Diese Carsharing-Anbieter gibt es in Deutschland

Carsharing: Anbieter im Vergleich

— 02.01.2018

Auto teilen – vom Trend zum Boom

Immer mehr Carsharing-Anbieter drängen in Deutschland auf den Markt. AUTO BILD vergleicht die Angebote und erklärt, wie die verschiedenen Systeme funktionieren.

Carsharing, also das Teilen und gemeinsame Nutzen eines Autos, hat sich vom Trend zum absoluten Boom entwickelt. Kein Bereich auf dem Mobilitätssektor kann annähernd vergleichbare Zuwächse vorweisen. Nach einer Bilanz des Bundesverbandes Carsharing sind am 1. Januar 2017 knapp 1,7 Millionen Carsharing-Kunden registriert gewesen. Vor zwei Jahren lag die Zahl noch bei rund 1 Millionen. Mittlerweile gibt es in Deutschland auch etwa 150 Anbieter und das Carsharing-Angebot kann in 597 deutschen Städten und Gemeinden genutzt werden – 60 mehr als noch ein Jahr zuvor.

Carsharing

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Carsharing ist auch für Autohersteller interessant

Ein Ende des Booms ist nicht abzusehen – im Gegenteil. Immer mehr, immer neue Anbieter wie App2Drive und andere drängen auf den Markt, die vorhandenen Player vergrößern Verbreitungsgebiete und Fahrzeugflotten. Auch die großen Autofirmen wollen bei diesem Geschäft nichts verpassen. So bieten Daimler (Car2Go), BMW (DriveNow), Peugeot (Mu) und Ford (Ford Carsharing) ebenfalls ein Carsharing-System an. Volkswagen musste hingegen sein Carsharing-Projekt namens Quicar im März 2016 einstellen. Und auch Opel stampfte im August 2017 sein CarUnity nach gerade einmal zwei Jahren ein und übergab seine Nutzer an den Wettbwerber Tamyca. Tamyca wiederum verkündete kurze Zeit später die Übernahme durch SnappCar. Im Oktober 2017 zog dann auch noch Citroën mit seinem Multicity sein Angebot zurück.

Der Markt ist permanent in Bewegung

Es zeigt sich also: Auf dem Carsharing-Markt gibt es bei den Anbietern ein reges Kommen und Gehen. Auch Verschiebungen unter den etablierten, privaten Carsharing-Anbietern gibt es immer wieder. So wurde auch die private Plattform Autonetzer, die sich erst im September 2014 mit Nachbarschaftsauto zusammengeschlossen hatte, kürzlich vom französischen Anbieter Drivy geschluckt. Damit ist Drivy in Deutschland zum größten Internetportal für privates Carsharing geworden. Flinkster, das Angebot der Deutschen Bahn, und Car2Go von Daimler sind einen anderen Weg gegangen und kooperieren nun. Mit RUHRAUTOe ist sogar ein Carsharing-Angebot vertreten, das ausschließlich auf Elektro-Mobilität setzt.
 
Welche Vor- und welche Nachteile bietet Carsharing? Beides ist leicht auszumachen: Carsharing bietet Kostenvorteile – da man nur zahlt, wenn man das Auto nutzt. Von Nachteil ist, dass es keinen garantierten Auto-Zugriff zu jeder Zeit gibt. Hier ist der eigene Wagen unschlagbar. Für Vielfahrer und fürs tägliche Pendeln zur Arbeit bietet Carsharing je nach den individuellen Umständen oft keinen Kostenvorteil mehr.

Wie funktionieren die verschiedenen Systeme? Im Wesentlichen gibt es zwei: stationsgebundene Systeme und stationslose Systeme ("Free Float"). Das erste Modell ist das klassische, dabei ist der Carsharing-Wagen an einen festen Standplatz gebunden, muss von dort abgeholt und wieder zurückgebracht werden. Cambio arbeitet etwa nach diesem Prinzip. Zu den bekannten Free-Float-Systemen gehören Car2Go von Daimler und DriveNow von BMW und Sixt. Die Fahrzeug-Flotte reicht bei Car2Go vom Smart bis hin zur A-Klasse und dem AMG CLA. Zur DriveNow-Flotte gehören etwa Mini, Mini Countryman, BMW 1er und BMW X1. Alle Fahrzeuge können im definierten Nutzungsgebiet überall abgestellt, dort von einem anderen Nutzer übernommen werden. Zugang zum Wagen gibt es meist über eine Smartphone-App oder einer Chipkarte, Schlüsselübergaben sind also nicht nötig. Neben den großen Firmen gibt es viele lokale Anbieter sowie unkonventionelle Unternehmen wie zum Beispiel Getaway – dort bringen Mitglieder ihre Privatwagen ein.

