Fahrbericht Malibu 640 LE

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Carthago Malibu 640 LE: Fahrbericht

— 22.07.2015

Comeback eines Klassikers

Früher VW, heute Fiat: Doch die Marken-DNA des neuen Malibu ist gleichgeblieben. Zwei Längen hat Carthago im Angebot. AUTO BILD REISEMOBIL hat den großen 640 LE getestet.

Es ist die klassische Selfmade-Erfolgsgeschichte: Camper Karl-Heinz Schuler entdeckt Ende der Siebziger, dass er nicht alleine ist mit seinem Wunsch nach gut gemachten Ausbau-Komponenten. Die Marktlücke schließt Schulers Firma Carthago, und bald baut die neue Tochtermarke Malibu komplette Wohnmobile: Der Hit auf Basis des populären VW Bus T3 heißt nicht umsonst so, er verkauft sich prima. Die Erfolgsformel: Qualität auch im Detail. Was geradewegs in die nächsthöhere Klasse führt: Reisemobile auf Ducato- und Sprinter-Basis. Denn der Bulli ist für verwöhnte Kunden mittlerweile schlicht zu klein geworden.
Im Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile

Der neue Malibu kommt aus Slowenien

Die Innenreinrichtung ist hell und freundlich, aus hochwertigen Materialien und solide zusammengebaut.

Doch heute boomt der Kastenwagen-Markt, und Carthago erinnert sich seiner Wurzeln: Es gibt einen neuen Malibu. Nein, keinen VW, sondern einen Ducato. Und er kommt auch nicht aus Aulendorf in Schwaben, sondern aus Odranci. Das liegt in Slowenien, nahe der ungarischen Grenze im Nordosten des Landes. Zwei Längen sind im Angebot, 5,99 und 6,36 Meter. Wir fuhren den großen 640 LE mit 130 PS. Den 115-PS-Basismotor gibt es nicht im Malibu, 148 PS kosten 1285 Euro extra – wir haben den stärkeren Diesel nicht vermisst. Wohl aber den Beifahrerairbag, der 295 Euro extra kostet. Die Qualität des Ausbaus entspricht dem Stil des Hauses: alles hell und freundlich, mehrheitsfähig auf die bürgerlich-moderne Art, vor allem aber sehr solide zusammengebaut, mit hochwertigen Materialien und sympathischer Anfassqualität.

Bei hochgeklappten Betten ist hinten Platz für eine Enduro

Die typischen Malibu-Käufer sind Paare mit kleinem Kind, häufig auch Oma und Opa plus Enkel. Weil sie ihre Touren aktiv gestalten wollen, brauchen sie Platz. Daran soll's hier nicht scheitern: Wer die Einzelbetten hinten hochklappt, hat genügend Platz für eine Enduro oder zwei E-Bikes. Im Heck sind auch die beiden Gasflaschen verstaut. Und sonst? Eine behagliche Sitzecke mit vier Plätzen, die zum Kinderbett verwandelt werden kann, ein komplettes Bad. Clou: Das WC kann mit einem Handgriff unters Heckbett geschwenkt werden, so bleibt mehr Raum beim Duschen. Auch gut: Die Nasszelle lässt sich mit einer stabilen Faltwand abteilen. Die Küche ist mit Gasherd, Spüle und Kühlschrank klassenüblich ausgestattet. Dazu reichlich Stauraum und Ablagen: Besonders gefallen hat uns der seitliche Auszug unter der Sitzbank. Hier ist auch Raum für einen Tresor (295 Euro), der die Reisekasse schützt. Ja, sprechen wir über Geld: Der 600 beginnt bei 41.450 Euro, der Große ist 3400 Euro teurer. Klingt nicht nach Erfolgshindernis.
Technische Daten: Malibu 640 LE
Motor Reihenvierzylinder/vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4pro Zylinder/2
Hubraum 2287cm3
Leistung 96kW (130 PS) bei 3600/min
Drehmoment 320Nm bei 1800/min
Höchstgeschwindigkeit 145km/h
Getriebe/Antrieb Sechsgang manuell/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 90 l/Diesel
Länge/Breite/Höhe 6358/2050/2590mm
Radstand 4035mm
Wendekreis 13,50 m
Leergewicht/Zuladung 2765/735kg
Anhängelast (gebremst) 2500kg
Anhängelast (ungebremst) 750 kg
Anzahl Sitzplätze 4
Liegefläche L/B 1,81 x 1,02/1,96 x 0,91m
Frisch-/Abwassertank 100/92l
Kühlbox (Absorber) 65l
Zweiflammenkocher Gasbetrieb
Spülbecken mit Einhebelwassermischer
Bordbatterie 12V 80Ah
Externer Stromanschluss 230 V
Neupreis ab 44.850 Euro

Fahrbericht Malibu 640 LE

Malibu 640 LE Malibu 640 LE Malibu 640 LE
Autor:

Stefan Diehl

Fazit

Das Malibu-Comeback ist geglückt. Der Neue überzeugt mit sinnvoller Aufteilung, guter Verarbeitung und praktischen Details. Warum allerdings ein Beifahrerairbag heute noch extra kostet, wissen wohl nur die Bus-Bauer aus Aulendorf.

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