Brandanschlag

Chaoten fackeln Autos ab

— 30.04.2009

Angst vor dem 1. Mai

Seit 2007 haben linke Chaoten in Berlin bereits 319 Autos angezündet. Die kaputt gesparte Polizei läuft den Tätern hilflos hinterher. Autobesitzer fürchten sich vor Mai-Randale.

Zwei Wochen vor dem 1. Mai probten Berlins Chaoten den Aufstand: Innerhalb von nur drei Tagen zündeten Linksextreme acht Autos an. An den Tatorten sah es aus wie nach Bombenanschlägen. 42 Mal haben die Brandstifter seit Januar 2009 schon zugeschlagen, dabei 86 Autos beschädigt. Seit 2007 waren es 319 Stück. Berlin hat Angst vor den schlimmsten Mai-Ausschreitungen aller Zeiten: Vor allem teure Autos sind in Stadtteilen wie Keuzberg, Friedrichshain oder Lichtenberg nicht sicher. Robbin Juhnke von der Berliner CDU fordert, über ein Verbot der alljährlichen Demos nachzudenken. "Wenn aus ihnen immer wieder Gewalt hervorgeht, wäre das ein legitimes Mittel“, sagt der innenpolitische Unions-Sprecher im Abgeordnetenhaus.

Polizei nicht handlungsfähig

319 Fahrzeuge gingen in Berlin binnen drei Jahren in Flammen auf.

Sollte das nicht machbar sein, müsse die Polizei bei Kundgebungen "jede Eskalation im Keim ersticken", so Juhnke. Sein Fraktionskollege Kurt Wansner bat gar Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) per Brief um Hilfe bei der Bekämpfung der Gewaltorgien. Obendrein forderte er den Rücktritt von Innensenator Ehrhart Körting. Der SPD-Politiker macht in der "Berliner Zeitung" vor allem Einzeltäter für die Brände verantwortlich, "die aus einer Laune heraus nach einem Kneipenbesuch zündeln. "Und wenn das Auto brennt, sind die schon 300 Meter weiter." Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Die Opposition wirft dem rot-roten Senat vor, dass die Polizei aufgrund der dramatischen Einsparungen der letzten Jahre gar nicht mehr voll handlungsfähig sei. Die Zahl der Berliner Vollzugsbeamten sank von 21.181 (1998) über 17.884 (2006) auf 15.820 (2008). "Das rächt sich jetzt“, sagt CDU-Mann Juhnke.

Profiler einsetzen

Beleg: 2008 wurden gerade mal drei Autozündler zu Geldstrafen verurteilt, ins Gefängnis musste kein einziger. Doch es geht längst nicht mehr nur darum, die Täter zu fassen. Politik und Polizei stehen vor einer noch viel schwierigeren Aufgabe: "Die Bevölkerung muss sehen, dass sich Straftaten nicht lohnen", sagt Matthias Willenbrink, Inhaber der Detektei Axom International. Andernfalls bestehe die Gefahr, "dass sich die Sache ausweitet". Der Sicherheitsexperte glaubt, dass die Polizei "längst den einen oder anderen observiert, dies aber aus taktischen Gründen nicht preisgibt". Der Ex-Polizist empfiehlt, dass Profiler Täterpersönlichkeiten ermitteln. Außerdem rät er, präparierte Fahrzeuge als Köder zu nutzen. Es würde sich lohnen. Der Schaden geht in die Millionen. Und Berlin müsste keine Angst mehr vor dem 1. Mai haben.

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