Welche Kosten sind für Carsharing-Mitglieder fällig?
Die Kostenmodelle sind unterschiedlich. Gemeinsam sind aber meist Mitgliedsbeitrag, Stunden- und Tagessätze sowie (abgestufte) Kilometerkosten. Beim privaten Carsharing verhandeln Mieter und Vermieter die Preise untereinander.

Carsharing-Anbieter im Vergleich*
Anbieter Standorte Fahrzeuge Kosten**
app2drive www.app2drive.com 180 Standorte, darunter 65 Flugplätze (u. a. Mannheim, Chemnitz, Freiburg und Haßfurt-Schweinfurt) Citroën, Renault, Fiat Ab 2,40/0,12 Euro pro Stunde/km bis 3,60/0,18 Euro pro Stunde/km je nach gewähltem Tarif mit unterschiedlichen Grundgebühren
Book-N-Drive www.book-n-drive.de Darmstadt, Frankfurt, Griesheim, Mainz, Oberursel, Offenbach, Rüsselsheim, Wiesbaden VW, Opel, Seat, Audi, Smart ab 1 Euro pro Stunde, zusätzlich 15 bzw 25 Cent pro Kilometer, je nach Tarif.
Cambio www.cambio-carsharing.de 21 Städte, Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen Citroen, Toyota, Ford, VW, Volvo, Renault, Smart, Opel tagsüber (7 bis 23 Uhr) ab 1,50 Euro pro Stunde, nachts 50 Cent; 19 Cent pro Kilometer; 19 Euro pro Tag, je nach Tarif auch teurer.
Car2go www.car2go.com Berlin, Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart, Rheinland, Wien, Amsterdam, Madrid, USA, Canada, China, Italien Smart, Mercedes ab 26 Cent pro Minute; ab 17,90 Euro für 2 Stunden (80 km inkl.) und 79 Euro pro Tag; 19 Cent pro Parkminute. Die ersten 200 Kilometer sind frei, danach 29 Cent pro Kilometer
DriveNow www.drive-now.com München, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Wien, London, Kopenhagen, Stockholm, Brüssel, Mailand, Helsinki, Lissabon Mini (3/5-Türer, Cabrio, Clubman, Coutryman), BMW (1er, 2er Cabrio und Active Tourer, X1, i3) ab 33 Cent pro Fahrminute (ausgewählte Fahrzeuge teilweise ab 20 Cent pro Minute), ab 20 Cent pro Parkminute. Spartarife ab 60 Minuten für 17,99 Euro; Stundenpakete ab 29 Euro für drei Stunden (inklusive 80 Kilometer). Plus 1€/Miete für Schutzpaket (verpflichtend)
Drivy www.drivy.de bundesweit verschiedene Marken werden von den Privatpersonen selbst bestimmt. 30 Prozent Gebühr (Vermittlung- und Versicherung) für Drivy (zahlt Vermieter)
Flinkster www.flinkster.de in über 300 Städten verschiedene Marken tagsüber (8 bis 22 Uhr) ab 2,30 Euro pro Stunde, nachts ab 1,50 Euro; 18 Cent pro Kilometer; 39 Euro für den ersten Tag, 29 Euro ab dem zweiten Tag
Greenwheels www.greenwheels.com bundesweit in 23 Städten und in den Niederlanden VW up!, Golf Variant, VW Caddy tagsüber (8 bis 0 Uhr) ab 1,49 Euro pro Stunde, nachts 49 Cent; 24 Cent pro Kilometer; 19 Euro pro Tag. Je nach Tarif auch teurer.
Hertz 24/7 www.hertz247.com bundesweit in 54 Städten Ford Transit, Streetscooter Work L ab 14,90 Euro pro Stunde; Nachttarif 44,90 Euro, Tagestarif 89 Euro, Wochenendtarif 104,90 €; Tarife gelten für IKEA FAMILY/IKEA BUSINESS Mitglieder. Standardtarif teurer. 100km inklusive, jeder weitere Kilometer 19 Cent. Mindestmietdauer 2 Stunden.
