Die Highlights der CES 2018: Cockpits von morgen

CES 2018: Interview Nvidia

— 11.01.2018

5 Fragen an Nvidia

Wer bekommt als Nächstes so ein volldigitales Cockpit wie die neue Mercedes A-Klasse? Wie wird die künstliche Intelligenz im VW I.D. Buzz aussehen? AUTO BILD sprach mit Nvidia.

Nvidia kennen viele noch als Prozessor-Hersteller für Computerspiele. Doch mittlerweile hat sich das Unternehmen breiter aufgestellt und ist mit Autoherstellern wie Mercedes, VW und Toyota sowie mit Zulieferern wie Bosch und ZF im Geschäft. Ihr Ziel: die Digitalisierung des Automobils, autonomes Fahren und künstliche Intelligenz. AUTO BILD sprach auf der CES in Las Vegas mit Danny Shapiro, Senior Director of Automotive bei Nvidia.

Gerade hat Mercedes sein neues Infotainmentsystem MBUX vorgestellt. Ein neuer Nvidia-Prozessor ermöglicht die schnelle Sprachverarbeitung und die brillante Grafik. Werden weitere Autohersteller Nvidia im Cockpit einsetzen?

DS: Unser Drive PX bringt Artificial Intelligence (AI) ins Auto. Dazu gehören natürliche Spracherkennnung, Eyetracking und Gestensteuerung. Mehr und mehr Hersteller werden ihr Infotainmentsystem mit AI verbinden. Den Anfang macht die Mercedes A-Klasse, später folgen die S-Klasse und andere Hersteller wie VW.

Mercedes MBUX Infotainmentsystem (2018)

Nvidia rüstet VW und Uber für autonomes Fahren aus. Was sind die größten technischen Herausforderungen für autonomes Fahren?

DS: Wir haben gerade eine wichtige Hürde genommen. Wenn man in der Vergangenheit in den Kofferraum eines autonomen Testfahrzeugs geschaut hat, war der voll mit Kabeln und großen Rechnersystemen. Mit unseren neuen kleinen Supercomputern Xavier und Pegasus können wir mehr Rechnerleistung in ein Handschuhfach oder unter den Sitz packen.

Wann ist der große Durchbruch beim autonomen Fahren, wann geht es wirklich los?

DS: Letztes Jahr waren wir noch zu Demozwecken hier autonom auf dem Parkplatz unterwegs, jetzt bewegen wir uns schon im Straßenverkehr. Es ist also mehr eine Evolution und kein Durchbruch. Jetzt ist autonomes Fahren sicher, doch in Zukunft muss es absolut sicher sein. Dafür müssen wir noch viel simulieren. Nvidia bringt die autonomen Fahrzeuge dafür in eine künstliche Umgebung, wo sie alle Situationen simulieren können. Wir müssen nicht mit einem Testfahrzeug warten, bis die Sonne tief steht und den Fahrer blendet, wir simulieren das einfach. In den USA sind wir schon nah an Level 4. Vermutlich wird man autonome Fahrzeuge demnächst zuerst auf Privatgrundstücken wie Flughäfen sehen. Aber auch städtische Regionen wie Beverly Hills könnten bald erste Versuche starten. Und dann wäre da noch China, die eine ganze Stadt fürs autonome Fahren einrichten.

Fahrbericht VW I.D.-Familie

Nvidia und VW haben auf der CES angekündigt, den I.D. Buzz 2021 mit künstlicher Intelligenz (KI) auszustatten. Wie würde das aussehen?

DS: Fahrzeuge mit KI werden sich sehr stark über ihre Software, Apps und Updates auszeichnen. Die künstliche Intelligenz macht das Auto zum Co-Piloten. Man kann mit ihm ganz natürlich sprechen und er hilft, wo es geht. Über Gesichtserkennung kann es zum Beispiel sehen, ob du ohnmächtig wirst, rechtzeitig ranfahren und den Notdienst verständigen. Doch nicht nur die Sensoren im Auto sorgen für mehr Sicherheit, auch die Sensoren am Auto können beispielsweise verhindern, dass man die Tür öffnet, wenn ein Fahrradfahrer gerade vorbeifährt.

Elon Musk hat gesagt, dass Roboter mit KI uns irgendwann töten werden, glauben Sie das auch?

DS: Nein. Ich denke, Menschen machen sich aufgrund von Filmen wie Terminator sorgen. KI wird ein "Super-Human-Level" bekommen. Sie werden besser als Menschen sehen und hören, aber das ist etwas anderes, als der freie Wille. Maschinen werden keine eigenen Entscheidungen treffen.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Gebrauchtwagen