Carsharing in Berlin

Carsharing in Berlin: Überblick

Das sind Berlins Carsharing-Anbieter

In Berlin gibt es bundesweit die meisten Carsharing-Fahrzeuge. AUTO BILD stellt die wichtigsten privaten und kommerziellen Carsharing-Anbieter in Berlin vor!
Berlin hat 3,7 Millionen Einwohner – und rund 3000 Carsharing-Fahrzeuge. Diese Zahl hat der Bundesverband Carsharing in einer Studie aus dem Jahr 2017 ermittelt. Wer in Berlin ein Carsharing-Angebot sucht, der hat die Qual der Wahl. Zum einen gibt es in Berlin die großen deutschen Carsharing-Anbieter mit Free-Floating-Konzept: Car2Go und DriveNow. Dann gibt es noch kleinere Anbieter, zum Beispiel Flinkster (das Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn), Cambio, Ubeeqo, Greenwheels oder Hertz 24/7. Außerdem lassen sich Autos über Internetportale für privates Carsharing anmieten – etwa bei get-a-way.comsnappcar.dedrivy.de oder seit Januar 2018 auch bei Turo. AUTO BILD zeigt die wichtigsten Anbieter im Überblick:

Kommerzielle Anbieter mit Free-Floating-Konzept

DriveNow
In Berlin hat DriveNow rund 1400 Autos im Einsatz, und das ohne feste Mietstationen. Die Fahrzeugpalette reicht von der Marke Mini (auch Countryman, Clubman, Cabrio und Coupé) bis zum BMW 1er und BMW X1. So funktioniert das Anmieten: Die Standorte freier Fahrzeuge werden auf der Internetseite von DriveNow bzw. mit der DriveNow-App auf dem Smartphone angezeigt. Die Übersicht lässt sich nach Fahrzeugmodellen und nach Getriebeart (Schaltung oder Automatik) filtern. Freie Fahrzeuge können direkt am Standort, im Internet oder per Smartphone-App angemietet sowie telefonisch für maximal acht Stunden im Voraus reserviert werden. Die Autos können jederzeit kostenfrei auf nahezu allen öffentlichen Parkplätzen im Geschäftsgebiet abgestellt werden.
Kosten: Der Normaltarif beträgt bei DriveNow 33 Cent pro Minute (36 Cent fürs Cabrio-Modell im Sommer sowie für BMW i3, X1, 2er Active Tourer sowie dem Mini Countryman). Benzinkosten, Parkgebühren und die Kosten für die Versicherung sind darin enthalten. Zwischenstopps (ohne Beenden der Buchung) werden mit 15 Cent pro Minute berechnet. Pro Mietvorgang sind 200 Kilometer inklusive, jeder weitere Kilometer schlägt mit 29 Cent zu Buche. Darüber hinaus bietet DriveNow spezielle Buchungspakete an: ein "Prepaid-Paket" für 500 Minuten (139,99 Euro), "Spar-Pakete" für 60, 125, 240 und 500 Minuten (17,99 bis 124,99 Euro) sowie "Stunden-Pakete" für drei, sechs, neun und 24 Stunden (29 bis 89 Euro). Für die Anmeldung wird eine einmalige Gebühr von 29 Euro erhoben.
Car2Go

In Berlin gehören mehr als 1100 Fahrzeuge zur Car2Go-Flotte.

Auf einem Geschäftsgebiet von rund 160 Quadratkilometern hat Car2Go etwa 1100 Fahrzeuge verteilt. Die Standorte freier Autos werden mit Google Maps auf der Car2Go-Internetseite bzw. über die Car2Go-App auf dem Smartphone angezeigt. Die Autos können entweder direkt oder für 30 Minuten im Voraus reserviert werden. Nach der Fahrt kann der Mieter das Auto an jedem öffentlichen Parkplatz abstellen. Dabei werden die Parkgebühren von Car2Go übernommen. Zudem gibt es eine Reihe von Parkplätzen, die speziell für Car2Go-Autos reserviert sind. Die Fahrzeugflotte reicht vom Smart fortwo über die Mercedes A- sowie B-Klasse, dem CLA, GLA und AMG CLA.
Kosten: Für die Registrierung fällt eine einmalige Gebühr von neun Euro an. Die Nutzung eines Fahrzeugs kostet zwischen 26 und 79 Cent pro Minute. Der Preis ist abhängig vom Fahrzeugtyp. Bei Zwischenstopps sinkt der Minutenpreis auf 0,19 Euro, lässt man den Smart etwa für einen Einkauf stehen, ohne ihn wieder freizugeben. Wer für zwei Stunden (inklusive 80 Kilometer) einen Smart mietet, der bezahlt 17,90 Euro, für einen Tag (inklusive 200 Kilometer) liegen die Kosten bei 79 Euro. Werden die Inklusivkilometer überschritten, sind 29 Cent pro weiteren Kilometer fällig. Für das Abstellen am Flughafen Berlin-Tegel und Berlin Schönefeld wird eine Flughafenpauschale von 5,90 Euro erhoben. Im Mietpreis enthalten sind Kraftstoffkosten (Tankkarte wird zur Verfügung gestellt), Versicherung, Steuern und Parkgebühren. Die Selbstbeteiligung bei einem Schaden beträgt bei einem Smart 500 Euro und bei Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz bis zu 1000 Euro.

