Cayenne Turbos S gegen ML 63 AMG — 09.08.2006
Was kostet die Welt?
Der Zutritt zum Club der schnellsten Geländewagen der Welt kostet: 96.164 Euro sind es bei Mercedes, 117.573 Euro bei Porsche. Dafür leisten die beiden Kraftprotze zusammen mehr als 1000 PS.
Mit beeindruckender Lässigkeit geht es auf Tempo 253 und mehr
Der Porsche also ein bäriger Kraftbulle, der Mercedes dagegen ein zickiges Rennpferd? Keineswegs. In Wahrheit liefert der Mercedes-Sauger genau das, was man von ihm erwartet: Kraft, viel Kraft – und zwar sofort. Der AMG-V8 reagiert bei jeder Drehzahl entschlossen und unerbittlich auf Bewegungen des Gaspedals. Jeder Befehl wird augenblicklich in Vortrieb umgesetzt, auch beim Ampelstart oder im dichten Innerortsverkehr. Anders der Porsche: Genau hier, im Stadtverkehr also, zeigt er seine Schwäche. Es dauert nach dem Gasgeben stets einen Augenblick, bis die beiden Turbos den Ladedruck aufgebaut haben. Dann erst geht es los. Dafür mit einer derartigen Vehemenz, dass man sich Sorgen um den armen Antriebsstrang macht. Der spontane Mercedes ist derweilen jedoch lässig einige Wagenlängen enteilt. Einen Vorsprung, den der Porsche auch mit der schieren Gewalt seines Turboschubes nicht mehr wettmachen kann. Sein zusätzliches Drehmoment verpufft in den 205 Kilogramm Mehrgewicht, die der bleischwere Porsche mit sich herumschleppen muss. Erst auf der komplett entvölkerten Autobahn oberhalb von 253 km/h, die der elektronisch begrenzte AMG-Mercedes mit beeindruckender Lässigkeit erreicht, zieht der unlimitierte Porsche Cayenne doch noch langsam vorbei.| Technische Daten | Mercedes | Porsche |
| Motor | 8-Zylinder-V-Benziner | 8-Zylinder-V-Turbobenziner |
| Einbaulage | vorn längs | vorn längs |
| Ventile/Nockenw.-Antrieb | 4 pro Zyl./Kette | 4 pro Zyl./Kette |
| Einspritzung | indirekt/elektron., Mehrpunkt | indirekt/elektron., Mehrpunkt |
| Hubraum | 6208 cm³ | 4511 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 375 (510)/6800 | 383 (521)/5500 |
| Nm bei 1/min | 630/5200 | 720/2750 |
| Drehzahl bei 130 km/h | 2425/min | 2475/min |
| Radaufhängung vorn | Einzelrad, Luftfedern | Einzelrad, Luftfedern |
| Radaufhängung hinten | Einzelrad, Luftfedern | Einzelrad, Luftfedern |
| Lenkung | Zahnstange, hydraul. Servo | Zahnstange, hydraul. Servo |
| Allradantrieb | permanent über Zentraldifferential | permanent über automat. und manuell sperrbares Zentraldiff. |
| Kraftverteilung v:h | 40:60 | 38:62 |
| Traktionshilfen | elektron. Schlupfregelung v+h | el. Schlupfreg. v+h; Sperre h |
| Getriebe | 7-Gang-Automatik | 6-Gang-Automatik |
| Übersetzungen | I: 4,38; II: 2,86; III: 1,92; IV: 1,37; V: 1,00; VI: 82; VII: 0,73; R: 3,42; Achsen: 3,45 | I: 4,15; II: 2,37; III: 1,56; IV: 1,16; V:0,86; VI:0,69; R: 3,39; Achsen: 3,70 |
| Verteilergetriebe | high: 1,00; low: – | high: 1,00; low: 2,66 |
| Karosserie-Konstruktion | Stahlblech, selbsttragend | Stahlblech, selbsttragend |
| Bremsen (vorn/hinten) | innenbel. Scheiben/Scheiben | innenbelüftete Scheiben v+h |
| Testwagenbereifung | 295/40 R 20 | 275/40 R 20 |
| Serienbereifung | 295/45R 19 | 275/40 R 20 |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 95l/Super Plus | 100l/Super Plus |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 3500/750 kg | 3500/750 kg |
| Wendekreis links/rechts | 11,9/12,0m | 11,8/12,0m |
| L/B/H (mm) | 4780/1911/1735 | 4782/1928/1699 |
| Bodenfreiheit (mm) | 195-250 | 150-270 |
| Leergewicht (kg) | 2385 | 2590 |
| Zuladung (kg) | 495 | 490 |
| Böschungswinkel v/h | 27°/25° | 29°/26° |
| Rampenwinkel | 16° | 20° |
| Steigfähigkeit | 43° | 70° |
| Wattiefe (mm) | 600 | 555 |
| Verschränkungsindex | 65% | 60% |
| Testwerte | ||
| 0-100 km/h | 4,9 s | 5,3 |
| 80-120 km/h | 3,0 s | 3,3 s |
| Bremsweg kalt/warm | 37,2/36,9 m | 37,9/36,6 m |
| Innengeräusche bei 100 km/h |
70 dB (A) | 72 dB (A) |
Auf der Landstraße holt das Gewicht die monströsen PS-Zahlen ein
Beim 2590 Kilogramm wiegenden Porsche ist das nicht einen Deut anders. Da tröstet es, dass es auch alternative Fahrweisen gibt. Trotz einer gegenüber den preiswerteren Versionen strafferen Fahrwerksabstimmung bieten beide immer noch befriedigenden Federungskomfort. So machen auch ausgedehnte Reisen Freude. Die immense Motorleistung ist dann Garant für gelungene Überholvorgänge und zügiges Marschtempo. Auf der Autobahn gefällt dann auch die Motorcharakteristik des Porsche. Denn hier sinkt die Drehzahl nie so weit ab, um ins Schwächetal der Turbos zu fallen. Auf beinahe identischen Grundabmessungen ergeben sich auch sehr ähnliche Innenraummaße. Der Mercedes nutzt jedoch den Platz etwas besser aus und lässt den Fondpassagieren mehr Knieraum. Der Porsche gefällt dagegen mit seiner niedrigeren Ladekante. Praktische Kombiheckklappen haben beide.

































