Diese Carsharing-Anbieter gibt es in Deutschland

Carsharing: DriveNow Carsharing: Greenwheels Carsharing: Zebramobil

Carsharing: Anbieter im Vergleich

— 01.07.2015

Auto teilen – vom Trend zum Boom

Immer mehr Carsharing-Anbieter drängen in Deutschland auf den Markt. AUTO BILD vergleicht die Angebote und erklärt, wie die verschiedenen Systeme funktionieren.

Carsharing, also das Teilen und gemeinsame Nutzen eines Autos, hat sich vom Trend zum absoluten Boom entwickelt. Kein Bereich auf dem Mobilitätssektor kann annähernd vergleichbare Zuwächse vorweisen. Nach einer Bilanz des Bundesverbandes Carsharing ist im vergangenen Jahr die Zahl der Carsharing-Kunden auf deutlich über eine Million geklettert – eine Steigerung um satte 37 Prozent. Vier Millionen Verbraucher in Deutschland nutzen die Carsharing-Angebote bereits und mehr als 150 Anbieter tummeln sich inzwischen auf dem Markt. Carsharing ist in 490 deutschen Städten und Gemeinden präsent – 110 mehr als noch ein Jahr zuvor.

Divide et impera! Auto teilen - und den Markt beherrschen

Ein Ende des Booms ist nicht abzusehen – im Gegenteil. Immer mehr, immer neue Anbieter wie App2Drive und andere drängen auf den Markt, die vorhandenen Player vergrößern Verbreitungsgebiete und Fahrzeugflotten. Auch die großen Autofirmen wollen bei diesem Geschäft nichts verpassen. Nach Daimler (Car2Go), BMW (DriveNow), Volkswagen (Quicar), Citroën (Multicity), Peugeot (Mu) und Ford (Ford Carsharing) mischt seit Ende Juni 2015 nun auch Opel mit. Hinter CarUnity verbirgt sich jedoch kein Angebot an Fahrzeugen aus dem Haus Opel; es wird lediglich eine App zum Autoteilen bereitgestellt. Der Erfolg dieses Modells bleibt abzuwarten.

Der Markt ist permanent in Bewegung

Auch Verschiebungen unter den etablierten Carsharing-Anbietern gibt es immer wieder. So wurde die private Plattform Autonetzer, die sich erst im September 2014 mit Nachbarschaftsauto zusammengeschlossen hatte, jetzt selber vom französischen Anbieter Drivy geschluckt. Damit ist Drivy in Deutschland zum größten Internetportal für privates Carsharing geworden. Flinkster, das Angebot der Deutschen Bahn, und Car2Go von Daimler sind eine Kooperation eingegangen. Daimler selber hat für Business- und Langstrecken-Kunden Car2Go Black ins Leben gerufen. Mit RUHRAUTOe ist sogar ein Carsharing-Angebot vertreten, das ausschließlich auf Elektro-Mobilität setzt. Auf der anderen Seite sind einige Player auf dem Markt schon wieder mehr oder weniger klanglos verschwunden wie Zebramobil in München nach nur zwei Jahren oder SpotCar in Berlin nach gerade einmal einem Jahr.
 
Welche Vor- und welche Nachteile bietet Carsharing? Beides ist leicht auszumachen: Carsharing bietet Kostenvorteile – da man nur zahlt, wenn man das Auto nutzt. Von Nachteil ist, dass es keinen garantierten Auto-Zugriff zu jeder Zeit gibt. Hier ist der eigene Wagen unschlagbar. Auch für Vielfahrer und fürs tägliche Pendeln zur Arbeit scheidet Carsharing aus.

