Cheetah aus Arizona

Cheetah aus Arizona

— 08.10.2009

Späte Kaktus-Blüte

Totgesagte halten länger, vor allem im rostfreien Schonklima der Wüste Arizonas: Eigentlich war schon 1965 Schluss mit Cheetah, als die Fabrik niederbrannte. Doch dank einiger Enthusiasten ist der Gepard wieder zu haben.

Dieser appetitliche Hintern, der uns hier nur von achtern angrinst, ist gleich weg. Zumindest auf dem Sprung – wie es sich für den Laufweltmeister Gepard gehört. Cheetah heißt die rasante Katze auf Englisch, und diesen Namen gab 1964 der Tuning-Spezialist Bill Thomas seiner Schöpfung. Thomas hatte seine Sporen bei Chevrolet erworben. Cheetah war ein Sportcoupé und sollte dem giftigen Biss von Shelbys Cobra mit einem tödlichen Tatzenhieb zuvorkommen. Das knapp 750 Kilogramm leichte Aluminium-Wägelchen bestand zu mehr als 50 Prozent aus Motorhaube, darunter grollte ein Small Block von Chevrolet, ein V8 mit 5,3 Liter Hubraum und Direkteinspritzung. Die Maschine sitzt so weit nach hinten versetzt, dass die Straßenlage des Autos einem Mittelmotorwagen ähneln soll. Die mehr als 385 PS müssen wie eine Treibladung gewirkt haben – Cheetah trug seinen Namen durchaus zu Recht. In Daytona soll ein Prototyp rund 362 km/h gemacht haben. Soweit die ruhmreiche Geschichte. Die weniger ruhmreiche verhalf dem Musclecar dazu, eine Legende zu werden.

Ein Feuer beendete die Hoffnung auf Homologation

Wie bei echten Helden verhilft auch Autos ein früher Tod zu höheren Weihen. Im Falle von Bill Thomas' Cheetah war es ein verhängnisvolles Feuer, das dessen Manufaktur im Jahre 1965 in Flammen aufgehen ließ. Da waren kaum 23 von dem Flitzer gebaut. Den zweiten Todesstoß gab Motorlieferant Chevrolet, indem er die Versorgung kappte. Die für die Homologation nötigen 100 Stück rückten in unerreichbare Ferne, Thomas gab das Projekt auf. Die wenigen erhaltenen Cheetahs sind heute sehr begehrte Sammlerstücke. Zum Fahren sind die Mini-Monster eher zu schade, zumal sie sehr schwer beherrschbar sein sollen und der Motor zum Überhitzen neigt.

US-Manufaktur stellt die Cheetah heute wieder her

Das Erbe der Cheetah verwaltet seit 2001 eine Kit-Car-Schmiede namens BTM in Arizona. Die dienstbereite Schrauberei wirbt damit, als einzige zu jedem Nachbau eine von Bill Thomas handsignierte Autorisierungs-Urkunde beizugeben. Das kostet: Für das komplette Auto mitsamt Zertifikat verlangen die wahren Erben 99.500 Dollar. Wer es lieber im Hobbykeller selbst fixieren möchte, kann auch einen Bausatz erwerben.

Autor: Roland Wildberg

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