Drive by Carsharing hat unter anderem den Audi A1 im Angebot.

Drive by 
Das Berliner Start-up funktioniert im Wesentlichen wie Car2Go und DriveNow. Nach der Registrierung folgt die Verifizierung des Führerscheins. Das funktioniert über die drive-by-Smartphone-App. Auf der Startseite der App werden alle verfügbaren Autos auf einer Karte angezeigt. Eine Reservierung ist bis zu 15 Minuten möglich. Das Öffnen des Fahrzeugs erfolgt ebenfalls per Smartphone, ebenso das Beenden der Fahrt. Wichtig zu wissen: Die Fahrzeuge können auf jedem öffentlichen Parkplatz im Geschäftsgebiet abgestellt werden. Der größte Unterschied des Start-ups im Vergleich zu den marktführenden Carsharing-Anbietern ist die Abrechnung nach gefahrenen Kilometern – die Mietdauer spielt keine Rolle. Zur Fahrzeugflotte gehören 120 Pkw und 20Transporter, von Fiat 500, Audi A1, Audi A3 bis zum Renault Master. Liegt die Tankfüllung eines angemieteten Autos unter 25 Prozent, kann mit der im Handschuhfach liegenden DKV-Tankkarte getankt werden. Dafür erhält der Fahrer fünf Freikilometer.
Kosten: Aktuell gibt es keine Anmeldegebühr. Der Kilometerpreis für einen Fiat 500 liegt bei 69 Cent, für einen Audi A1 bei 79 Cent, für einen Audi A3 bei 99 Cent, ein Transporter kostet 99 Cent. Zudem gibt es Tagestarife, also eine Anmietung über 24 Stunden inklusive 100 Kilometer (49 bis 79 Euro). Ab dem 101. Kilometer kostet jeder weitere Kilometer im Pkw 39 Cent, im Transporter 49 Cent.

Kommerzielle Anbieter mit Stationsbindung

Flinkster
Das Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn AG ist in Berlin an 62 Standorten vertreten, viele davon an Bahnhöfen. Zur Flinkster-Flotte gehören in Berlin Modelle wie der Ford Fiesta und der Opel Astra Kombi.
Kosten: Die Preise variieren je nach Fahrzeugtyp. Kleinstwagen (Smart, Fiat Panda) gibt es ab 2,30 Euro pro Stunde oder zum Tagespreis von 39 Euro, ein Mittelklasse-Modell (Mercedes C-Klasse, VW Passat) kostet sieben Euro pro Stunde bzw. 70 Euro pro Tag. Hinzu kommen eine Gebühr von 50 Euro für die Registrierung (entfällt für Bahncard-Inhaber) sowie zehn Euro für die Kundenkarte.
Stadtmobil Berlin

Die Fahrzeuge von Stadtmobil lassen sich mit Hilfe einer Nutzerkarte öffnen.

