ChampCars in Deutschland

ChampCars in Deutschland ChampCars in Deutschland

ChampCars in Deutschland

— 07.05.2003

Da rollt was auf uns zu

Erstes Oval-Rennen der US-Formel 1. Zum zweiten Mal fahren die ChampCars das "German 500" auf dem EuroSpeedway/Lausitz.

Bis zu 380 km/h schnelle Boliden mit 750 PS

Vollgasfestival in der Lausitz: Die ChampCars kommen. Zum zweiten Mal nach 2001 gastiert die US-Formel 1 auf dem Highspeed-Oval bei Dresden. Rasante Windschattenduelle, Geschwindigkeiten von von bis zu 380 km/h und eine unberechnbare, durch den Rennverlauf bestimmte Boxenstrategie machen die Faszination der "Nudeltopf-Rennen" aus.

Für zusätliche Spannung sorgt eine gute Portion Unsicherheit unter den Teams und Fahrern. Denn die Kräfteverhältnisse im Oval sind 2003 noch unklar. Nach drei Stadtrennen und dem Lauf auf dem Rundkurs in Brands Hatch/England trifft sich die ChampCar-Elite mit ihren 750-PS-Boliden (Cosworth-Einheitsmotor, acht Zylinder, Turbo, 2650 cm³) auf dem Euro Speedway zum ersten Kreisverkehr des Jahres.

Unter besonderen Voraussetzungen. Denn während es in England galt, jedes verfügbares Flügelchen möglichst steil in den Wind zu stellen, um Abtrieb zu gewinnen, gilt für das Rennen in der Lausitz nur sechs Tage später genau das Gegenteil. Zwischendurch Testen? Zeitlich aus Transportgründen unmöglich.

Zwei Boxenstopps bei laufendem Rennen

Warum also nicht eine eventuell bessere Platzierung in England abschreiben und sich dafür dort in Sachen Set-up so weit als möglich lieber auf Deutschland vorbereiten? Zumal die sonst bei Ovalrennen verwendeten speziellen Flügel zu Hause geblieben sind. Um Platz, Gewicht und damit Reisekosten zu sparen, wurde entschieden, dass auch das Rennen in der Lausitz mit dem Aerodynamik-Set für Straßenrennen gefahren wird.

Vor allem den Reynard-Teams im Starterfeld werden solche Ambitionen nachgesagt. "Das macht doch keinen Sinn", bestreitet Rob Edwards, Teammanager bei Walker, Überlegungen dieser Art. "In beiden Rennen gibt es die gleichen Punkte und dasselbe Preisgeld." Und doch: In den ersten drei Saisonläufen waren die Reynard-Piloten völlig chancenlos gegen Konkurrenten im Lola-Chassis. Auf dem Euro-Speedway gäbe es so aber vielleicht die erste echte Siegchance des Jahres.

Um das für europäische Fans manchmal unübersichtliche Rennen besser verfolgen zu können, haben die Organisatoren den Fan-Service an der Strecke in der Lausitz verbessert. In den Kurven eins und drei wurden drei Anzeigetürme gebaut, auf denen der aktuelle Stand des Rennens abgelesen werden kann. Zusätzlich informiert live ein Streckenradio (UKW 92,6 MHz). Notwendig, denn durch die neue Regel, mindestens zwei Boxenstopps mit Reifenwechsel bei laufendem Rennen zu absolvieren, wird es noch mehr Führungswechsel geben. Bisher nutzen die Fahrer meist die Gelbphase nach Unfällen für ihren Service.

Alex Zanardi feiert sein "Comeback"

Eine weitere Regeländerung tritt erst nach dem Deutschlandrennen in Kraft. Ab dem Lauf in Milwaukee (31. Mai) werden bei Re-Starts innerhalb der letzten zehn Runden eventuell überrundete Piloten ans Ende des Feldes beordert, um so einen ungestörten Endspurt der Spitzengruppe zu garantieren.

Und auch im Kalender gab es eine erneute Änderung. Das wegen eines Streits der ChampCar-Organisation CART mit den örtlichen Ausrichtern gestrichene Rennen in Elkhart Lake (Road America) findet nun doch statt. Es wird wie geplant am 3. August ausgefahren.

Vom Rennen am EuroSpeedway berichtet auch das Fernsehen: RBB Brandeburg (bisher ORB) ist ab 14 Uhr live dabei. Die ARD schaltet sich nach dem DTM-Rennen in Adria (ca. 15.20 Uhr) ebenfalls live zu. Auf Eurosport gibt es am Abend (22.30 Uhr) eine Aufzeichnung.

Sein Comeback im Rennauto wird Alex Zanardi feiern. Der Italiener verlor 2001 bei einem Rennunfall in der Lausitz beide Beine, kämpfte gegen den Tod. In diesem Jahr wird er die Startformel sprechen und zudem einige Demorunden in einem auf Handgas umgerüsteten ChampCar drehen.

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