Wie funktionieren die verschiedenen Systeme? Im Wesentlichen gibt es zwei: stationsgebundene Systeme und stationslose Systeme ("Free Float"). Das erste Modell ist das klassische, dabei ist der Carsharing-Wagen an einen festen Standplatz gebunden, muss von dort abgeholt und wieder zurückgebracht werden. CiteeCar arbeitet etwa nach diesem Prinzip. Eine Besonderheit bei CiteeCar: Hier stellen Kunden des Anbieters als Gastgeber ("Hosts") Standplätze für die Autos zur Verfügung. Um diese Standplätze herum soll sich eine lokale Nutzergemeinschaft bilden. Der Host erhält als Gegenleistung Freistunden für die Nutzung. Zu den bekannten Free-Float-Systemen gehört etwa Car2Go von Daimler mit seinen Smart. Die können im definierten Nutzungsgebiet überall abgestellt, dort von einem anderen Nutzer übernommen werden. Zugang zum Wagen gibt es meist über Chipkarte, Schlüsselübergaben sind also nicht nötig. Neben den großen Firmen gibt es viele lokale Anbieter sowie unkonventionelle Unternehmen wie etwa Tamyca – dort bringen Mitglieder ihre Privatwagen ein.

Welche Kosten sind für Carsharing-Mitglieder fällig?
Die Kostenmodelle sind unterschiedlich. Gemeinsam sind aber meist Mitgliedsbeitrag, Stunden- und Tagessätze sowie (abgestufte) Kilometerkosten. Beim privaten Carsharing verhandeln Mieter und Vermieter die Preise untereinander.
Carsharing-Anbieter im Vergleich*
Anbieter Standorte Fahrzeuge Kosten**
app2drive
www.app2drive.com
65 Städte, Schwerpunkt Süddeutschland Citroën, Peugeot, Renault, Opel, Fiat Fahrzeit ab 10 Cent pro Minute, Standzeit 2 Cent pro Minute, 15 Cent pro Kilometer
Book-N-Drive
www.book-n-drive.de
Darmstadt, Frankfurt/M., Mainz, Oberursel, Offenbach, Rüsselsheim und Wiesbaden Renault, Opel, Citroën, VW up! ab 1 Euro pro Stunde, 26 Cent pro Kilometer; 24 Euro pro Tag
Cambio
www.cambio-carsharing.de
19 Städte, Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen Citroën, Ford, VW, Toyota, Mitsubishi, Volvo tagsüber (7 bis 23 Uhr) ab 1,20 Euro pro Stunde, nachts 50 Cent; 28 Cent pro Kilometer; 23 Euro pro Tag
Car2go
www.car2go.com
Berlin, Frankfurt, Hamburg, München, Ulm, Stuttgart, Düsseldorf und Köln Smart (Benziner und Elektro) 29 Cent pro Minute; 14,90 Euro pro Stunde und 59 Euro pro Tag; 19 Cent pro Parkminute. Die ersten 50 Kilometer sind frei, danach 29 Cent pro Kilometer
Car2go Black
www.car2goblack.com
Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Monheim am Rhein, Wuppertal Mercedes B-Klasse 14,90 pro Stunde (inkl. 50 Freikilometer), 89 Euro am Tag (inkl. 200 Freikilometer), 29 Cent pro Zusatzkilometer
CiteeCar
www.citeecar.com
Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Ruhrgebiet Kia Rio, Toyota Yaris Nebenzeit 0 bis 17 Uhr: 1 Euro pro Stunde, Hauptzeit 17 - 24 Uhr sowie Samstag und Sonntag: 2 Euro pro Stunde; ab 22 Cent pro Kilometer
DriveNow
www.drive-now.com
München, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln Mini, Mini Cabrio, Mini Clubman, Mini Countryman, BMW 1er, BMW X1, BMW Active E ab 31 Cent pro Fahrminute, 15 Cent pro Parkminute. Spartarife ab 60 Minuten für 27 Cent pro Minute; Stundenpakete ab 29 Euro für drei Stunden (inklusive 80 Kilometer)