Mu www.mu.peugeot.de bundesweit Peugeot ab 50 Euro pro Tag, 150 Kilometer inklusive. Zusätzliche Kilometer: 16 Cent. Sprit nicht inklusive.
Ruhrauto www.ruhrautoe.de Ruhrgebiet ausschließlich Elektro- und Hybridfahrzeuge, verschiedene Marken ab 1,95 Euro pro Stunde, 24 Euro pro Tag, 5 Cent pro Kilometer
Drive CarSharing www.drive-carsharing.com bundesweit Renault, Opel, Seat, Ford, VW, Citroën, Audi, Tesla tagsüber (8 bis 20 Uhr) ab 1,95 Euro pro Stunde, nachts 1,50 Euro pro Stunde; 24 Euro pro Tag. 5 Cent pro Kilometer
Stattauto www.stattauto-muenchen.de München und Münchner Umland verschiedene Marken tagsüber (8 bis 24 Uhr) ab 2,22 Euro pro Stunde, nachts 56 Cent pro Stunde; 22,24 Euro pro Tag. 22 Cent pro Kilometer.
Teilauto www.teilauto.net bundesweit verschiedene Marken tagsüber (7 bis 24 Uhr) ab 1,52 Euro pro Stunde, nachts 40 Cent pro Stunde; 15,20 Euro pro Tag. 18 Cent pro Kilometer (bis 199 Kilometer, danach 13 Cent)
Ubeeqo www.ubeeqo.com/de Berlin, Hamburg, London, Paris, Brüssel, Mailand, Madrid, Barcelona Opel Adam, Mini, VW Golf, BMW 1er ab 3 Euro pro Stunde, 30 Euro pro Tag, 30km inklusive, jeder weitere km 20 Cent.
Snappcar www.snappcar.de/ Bundesweit verschiedene Marken Preise werden von Privatpersonen selbst bestimmt.
Scouter www.scouter.de/ Bonn, Gießen, Kassel, Marburg, Nürnberg/Fürth, Würzburg VW up!, Golf, Passat; Audi A4; Seat Mii, Ibiza; Renault Clio (Kombi), Zoe, Grand Scenic, Kangoo, Megane Kombi, Master, Trafic; Toyota Yaris, Aygo tagsüber (7 bis 24 Uhr) ab 1 Euro pro Stunde, nachts 50 pro Stunde, 20 Euro pro Tag, 100 Euro pro Woche, 29 Cent pro Kilometer (ab 101 km 22 Cent)
BeeZero www.beezero.com/de/ München Hyundai ix35 Fuel Cell 5,50 Euro pro Stunde, 29 Cent pro Kilometer, von 0 bis 6 Uhr fällt nur der Kilometerpreis an
Ford Carsharing www.ford-carsharing.de/ bundesweit verschiedene Ford Modelle tagsüber (8 bis 22 Uhr) ab 2,30 Euro pro Stunde, nachts ab 1,50 Euro; 19 Cent pro Kilometer; 39 Euro für den ersten Tag, 29 Euro für den zweiten Tag
Stadtmobil www.stadtmobil.de In über 180 Städten verschiedene Marken 21 Cent pro Kilometer (bis 100 Kilometer, danach 16 Cent). Standardtarif teurer.
Getaway
www.get-a-way.com
Magdeburg, Berlin, Hamburg verschiedene Marken legen Vermieter selbst fest, meist pro Kilometer zwischen 20 und 50 Cent
StattAuto eG
www.stattauto-hl.de
Lübeck, Kiel, Kronshagen, Preetz, Stockelsdorf, Bad Schwartau, Bad Segeberg Opel, Renault, Toyota, Nissan, Ford vom Fahrzeugtyp und Tarifmodell abhängig, tagsüber eine Stunde ab 2 Euro, nachts ab 50 Cent; je Kilometer ab 23 Cent und bis zu 39 Cent
* Auswahl, keine Garantie auf Vollständigkeit ** Eventuell fällige Anmeldegebühr nicht berücksichtigt; alle Angaben ohne Gewähr, Stand 01.01.2018

Autor: Isabella Sauer

Stichworte:

DriveNow car2go

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