CES 2012

CES 2012: Die Autohersteller

— 16.01.2012

App-Fahrt in die Zukunft

Die neuesten Head-up-Displays, superschnelle WLAN-Netzwerke, Bedienung per Spracheingabe und autonomes Fahren: Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas präsentieren Autohersteller die Technik von morgen.

Viva Las Vegas: Die Wüsten-Metropole im US-Staat Nevada steht für Glamour, Glitzer und Glückspiel – und die neuesten Hightech-Leckerbissen in Sachen Unterhaltungselektronik. Jedes Jahr im Januar trifft sich die Branche auf der "Consumer Electronics Show", kurz: CES. Selbstredend, dass auch die Autoindustrie vertreten ist – schließlich entwickeln sich moderne Autos immer mehr zu rollenden Multimedia-Tempeln. Derweil feilt die Konkurrenz aus Stuttgart mit Hochdruck am Head-up-Display der Zukunft. "DICE" (Dynamic & Intuitive Control Experience) nennt Mercedes das Projekt, das in Las Vegas von Daimler-Chef Dieter Zetsche persönlich vorgestellt wurde. "Das intelligente Auto kommuniziert nicht nur mit dem Fahrer, sondern auch mit anderen Verkehrsträgern und seinem gesamten Umfeld, um alle relevanten Informationen augenblicklich für die Fahrt auswerten und umsetzen zu können", so Zetsche. Die komplette Windschutzscheibe wird zu einer Art Monitor, das Armaturenbrett zu einem Displayband. Dort werden digitale Informationen zur Umgebung, "Points of Interest", Freunden, und Autos und Fußgängern präsentiert und eine natürliche Interaktion über Gesten ermöglicht.

Audi: Mit dem Touchwheel in die Zukunft

Der Audi der Zukunft ist ein "connected car", das sich alle Informationen über Internet-Server besorgt.

Am Stand von Audi können Fachleute und Journalisten (für "normale" Besucher bleibt die CES geschlossen) ein ausgeschnittenes Cockpit des neuen A3 bewundern. Sein Infotainment-System reagiert entweder per Sprachsteuerung oder auf die Anweisungen des MMI-Terminals, das auf der Mittelkonsole platziert ist. Zentrales Element: das sogenannte Touchwheel. Oben auf dem Drehregler befindet sich ein Touchpad, das die Eingabe von Zeichen mit den Fingern erlaubt. Vor dem Touchwheel liegen zwei Kippschalter, mit denen Telefon, Navigation und Multimediafunktionen bedient werden können. Künftig will die Marke mit den Vier Ringen ihre Autos auch nach außen vernetzen – mit dem Internet, mit der Verkehrs-Infrastruktur und mit anderen Fahrzeugen. Ein "connected car" von Audi kommt praktisch ohne lokale Datensicherung im Fahrzeug aus – es holt sich via UMTS und bald auch über den Nachfolger LTE (Long Term Evolution) alle Informationen von Servern im Internet, von der  Musik bis zur Navigation. Ein Resultat der neuen Vernetzung kann selbst das autonome Fahren sein. Mithilfe neuer Kameras und der Car-to-X-Kommunikation könnte sich ein Audi der Zukunft selbsttätig bewegen, wenn es der Fahrer wünscht, etwa im Stopp-and-go-Verkehr.

Cadillac lässt sich gern mal vollquatschen

DICE, das künftige Head-up-Display von Mercedes, interagiert mit dem Fahrer über Gestik.

Die US-Edelmarke Cadillac zeigt das gemeinsam mit Technikpartner OnStar entwickelte Entertainment-System CUE (Cadillac User Experience) es soll bis zu zehn externe Geräte in das Fahrzeug-Infotainment integrieren und dabei mit einer intuitiven Bedienung unter anderem mit "natürlicher" Spracheingabe punkten. Der Fahrer kann also sprechen, wie ihm der Schnabel gewachsen ist und bekommt laut Cadillac trotzdem die Funktion ins Display, die er gewählt hat.

Selbstredend lassen sich ein iPod oder ein Smartphone ins CUE-System einbinden, die Bedienung soll dank weniger Tasten und großer Symbole einfach und selbsterklärend sein. Konzernmutter GM zeigt einen Chevrolet Volt mit einem neuen WLAN-Entertainmentsystem und "Cloud"-Streaming. Konkurrent Ford hat eine App für Schnäppchenjäger parat: "Roximity" nennt sich das System, das den Fahrer unterwegs in Echtzeit mit Informationen über spezielle Angebote in seiner Umgebung versorgt.

Autor: Jan Kretzmann

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