CES 2014 Neue C-Klasse

CES 2014: Messerundgang

— 08.01.2014

Die Highlights der CES

Angeführt vom deutschen Dreigestirn Audi, BMW und Mercedes protzen die Autobauer auf der CES 2014 mit neuen Bedien- und Anzeigesystemen. Unser Rundgang verrät, was in zukünftigen Autos auf Sie zukommt.

Im Cockpit des kommenden Audi TT werden alle Informationen auf dem Bildschirm hinterm Lenkrad dargestellt. Das Display auf der Mittelkonsole entfällt.

Audi zeigt auf der Elektronikmesse CES (7. bis 10. Januar 2014) zum ersten Mal das Cockpit des neuen TT, der im Sommer 2014 an den Start geht und ohne konventionelle Instrumente auskommt. Statt Tacho und Drehzahlmesser gibt es hinter dem Lenkrad nur noch einen großen Monitor, über den auch Navi & Co laufen. Der ist so übersichtlich gestaltet und variabel programmiert, dass der Bildschirm auf der Mittelkonsole überflüssig wird und das Armaturenbrett deshalb betont schlank und flach ausfällt.

Audi TT Cockpit auf der CES 2014

Virtuell Cockpit im Audi TT (2014) Virtuell Cockpit im Audi TT (2014) Virtuell Cockpit im Audi TT (2014)
Für Beifahrer gibt es bald das Smart Display – einen selbst entwickelten Tablet-Computer, mit dem man sich im Fahrzeug von jedem Platz aus alle relevanten Daten auf den Schirm holen und das Infotainment-System steuern kann, während man außerhalb des Autos den Status von Fahrzeugfunktionen abfragen, durchs Internet surfen und Apps nutzen kann.

Kias Cockpit der Zukunft

So stellt man sich bei Kia das Cockpit der Zukunft vor: Intergrierte Kameras sollen sogar Gestensteuerung ermöglichen.

Kia arbeitet beim Cockpit der Zukunft mit Gestensteuerung: Eine Kamera überwacht die Blickrichtung des Fahrers und sorgt dafür, dass er die dreidimensionalen Anzeigen auf dem digitalen Display immer gestochen scharf sieht. Und eine zweite überwacht die Bewegungen der rechten Hand. Deshalb reicht an der passenden Stelle eine angedeutete Drehbewegung von Daumen und Zeigefinger, schon wird das Radio leiser oder lauter, ohne dass man tatsächlich an einem Rädchen gedreht hat. Und wenn einzelne Funktionen erst mal mit Zahlen im System hinterlegt sind, muss man nur entsprechende viele Finger zeigen, um in die Navigation oder die Musikauswahl zu kommen.

Video: CES Las Vegas 2014

Messerundgang

Geht es nach den Entwicklern bei Mercedes, kann man sich solche Übungen demnächst vielleicht sogar ganz sparen: Die Schwaben rüsten das Auto von Morgen zum digitalen Freund auf, der schon vorher weiß, was sein Fahrer will und deshalb alle Funktionen im vorauseilenden Gehorsam entsprechend regelt – von den Routenzielen über die Fahrzeugtemperatur bis hin zum Radiosender. Das Projekt heißt "Predicted User Experience" und setzt auf eine möglichst genaue Beobachtung von Routinen und Gewohnheiten. "Mit jeder Fahrt lernen wir den Menschen am Steuer besser kennen und können treffsicherer vorhersagen, welche Route, welche Temperatur oder welche Musik in der jeweiligen Situation gerade gefragt sind", erläutert ein Entwickler: Schon nach ein, zwei Wochen klappe das bei den ersten Tests so gut, dass man sich von seinem Auto perfekt verstanden fühle.

"Wearables" bringen das Auto an den Fahrer

Diese Smartwatch hat Mercedes mit Pebble entwickelt. Die Uhr erlaubt dem Besitzer, Fahrzeugfunktionen fern zu steuern.

Dabei beschränken sich die Entwickler beim Sammeln von Daten und bei ihren Anwendungen nicht auf das Auto alleine, sondern vernetzen den Wagen mit fast allem und jedem. Auf der einen Seite integrieren sie so genannte "Wearables", also Computer, die man am Körper tragen kann, wie die Google-Brille oder Smartwatches. Auf der anderen Seite kann sich ein Auto auch mit der Infrastruktur unterhalten und sogar daheim oder im Büro abhängig von der Ankunftszeit die Raumtemperatur ändern oder so gründlich das Wetter beobachten, dass man bei winterlichen Straßenverhältnissen und Störungen im Berufsverkehr automatisch ein paar Minuten vor der Zeit geweckt wird.

BMW driftet von Geisterhand

Hände vom Lenkrad! Dieser BMW driftet dank ConnectedDrive ganz von selbst.

Draußen vor dem Convention Center demonstrieren vor allem die deutschen Hersteller, was wirklich angesagt ist in Las Vegas: das autonome Fahren. Denn stärker noch als die IAA in Frankfurt zeigt die CES, dass der Fahrer bald zum Passagier werden dürfte. Audi verspricht den hoch automatisierten Staupiloten und mit ihm mehr Freizeit für den Fahrer bereits für den nächsten A8, der in zwei Jahren kommt. BMW zeigt auf der Rennstrecke bei einem autonomen Drift, dass die Fahrfreude auch mit Autopilot nicht zu kurz kommen muss. Und Mercedes verspricht, dass Autos aus Stuttgart noch in diesem Jahrzehnt führerlos über die Autobahn rollen und ihren Parkplatz finden, ohne dass überhaupt noch ein Mensch an Bord ist.
Der BMW i3 und die i Remote App

Corvette bringt die Black Box ins Auto

Der optionale "Performance Data Recorder" für die neue Corvette C7 zeichnet Fahrdaten auf und generiert daraus Filme.

Wo sich die Gäste auf den Automessen gerne ein bisschen schwer tun mit der Vorstellung, das Steuer aus der Hand zu geben und schon am Mitfahren Freude zu empfinden, stehen Akzeptanzprobleme auf der CES nicht zu befürchten: Für die Generation Playstation ist virtuelles Fahren gang und gäbe. Selbst die nagelneue Corvette wird zu einem fast schon virtuellen Spielzeug, wenn man mit dem neuen Performance Data Recorder bei jeder Fahrt ähnliche Filmchen generieren kann, wie man sie von der Spielekonsole kennt. Nur dass man diesmal auf dem Highway statt der Datenautobahn unterwegs ist.

Audi blendet mit Laserlicht

Audi präsentierte im renovierten Sport Quattro concept brandneues Laserlicht.

Kein Wunder, dass angesichts von so viel Bits und Bytes andere Qualitäten eines Autos schnell ins Hintertreffen gerade. Klar geht ein Raunen durchs Publikum, wenn Audi das jetzt rot lackierte quattro concept aus Frankfurt auf die Bühne rollt und von 700 PS schwärmt. Und natürlich staunen die Messegäste angesichts der gleißend hellen Laser-Scheinwerfer. Doch die meisten Messestände wirken so, als wäre Blech nur Ballast. Ihre wichtigsten Neuheiten präsentieren die Hersteller nicht in spektakulären Designstudien, sondern in mehr oder minder schlichten Sitzkisten, die nicht einmal Räder haben. Und selbst die neue C-Klasse feiert ihre Messepremiere kurz vor der offiziellen Enthüllung in Detroit als digitale Inszenierung auf dutzenden von Tablet-Computern.

Autor: Thomas Geiger

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