Cayman S gegen Z4 M Coupé

Porsche Cayman S – BMW Z4 M Coupé Porsche Cayman S – BMW Z4 M Coupé

Cayman S gegen Z4 M Coupé

— 31.05.2006

Schnappt sich BMW den Cayman?

Der Cayman S bekommt Konkurrenz: Das BMW Z4 M Coupé schnappt ungeniert in Richtung Porsche. AUTO BILD spürte, wer kräftiger zubeißt.

Zwei Sportskanonen mit knackigen Hintern

Schauen Sie hin, ganz genau. So wie auf dem Foto werden Sie diese beiden Autos am häufigsten sehen: von hinten. Als ich die beiden Sportkanonen BMW Z4 M Coupé und Porsche Cayman S mit ihren knackigen Hinterteilen das erste Mal so an mir vorbeifahren sah, dachte ich spontan: Da bist du ja fast noch dankbar, wenn du überholt wirst. BMW hat jetzt also einen echten Porsche-Killer. Und der sieht mit seiner endlos langen Motorhaube, den kurzen Überhängen sowie den Kanten und Brüchen sogar härter und maskuliner als der rundlichere Cayman aus.

Porsche setzt stärker auf fließende Linien. Unterschiedlichen Stil pflegen Porsche und BMW auch im Cockpit. Im BMW sitzt du knapp über dem Boden und fast auf der Hinterachse. Aber vor allem glaubst du, du bist im U-Boot. Es ist ziemlich finster hier mit dem weit heruntergezogenen Dach vorn, den winzigen Scheiben an der Seite und der dürftigen Sicht nach hinten. Dabei täuscht dieser Eindruck. Obwohl er kürzer (23 cm), schmaler (2 cm) und flacher (1,8 cm) ist, hat der Z4 M sogar einen Hauch mehr Platz als der Cayman.

Im Porsche kommt man sich etwas näher. Die Sitzposition liegt höher als im BMW, die Rundumsicht ist ungleich besser. Die feingezeichneten Instrumente mit dem Drehzahlmesser in der Mitte sind bestens ablesbar, die Verarbeitung erfüllt höchste Ansprüche. Wenn im Cayman etwas stört, ist es die mit winzigen Schaltern völlig überfrachete Mittelkonsole. Im BMW geht es klarer zu, aufs Wesentliche reduziert. Kleinere Instrumente, nur ein paar Schalter. Weniger gefallen einige recht grobe Kunststoffe und kleinere Nachlässigkeiten bei der Verarbeitung. Aber der griffige, wulstige Lenkradkranz mit dem Umfang einer Weißwurst liegt exzellent in meinen zugegeben großen Händen.

Ganz unterschiedliche Motoren-Erlebnisse

Ich weiß, daß andere Kollegen lieber mit dem vergleichsweise dünnen Porsche-Lenkrad um die Kurven zirkeln. Richtig fett hingegen ist der Sechszylinder-Boxer im Heck des Cayman S, hier mit 3,4 Litern Hubraum und 295 PS. Dieses Tier lauert nur ein paar Zentimeter hinter dir und klingt fast wie früher zu luftgekühlten Zeiten. Erst leise fauchend, dann brüllend und bei hohen Touren kreischend. Und die Faust im Nacken packt dich mit festem Griff, schüttelt dich. Der Boxer tritt aus dem Stand heftig an, hängt erbarmungslos am Gas und dreht locker bis 7300 Touren. Einfach so, als wäre das nichts.

Das Motoren-Erlebnis im BMW ist ein anderes. Der Reihen-Sechser mit 3,2 Litern und 343 PS dreht noch spritziger. Hemmungslos. Wie sauber und elegant dieses High-Tech-Aggregat praktisch aus dem Leerlauf auf 8000 Touren springt, ist ein Erlebnis. Der Reihenmotor klingt dabei ganz anders als der Boxer. Die Tonlage ist tiefer, liegt zwischen einem wohligen Brabbeln im Teillastbereich und einem hellen, kernigen Röhren bei Vollast. Passend zum entfesselt drehenden Motor haben die Bayern das Fahrwerk abgestimmt.

Das M Coupé liegt hellwach und fast nervös auf der Straße. Ein Zucken am Lenkrad genügt, und er fegt messerscharf um die Kurven. Perfekt ausbalanciert, die extrem direkte Lenkung reagiert blitzschnell. Der Porsche wirkt für mich im direkten Vergleich etwas ausgeruhter. Auch er fährt unglaublich agil und präzise, die Lenkung spricht aber nicht ganz so direkt an, die Schaltung arbeitet weniger präzise als im BMW. Die genauen Unterschiede – also in Sekunden und Zentimetern – wird später ein erster Test klären.

Technische Daten und Fazit

Der Cayman S ist mit seinen 58.529 Euro ja noch vergleichsweise günstig – für einen Porsche. Das M Coupé liegt mit 55.900 Euro trotzdem darunter. Und kostet – anders als bei Porsche – 2000 Euro weniger als die offene Variante. Alles Wesentliche ist bei beiden an Bord, der BMW hat dem Porsche aber Klima-Automatik und Bi-Xenon-Scheinwerfer voraus (Cayman 452/1032 Euro), vieles andere kostet bei beiden teils saftige Aufpreise. Aber das Hinterherschauen bleibt vorerst kostenfrei.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Dirk Branke: Selten hat mir ein Fahrtermin soviel Spaß gemacht wie in diesem Fall. Wenn BMW Z4 M Coupé und Porsche Cayman S aufeinandertreffen, gibt es zunächst einen Gewinner: den Tester. Beide Sportcoupés fahren auf einem extrem hohen Niveau. Wer letztlich herzhafter zubeißt, wird ein erster Test klären müssen. Doch eines steht jetzt schon fest: BMW hat es geschafft, Porsche auf dem eigenen Parkett die Stirn zu bieten. Kompliment!

Hier ist Ihre Meinung gefragt

Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für BMW Z4 M Coupé und Porsche Cayman S. Den Zwischenstand sehen Sie nach Abgabe Ihrer Bewertung.

Autor: Dirk Branke

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