Das Carsharing-Unternehmen Stadtmobil Berlin wurde 2007 gegründet. Mittlerweile hat der Fuhrpark mehr als 1200 Fahrzeuge. Dabei reicht die Flotte vom Kleinwagen bis zum Transporter. Die Autos stehen an bestimmten Stationen innerhalb Berlins und können im Internet, über die Smartphone-App oder per Telefon reserviert werden. Geöffnet werden die Fahrzeuge mit Hilfe einer Stadtmobil-Zugangskarte, die es nach der Registrierung gibt. 
Kosten: Die Preise variieren je nach Fahrzeugtyp. Insgesamt gibt es sieben Fahrzeugklassen. Hinzu kommen zwei Tarifklassen: Profi und Standard. Im Preis enthalten sind die Benzinkosten, die Versicherung sowie Steuern. Bezahlt wird nur die reine Nutzung, also gefahrene Kilometer plus gebuchte Zeit. Jede Reservierung kostet einen Euro Buchungsgebühr. Die Aufnahmegebühr liegt bei 29 Euro, der Monatsbeitrag bei zwei Euro. Pro Stunde werden im günstigsten Fall 50 Cent fällig, im teuersten Fall sechs Euro. Besitzer einer VBB- oder BVG-Jahreskarte erhalten günstigere Konditionen. Bei einer Neuanmeldung gibt es eine einmalige Fahrtgutschrift von 15 Euro.
Cambio
Die Cambio Mobilitätsservice GmbH & Co. KG arbeitet in einem franchise-ähnlichen Angebot mit lokalen, eigenständigen Unternehmen zusammen. In Berlin stellt das Unternehmen seinen Kunden rund 75 Fahrzeuge an 34 Stationen zur Verfügung – sechs Fahrzeugmodelle in vier Preisklassen (darunter Ford Fiesta, VW Caddy und Ford-Transporter). Die Autos können telefonisch, im Internet oder per Smartphone-App reserviert werden. Für den Zugang zum Fahrzeug erhält der Kunde eine Chipkarte.
Kosten: Die Kosten für die Nutzung der Fahrzeuge setzt sich aus den monatlichen Grundgebühren und den Fahrtkosten zusammen. Bei den Grundgebühren bietet Cambio vier verschiedene Tarife von 0 bis 22 Euro an. Die Fahrtkosten werden nach Nutzungszeit (tagsüber je nach Fahrzeugklasse zwischen 1,10 Euro und 4,90 Euro pro Stunde) und Kilometerpreis (19 bis 27 Cent je Kilometer) berechnet. Darüber hinaus werden spezielle Tarife für Behörden und Unternehmen angeboten. Für die Anmeldung bei Cambio wird zudem einmalig eine Gebühr von 30 Euro erhoben.
Ubeeqo

In Deutschand können Autos von Ubeeqo nur in Berlin und Hamburg angemietet werden.

Den stationsbasierten Carsharing-Anbieter Ubeeqo gibt es seit 2015 in Deutschland. Neben Berlin können Autos in Hamburg sowie in Belgien, England, Frankreich, Italien und Spanien angemietet werden. In Berlin hat Ubeeqo 103 Fahrzeuge an 86 Stationen platziert. Zu den Fahrzeugtypen zählen beispielsweise BMW 1er, VW Golf und BMW Mini. Per Smartphone-App kann ein Auto angemietet und geöffnet werden.
Kosten: Der Nutzer kann aus zwei Tarifen wählen. Der eine kommt ohne monatliche Grundgebühr ("Flirt"), der andere kostet monatlich neun Euro ("Passion") und bietet sich besonders für Vielfahrer an. Ab drei Euro pro Stunde ist eine Anmietung möglich, 30 Euro kostet ein ganzer Tag inklusive 30 Kilometer. Jeder weitere Kilometer wird mit 20 Cent berechnet.
Greenwheels
Die Fahrzeugflotte von Greenwheels besteht überwiegend aus VW Up, außerdem sind einige VW Golf Variant verfügbar. Buchungen sind telefonisch und im Internet sowie per Smartphone-App möglich. Zum Öffnen der Autos erhält der Kunde eine Chipkarte.
Kosten: Greenwheels-Autos gibt es ab 1,49 Euro pro Stunde (nachts nur 0,49 Euro) plus 24 Cent je gefahrenem Kilometer. Eine Tagesmiete kostet 19 Euro.

Privates Carsharing in Berlin

Drivy.de
Auf der Internetplattform drivy.de können Autobesitzer ihr Fahrzeug privat zur Miete anbieten. Wer ein Auto mieten möchte, der kann auf der Internetseite nach Angeboten in seiner Stadt (und darüber hinaus) schauen. Dabei können verschiedene Filter angewendet werden, drunter Fahrzeugklasse, Kilometeranzahl, Anmietungszeitraum. Wer ein passendes Angebot in seiner Nähe gefunden hat, sendet eine unverbindliche Anfrage an den Vermieter. Stimmt der Vermieter zu, so kommt der Mietvertrag zustande, sobald der Mieter den Preis für die Buchung im Voraus eingezahlt hat. Das funktionert via Paypal oder Kreditkarte. Ist noch keine Zahlung erfolgt, kann der Mieter seine Anfrage jederzeit wieder stornieren. Während der Mietdauer ist das Fahrzeug über drivy.de versichert (Haftpflicht und Kasko). Zudem ist eine Zustimmung und Übergabe der Vermietenden nicht notwendig, wenn inserierte Autos über die Funktion Sofortbuchung und Drivy Open, eine Telematik-Box die das Öffnen des Fahrzeugs mit dem Smartphone ermöglich, verfügen. Diese beiden Filter können ebenfalls in der Fahrzeugauswahl angewendet werden.
Kosten: Der Gesamtpreis setzt sich aus den Kosten für Versicherung, den Pannen- und Abschleppdienst sowie eine Provision für Drivy.de zusammen.
Getaway

