Daimler-Projekt Car2go

Car2Go und DriveNow: Fusion

— 16.12.2016

"Große Koalition" beim Carsharing?

Die großen Carsharing-Unternehmen Car2Go von Daimler und DriveNow von BMW wollen offenbar fusionieren. Schon regt sich erster Protest. Die Hintergründe!

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(dpa/Reuters/cj) Die Autobauer Daimler und BMW wollen ihr Mietwagengeschäft einem Magazinbericht zufolge zusammenlegen, um gegen den amerikanischen Taxivermittler Uber zu bestehen. Daimlers Carsharing-Dienst Car2Go und das BMW-Pendant DriveNow sollten künftig von einer gemeinsamen Plattform aus betrieben werden, berichtete das "Manager Magazin" am 16. Dezember 2016. Die Autobauer wollten den Markt lieber gemeinsam besetzen, bevor sich Konkurrenten wie Uber in Europa breitmachten. Sprecher von BMW und Daimler lehnten einen Kommentar ab, zu Spekulationen äußere man sich nicht.

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DriveNow-Teilhaber Sixt stellt sich quer

Die Konzerne diskutierten auch darüber, weitere Mobilitätsdienstleister in das geplante Joint Venture einzubringen, berichtete das Magazin unter Berufung auf Top-Manager. So könnte Daimler den Taxivermittler Mytaxi und die Internet-Plattform Moovel einbringen. BMW betreibt unter anderem die Marken ParkNow für die Parkplatzsuche und -vermietung und ChargeNow für das Aufladen von Elektroautos. Allerdings regt sich bereits erster Widerstand gegen eine mögliche "Große Koalition" in der Branche: So lehnt der Autovermieter Sixt eine mögliche Fusion der Carsharing-Aktivitäten von BMW und Daimler ab. Ohne die Zustimmung der Münchner ist eine solche Fusion nicht möglich, denn Sixt besitzt 50 Prozent der Anteile an DriveNow.

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830.000 Carsharing-Kunden in Deutschland

Carsharing hat trotz weiterhin mangelnder Profitabilität in den vergangenen Jahren starken Zulauf bekommen. Car2Go und DriveNow sind dem Magazin zufolge bislang in 33 Städten vor allem in Europa und den USA aktiv. Die Unternehmen hätten rund 20.000 Autos auf der Straße, 2500 davon mit Elektroantrieb. Vor allem jüngere Kunden nutzen das Angebot in größeren Städten und verzichten auf ein eigenes Auto. Nach Angaben des Bundesverbandes Carsharing gibt es in Deutschland rund 7000 stationsunabhängige Fahrzeuge (free float), rund 6000 davon gehören den beiden führenden Anbietern Car2Go und DriveNow. Insgesamt teilen sich hierzulande derzeit rund 830.000 Kunden ein Auto. Viel Geld verdienen die Autobauer damit bisher allerdings nicht. Nach Angaben von Daimler ist Car2Go erst in einzelnen Städten profitabel. Wichtiger ist den Unternehmen, sich eine große Kundenbasis aufzubauen in der Hoffnung auf Gewinne in der Zukunft, da Experten dem Geschäft mit Fahrdiensten starkes Wachstum prophezeien.

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