Drivy
www.drivy.de
bundesweit verschiedene Marken werden von den Privatpersonen selbst bestimmt. 30 Prozent Gebühr (Vermittlung- und Versicherung) für Drivy (zahlt Vermieter)
Flinkster
www.flinkster.de
bundesweit in 140 Städten verschiedene Marken tagsüber (8 bis 22 Uhr) ab 2,30 Euro pro Stunde, nachts ab 1,50 Euro; 18 Cent pro Kilometer; 39 Euro für den ersten Tag, 29 Euro für den zweiten Tag
Greenwheels
www.greenwheels.com
bundesweit in 22 Städten VW up!, Golf Variant, VW Caddy tagsüber (8 bis 0 Uhr) ab 1,99 Euro pro Stunde, nachts 99 Cent; 24 Cent pro Kilometer; 30 Euro pro Tag
Hertz 24/7
www.hertz247.com
Berlin, Hamburg, Ludwigsburg, Taufkirchen Ford Ka ab 2,50 Euro pro Stunde, ab 39 Euro am Tag, 20 Cent pro Kilometer
Mu
www.mu.peugeot.de
bundesweit Peugeot ab 50 Euro pro Tag, 150 Kilometer inklusive. Zusätzliche Kilometer: 16 Cent. Peugeot iOn: 65 Euro Tagessatz
Multicity
www.multicity-carsharing.de
Berlin Citroën C-Zero 25 Cent pro Minute, Tageshöchstpreis 39 Euro. Guthabenpakete ab 25 Euro für 100 Minuten
Ruhrauto
www.ruhrautoe.de
Ruhrgebiet ausschließlich Elektrofahrzeuge, verschiedene Marken ab 1,95 Euro pro Stunde, 24 Euro pro Tag, 5 Cent pro Kilometer
Drive CarSharing
www.drive-carsharing.com
bundesweit Renault, Opel, Seat, Ford, VW, Citroën, Audi, Tesla tagsüber (8 bis 20 Uhr) ab 3,25 Euro pro Stunde, nachts 1,50 Euro pro Stunde; 39 Euro pro Tag. 16 Cent pro Kilometer
Stadtmobil
www.stadtmobil.de
Berlin, Hannover, Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Rhein-Neckar, Karlsruhe, Stuttgart verschiedene Marken tagsüber (7 bis 24 Uhr) ab 1,40 Euro pro Stunde, nachts 0 Cent pro Stunde; 21 Euro pro Tag. 20 Cent pro Kilometer (bis 100 Kilometer)
Stattauto
www.stattauto-muenchen.de
München verschiedene Marken tagsüber (8 bis 24 Uhr) ab 2,20 Euro pro Stunde, nachts 55 Cent pro Stunde; 22 Euro pro Tag. 22 Cent pro Kilometer.
Tamyca
www.tamyca.de
bundesweit verschiedene Marken werden von den Privatpersonen selbst bestimmt (mit Versicherung), 15 Prozent Vermittlungsprovision für tamyca (zahlt Vermieter)
Teilauto
www.teilauto.net
bundesweit Renault, Ford, VW tagsüber (7 bis 24 Uhr) ab 1,90 Euro pro Stunde, nachts 50 Cent pro Stunde; 19 Euro pro Tag. 23 Cent pro Kilometer (bis 300 Kilometer)
Quicar
www.quicar.de
Hannover VW ab 25 Cent pro Minute, 5 Cent pro Parkminute (150 Kilometer inklusive)
*Auswahl – weitere Anbieter in der Bildergalerie. **Eventuell fällige Anmeldegebühren nicht berücksichtigt; alle Angaben ohne Gewähr, Stand 7/2015.

Diese Carsharing-Anbieter gibt es in Deutschland

Carsharing: Quicar Carsharing: DriveNow Carsharing: Greenwheels
Roland Bunke

Roland Bunke

Fazit

Für individuelle Mobilität gibt es keine Patentlösung. Carsharing ist intelligent in Städten, die aus den Nähten platzen. Und für alle, deren Fahrzeuge zu Stehzeugen werden – und die scharf rechnen. Freude am Autobesitz zählt dann allerdings nicht.

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