Bei Getaway bestimmen die Fahrzeugbesitzer ihren Preis pro Kilometer selbst.

Bei Getaway haben sich mittlerweile rund 10.000 Nutzer registriert. Knapp die Hälfte davon will ihr Fahrzeug vermieten. Eine Anmietung ist aktuell aber nur in Berlin, Hamburg, Magdeburg und Nordbayern möglich. Die Besonderheit bei diesem Anbieter: Ein Technikteam baut ein sogenanntes "Getaway Safetykit" in das Fahrzeug ein. Darin enthalten ist eine GPS-Antenne, eine Halterung für die Tankkarte und den Autoschlüssel im Handschuhfach. Somit kann per kostenfreier Smartphone-App ein Fahrzeug angemietet und schließlich geöffnet werden, eine Schlüsselübergabe ist also nicht mehr notwendig. Getankt werden kann mit der Tankkarte bei mehr als 4000 Partnertankstellen. Die Spritkosten sind im Mietpreis enthalten. Die Abrechnung des Mietvorgangs erfolgt automatisch und kilometergenau. Gezahlt wird bargeldlos per Lastschriftverfahren und per Kreditkarte. Während des Mietvorgangs ist das Auto über die Getaway-Versicherung versichert.
Kosten: Die Autobesitzer geben ihren Wunschverdienst pro Kilometer an. In der Regel sind das 20 bis 50 Cent. Getaway erhält eine Kommission auf den Verdienst, die im Durchschnitt zwischen 15 und 25 Prozent liegt.
Snappcar.de
Snappcar ist ein niederländisches Start-up-Unternehmen, das nun auch in Deutschland wachsen will. Im September 2017 übernahm die Firma den privaten Carsharing-Anbieter Tamyca. Bei Snappcar.de können Autobesitzer ihr eigenes Auto vermieten. Der Anbieter kümmert sich um den reibungslosen Ablauf, die Zahlungsentwicklung und die Versicherung. Europaweit zählt das Unternehmen rund 400.000 Mitglieder, die sich etwa 45.000 Autos in den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Deutschland teilen können.
Kosten: Bei Snappcar bestimmen die Autobesitzer ihre Preise selbst. Der Preis pro Kilometer und die Zahl der Freikilometer sind nicht einheitlich festgelegt. Allerdings müssen die Vermieter einen Teil ihres Gewinns an das Unternehmen abdrücken. Die Begründung der Firma: So können eine Versicherung und Pannenhilfe angeboten werden. Aktuell gilt folgende Rechnung für die Autobesitzer: 80 Prozent des Tagessatzes können einbehalten werden, 17 Prozent sind Versicherungskosten, drei Prozent Servicekosten. Die minimale Gebühr für die Versicherung liegt bei fünf Euro pro Tag.
Turo
Das US-Unternehmen Turo zählt zu den größten Carsharing-Anbietern weltweit. Seit Mitte Januar 2018 ist es auch in Deutschland aktiv. Im Herbst 2017 steckte Daimler 35 Millionen Euro in die Marke. Turo hatte 2012 noch rund 50.000 registrierte Nutzer, jetzt sind es mehr als fünf Millionen. Zum Fuhrpark gehören mehr als 200.000 Fahrzeuge in insgesamt 5500 Städten. Auch in Berlin stellen Fahrzeugbesitzer mittlerweile ihre Autos zur Verfügung. Wird ein Interessent gefunden, so wird ein Übegabetreffpunkt ausgemacht. Die Vermietung muss mindestens einen Tag betragen.
Kosten: Bei Turo bestimmen die Autobesitzer ihre Preise selbst. 25 Prozent der Leihgebühr landen am Ende allerdings bei Turo.

Stichworte:

car2go DriveNow

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