Caterham Seven 165: Fahrbericht

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Caterham Seven 165: Fahrbericht

— 07.05.2014

Pures Renn-Feeling mit 80 PS!

Für knapp 24.000 Euro gibt es das neue Einstiegsmodell von Caterham. Der Seven 165 geht mit einem 80 PS "starken" Dreizylinder-Turbo von Suzuki an den Start. Erster Fahrbericht.

Video: Caterham Seven 165

Motorsound

Knapp 24.000 Euro kostet die neue Einstiegsdroge für Rennsport-Junkies von Caterham. Dafür muss der Seven 165 mit einem Dreizylinder aus dem Suzuki Jimny auskommen. Statt 64 PS wie im Geländewagen, leistet er im Engländer dank Turboaufladung 80 PS und 107 Newtonmeter Drehmoment. Genug für ein Leistungsgewicht von 165 PS pro Tonne – womit auch die Frage nach der Namensgebung geklärt wäre. Dafür übt sich der 490 Kilogramm leichte Roadster mit einer Karosserie aus Aluminium und Kunststoff in Verzicht: keine Airbags, kein Radio, noch nicht mal ein Dach!

Jaguar XFR-S/Bentley Continental GT Speed/Caterham Seven 485R

Jaguar XFR-S   Bentley Continental GT Speed   Caterham Seven 485R Jaguar XFR-S rot Frontansicht Bentley Continental GT Speed weiß Frontansicht

Zurück zu alten Tugenden

Der Dreizylinder von Suzuki leistet dank Turboaufladung 80 PS und 107 Newtonmeter Drehmoment.

Für 208 Euro Aufpreis ist zwar eine Persenning zu haben, die macht allerdings das menschenwürdige Einsteigen fast unmöglich. Auch ohne sie ist es schon anstrengend genug, in den Caterham zu klettern. In den leicht gepolsterten und superengen Ledersitzen (607 Euro) angekommen, flucht man, die 71 Euro für einen Start-Stopp-Knopf gespart zu haben. Für Außenstehende sieht die mühselige Suche nach dem Zündschluss weit hinten zwischen den Beinen unter leichtem Gestöhne sicherlich anzüglich aus. Egal, alles was nach dem Umdrehen des Schlüssel kommt, entschädigt für die Strapazen zuvor: Die 660 Kubikzentimeter große Maschine brüllt wie ein Großer. Durch die dicke Sidepipe links dröhnt es im japanisch-englischen Kauderwelsch: Gib Gas!

Der braucht kein Soundmagement

Das Cockpit ist Verzicht pur: An Bord ist nur das Allernötigste.

Also drückst du das Pedal Richtung Stirnwand und wartest auf den Tritt in den Rücken – vergeblich. Zwar treibt der Motor die Nadel blitzschnell in den roten Drehzahlbereich zwischen 7000 und 8000 Umdrehungen, aber der mächtige Punch bleibt den teureren Schwestermodellen mit deutlich mehr Pferdestärken vorenthalten. Trotzdem fühlen sich die 6,9 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 flott an. So knapp über dem Asphalt und mit dem Fahrtwind in den Haaren, erinnert man sich schnell daran, dass es für Fahrspaß keine Hightech-Rennmaschinen braucht. 80 km/h reichen für ein Kribbeln im Bauch und ein Grinsen im Gesicht. Wen stört es da, wenn bei 161 km/h schon Schluss ist?

Ferrari LaFerrari: Fahrbericht

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Bei jedem Gangwechsel über das knackige manuelle Fünfganggetriebe pfeift die überschüssige komprimierte Luft des Turbos durch das Blow-off-Ventil. Ja, auch ein Dreizylinder kann nach Rennsport klingen, auch ohne Soundmanagement wie beim BMW i8. Die direkte Lenkung und das harte Fahrwerk lassen den Fahrer mit der Straße verschmelzen, sorgen für ungetrübten Fahrspaß. Der linke Arm hängt lässig über die Seitenwand – für etwas Bewegungsfreiheit bleibt die Tür am besten daheim. Das kleine Momo-Lenkrad dirigiert die freistehenden Vorderräder herrlich genau in die Ideallinie und man ist versucht zu schreien: "Elektronische Helfer, wir brauchen euch nicht!" Bis es regnet. Dann schlingert der Caterham wie ein besoffener Schlittschuhläufer.

Technische Daten Caterham Seven 165: Dreizylinder-Turbo-Benziner • 5-Gang-Schaltgetriebe • 80 PS • 0 - 100 km/h: 6,9 s • Höchstgeschw.: 161 km/h • Verbrauch (ECE): 4,9 Liter • CO2-Ausstoß: 114 g/km • Kraftstoff: Super • Maße: 3380mm/1580mm/1118mm • Preis: ab 23.795 Euro.
Robin Hornig

Fazit

Der Dreizylinder-Turbo ist lebhaft und mit 4,9 Litern Durchschnittsverbrauch sparsam. Wer das Bodenständige am Caterham schätzt und für einen erschwinglichen Einstiegspreis auf kurvigen Landstraßen Spaß haben will, ist mit dem neuen Basismotor gut beraten. Die generelle Frage nach der Alltagstauglichkeit erledigt sich bei schlechtem Wetter oder beim Aufsetzen in abschüssigen Einfahrten.

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