-Widescreen-Display und eX-10-Speichermedienverwaltung. Wo ursprünglich das Handschuhfach Platz für Straßenkarten, Bedienungsanleitung, CDs und Bonbondöschen bot, ist heute eine Playstation3 eingepasst. Im mittleren Fondbereich findet sich – hübsch in Leopardenfell drapiert – eine Spectron-AMPS-High-End-Endstufe mit 4-Kanal-Verstärker. Sämtliche Sonnenblenden verfügen über kleine Sieben-Zoll-Monitore. Im Kofferraum beben zwei Bass-Booster und 16-Mitteltöner – von Nebensächlichkeiten wie dem maximalen Fahrzeuggewicht redet hier kein Mensch. Für was man so etwas braucht, fragen Sie sich? Wahrscheinlich ist es schlicht die Genugtuung, das Blinken und Blitzen, das Wummern und Dröhnen im Griff zu haben, die komplizierte Elektronik zu durchblicken – und jederzeit mit einem Knopfdruck abschalten zu können.

































