Caravaning Vergleich 2005

Caravaning Vergleich 2005 – VW Caddy Live 1.9 TDI Caddymobil Caravaning Vergleich 2005 – VW Caddy Live 1.9 TDI Caddymobil

Caravaning Vergleich 2005

— 01.09.2005

Die Hucke-Packwagen

Aufbau drauf, Hänger dran, Möbel rein – diese drei Testwagen sind im Sommer universelle Freizeitmobile, im Winter praktische Pkw.

Wohnen im Caddy – eng aber günstig

Der diesjährige Sommer war bisher kürzer als unser tariflicher Urlaub. Neidvoller Seufzer: Wie gut haben es doch diejenigen, die jetzt noch jeden Sonnenstrahl für einen größeren Ausflug nutzen können. Spontaner als mit Wohn-Mobilen, die zugleich Alltagsfahrzeuge sind, geht das nicht. Wir haben drei verschiedene Systeme zehn Tage lang ausprobiert.

Das teuerste heißt Bimobil und ist ein expeditionstauglicher Aufbau für Pick-ups. Zu den Klassikern gehört natürlich der Caravan, hier von Hobby, der einfach an den Haken genommen wird. Souveräner Schlepper war in diesem Fall unser Dauertestwagen Mercedes-Benz E 320 CDI Kombi. Die preiswerteste Lösung bietet Caddymobil. Joachim Küster aus Giesen bei Hildesheim macht aus Caddy & Co (also auch Renault Kangoo, Citroën Berlingo, Fiat Doblo und andere Lieferwagen) mit einem einfachen Bausatz ein Reisemobilchen für zwei.

Fangen wir also ganz unten an und verwandeln einen Caddy Life zum Caddymobil (75-PS-Benziner ab 16.900 Euro, 1.9 TDI mit 105 PS ab 19.800 Euro): Erst kommt die Bodenplatte in den Laderaum, die mit ihren Leisten die beiden seitlichen "Schrankwände" hält. Oben stützen sich die Wände gegenseitig mit zwei Leisten, deren Flügelmuttern zwar fummelig zu schrauben sind, aber sich mit etwas Geduld überlisten lassen.

Im Gespann wird das Zugpferd durstig

Zum Caddymobil-Bausatz, der einzeln 2500 Euro kostet, gehören natürlich noch Gardinen, die Sitzkiste sowie Bettunterlagen. Wer es komfortabler mag, der bekommt vom Wasserkanister (ab 35 Euro) über Kocher (85 Euro) und Kühlbox (ab 60 Euro) bis hin zum Fahrradträger (190 Euro) alles geliefert.

Ganz wichtig für Familien: Da es im Caddymobil naturgemäß eng zugeht, verbessert ein Vorzelt für die Heckklappe (freistehend, 210 Euro) die Bewegungsfreiheit. Ein Seitenzelt an der Schiebetür (220 Euro) bietet Platz für zwei Gäste, denn im Caddymobil bleibt dank der durchdachten Einbauten die Rücksitzbank während der Fahrt immer frei. Wer das Caddymobil auf dem Caravan Salon 2005 in Düsseldorf sehen möchte, sollte über Handy (0174/ 997 07 36) einen Termin vereinbaren. Das größte Erfolgserlebnis nach längerer Fahrt: der Spatzendurst von 5,8 Liter Diesel auf 100 km.

Da geht das Gespann Mercedes plus Hobby Caravan schon durstiger zur Sache: Bei normaler Fahrt bis höchstens Tempo 100 liefen 11,6 Liter Diesel durch die Düsen der 204-PS-Maschine, eiligere Fahrer kamen leicht auf 14 Liter. Die 1,1 Tonnen Hakenlast überforderten den Motor keineswegs, machten sich nur im Verbrauch bemerkbar. Das große Platzangebot verführt zum Überladen, aber nur 171 Kilogramm sind erlaubt.

Mit dem Bimobil geht's auch in die Wüste

Caravans gibt es bei Hobby ab 10.260 Euro, der Test-Anhänger 460 UFe De Luxe kostet 12.600. Dafür ist der mit 5,37 Meter (ohne Deichsel) Länge auch 67 Zentimeter länger als das Basismodell und wesentlich luxuriöser ausgestattet. Beide bieten vier Personen Platz und haben Heizung, Küche sowie Naßzelle mitsamt Dusche und Kassetten-Toilette an Bord. Topmodell des norddeutschen Caravan-Spezialisten (steht in Halle 9) ist der 650 UFf aus der Baureihe Excelsior. Der mit Deichsel 8,48 Meter lange Doppelachser bietet Platz für vier, kostet 21.500 Euro und wiegt leer 1,6 Tonnen. 246 kg Zuladung sind möglich. Reisende, was wollt ihr mehr!

Wir wollen, sagt eine kleine Gruppe Individualisten. Wir wollen dorthin, wo normale Gespanne nicht mehr weiterkommen. In die Sahara, gen Osten, vielleicht aber auch nur mal an dänische Nordseestrände oder finnische Seen. Bimobil heißt dann die Lösung und ist in Halle 12 zu finden. Der Hersteller aus Oberpframmern bei München hat sich auf ganz individuelle Umbauten vor allem von Allrad-Fahrzeugen spezialisiert. Vom 109 PS starken Ford Ranger (ab 24.600 Euro plus Aufbau ab 18.550 Euro) bis hin zum 166 PS starken Iveco Daily (inklusive Aufbau ab 86.220 Euro) reicht die Modellpalette. Natürlich werden auf Wunsch auch größere Fahrzeuge ausgebaut.

Der von uns gefahrene Husky 258 Nissan Navara (133 PS) mit Doppelkabine (ab 25.425 Euro) und abnehmbarem Aufbau (ab 19.075 Euro) liebte als Dauertempo 120 km/h. Darüber wurde er zu laut und zu durstig. Im Mittel 11,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer müssen bei solch einem mächtigen Aufbau einkalkuliert werden. Am meisten haben wir aber die große Heckklappe genossen: Sie eröffnet ein Aussichts-Panorama, das jede Rast zur Augenweide macht. Und so schon beim ersten Stopp den Sommer verlängert.

Autor: Diether Rodatz

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